Die Antwort der Snowboarder: GOLD für Julia Dujmovits, BRONZE für Benjamin Karl

Die Antwort der Snowboarder: GOLD für Julia Dujmovits, BRONZE für Benjamin Karl

Die Antwort der Snowboarder auf die Kritik von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ("unprofessionell!") kam postwendend. Die Burgenländerin Julia Dujmovits holte GOLD im ersten olympischen Parallel-Slalom der Geschichte, Benjamin Karl BRONZE im Slalom.

Mit Gold durch Julia Dujmovits und Bronze durch Benjamin Karl haben Österreichs Snowboarder am Samstag im Extrem-Park von Rosa Chutor die perfekte Antwort auf die am Vortag von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel geäußerte Kritik am Boarderlager gegeben. Dujmovits ist die erste Olympiasiegerin im Snowboard für Österreich überhaupt und die Erste im neu ins Programm aufgenommenen Parallel-Slalom.

Der ÖSV reagierte daraufhin prompt und entschuldigte sich auf seine Weise: Dujmovits wird bei der Schlussfeier der XXII. Olympischen Spiele am Sonntag die österreichische Fahne tragen.

Zum Artikel: ÖSV-Präsident Schröcksnadel mit Abschneiden in Sotschi unzufrieden: "Unprofessionell!""

Die 26-jährige Burgenländern präsentierte sich im Finale nervenstark, sie verwandelte im Re-Run den Rückstand von 0,72 Sekunden auf die Deutsche Anke Karstens in einen Vorsprung von 0,12 Sekunden. Bronze ging an die Deutsche Amelie Kober.

Unfassbar cool

"Ich kann es noch gar nicht glauben. Es ist unglaublich, dass es so aufgegangen ist. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich die Jahre unterstützt haben. Das war die Antwort auf Mittwoch (im Riesenslalom, wo sie nur 29. wurde). Ich weiß, dass die Familie immer hinter mir steht, egal was ich für einen Blödsinn mache", sagte Dujmovits mit Tränen in den Augen.

Zum Interview mit Julia Dujmovits

Karl war im Halbfinale nur um 4/100 Sekunden am Russen Vic Wild gescheitert, der sich bei seinen Heimspielen den zweiten Titel sicherte und den Slowenien Zan Kosir auf den Silberrang verwies. Im kleinen Finale behielt der vierfache Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner von Vancouver 2010 gegen den Italiener Aaron March die Oberhand.

Under Pressure besser

"Letztes Jahr hat keiner mehr an mich geglaubt, dann kam der WM-Titel. Seither haben mich alle auf der Rechnung, egal, was im Vorfeld passiert. Der Druck war da, aber mit taugt das. Ohne Druck kann ich gar nicht Snowboarden", sagte der 28-jährige Niederösterreicher. Er freue sich, dass er auch nach dieser Saison die nicht optimal verlaufen war, die Serie bei Großereignissen aufrechterhalten hat.

Am Start hatte er die Trainer jubeln gehört und gewusst, dass Dujmovits gewonnen hatte. "Dann habe ich mir gedacht, immer wenn sie gut fährt, dann fahre ich auch gut. Das hat mir noch einmal einen Motivationsschub gegeben."

Das ÖSV-Team zog hoch motiviert sichtlich an einem Strang, präsentierte sich im Gegensatz zum Riesentorlauf mannschaftlich stark, sieben von acht waren in die Entscheidung der Top 16 gekommen. "Wir werden uns bemühen, einen versöhnlichen Abschluss zu finden", hatte der sportliche Leiter Christian Galler in der Früh gesagt. Er hatte die Aussagen Schröcksnadels, der der Sparte unprofessionelle Arbeit vorwarf, zurückgewiesen und den Zeitpunkt des Rundumschlags vor dem abschließenden Rennen hinterfragt.

Marion Kreiner wurde am Ende Fünfte, die Riesentorlauf-Vierte Ina Meschik Achte und Claudia Riegler bei ihrem Abschied von Olympia Zwölfte. Dabei verpasste Kreiner das Semifinale nur um 5/100 und Meschik gar nur um 1/100.

Bei den Herren kam der Vorarlberger Lukas Mathies ebenfalls auf den fünften Platz ("Ich muss noch stabiler werden"), er tröstete sich mit den zwei Kugeln für den Weltcup-Gesamtsieg und die -Riesentorlaufwertung. Andreas Prommegger wurde nach einem Achtelfinal-Out gegen Karl 13., Anton Unterkofler war als 17. in der Qualifikation ausgeschieden.

Die Österreicher hatten an dem Tag viel Hundertstelpech. Meschik, Karl und Kreiner fehlten gemeinsam nur zehn Hundertstel zu Aufstiegen. "Es ist grausig. Ich glaube, das ist schlimmer als am Mittwoch. Das tut weh, ich bin gut Slalom gefahren, habe alles gegeben. Das war leider zu wenig", sagte die Kärntnerin Meschik nach der bitteren Viertelfinal-Niederlage gegen die letztlich drittplatzierte Deutsche Amelie Kober.

Auch Kreiner fehlten nur ein Hauch auf die Vorschlussrunde: "Ich bin megaenttäuscht. Es ist einfach blöd gelaufen. Ich habe alle gegeben. Man sieht, dass jede Hundertstel Millionen wert ist", meinte die Steirerin, die Schröcksnadel ausrichtete: "Ich weiß schon, wie ich meine Kanten zu richten habe." Er müsse sehen, dass im Snowboard-Sport keine Millionen da seien, Unterstützung sei gerne willkommen.

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