Didier Défago holt in Kitz das Schweizer Sonntags-Double

Didier Défago holt in Kitz das Schweizer Sonntags-Double

Der dritte Renntag am Hahnenkamm-Wochenende in Kitzbühel bringt den dritten Sieger: Didier Défago gewinnt fünf Hunderstel vor Bode Miller und 15 Hunderstel vor den zeitgleichen Max Franz und Aksel Lund Svindal. Bei der abendlichen Kombination setzt sich Alexis Pinturault vor Ted Ligety und Marcel Hirscher durch.

Hannes Reichelt , am Samstag noch der große Sieger im Abfahrtslauf auf der Streif, hatte an am Sonntag mit der Entscheidung im Rennen nichts zu tun. Zwischendurch legte sich der Sieger des Vortages beinahe einmal in den Schnee. Er hätte ebenso gut eine Snack-Pause machen können, wie er das in einem Werbespot tut.

Im Ziel war sein Rückstand so groß, dass er nicht einmal in den Top 30 unterkam. Auch Österreichs Slalom-Superstar Marcel Hirscher gelang das nicht. Der Rückstand von 1:58 Sekunden auf den Sieger war dann doch zu groß. Der Sieger heißt Didier Défago, und der Schweizer holte damit nach seinem Tennis spielenden Landsmann Stanislas Wawrinka die zweite große Sporttrophäe des Tages in unser westliches Nachbarland. Die Superkombi aus Ski und Tennis, das große Double, aus Australian Open und Kitzbühel hat die Schweiz damit eindrucksvoll für sich entschieden.

Kurzer Jubel

Im Fernsehen hätte man den auf der verkürzten Super G Strecke - die wie die Abfahrt vom Vortag über den Hinertganslern ins Ziel führte - gefahrenen Lauf von Défago beinahe verpasst. Genau vor ihm war nämlich der von seinem dritten Platz beim Abfahrtslauf immer noch schwer enttäuschte Bode Miller gestartet und hatte dabei einen Lauf hingelegt, von dem wohl die allermeisten dachten, das der nicht mehr zu überbieten wäre.

Miller zauberte in Kitzbühel 2014 wie in jungen Tagen, nahm dem bis dahin zeitgleich an der Spitze liegenden Duo Max Franz und Aksel Lund Svindal eine Zehntelsekunde ab und freute sich im Ziel über die groß aufleuchtende 1. Der Kuss, den ihm seine Frau dafür als Belohnung im Ziel gab, hing aber immer noch auf Millers Lippen und die Kameras und das Interesse der Reporter waren auf den vermeintlichen Sieger gerichtet, als Défago mit einem Urschrei und neuerlicher Bestzeit - er hatte für die Wegstrecke fünf Hunderstelsekunden weniger gebraucht - über die Ziellinie kam.

Doppelte Doubles

Für Défago ist es der zweite Erfolg in Kitz - und somit auch ein Double. Vor fünf Jahren, im Winter 2009, hat er auf der Streif den Österreichern Michael Walchhofer - damals Zweiter - und Klaus Kröll - damals Dritter - die Party vermiest und den prestigeträchtigen Abfahrtslauf gewonnen. Jetzt kann er zu der Trophäe die aus dem heutigen Super G stellen.

Der um einen Wimpernschlag geknackte Bode Miller trug seinen zweiten Platz im Ziel mit Fassung. "Heute war es schwer", sagte er im Ziel, "ich bin aber ein gutes Rennen gefahren. Défago macht es anscheinend Spaß, mich zu schlagen."

Auf dem Podest steht auf Position 3 ein weiteres Double - eben die zeitgleichen Max Franz und Aksel Lund Svindal. Für den Österreicher Max Franz ist es der erste Podestplatz in diesem Winter; entsprechend zufrieden war er auch mit der Platzierung.

Hahnenkamm-Kombi als Draufgabe

Für die abendliche Superkombi aus dem Super G und einem Slalomdurchgang gab es eiinen sehr eingeschränkten Favoritenkreis. Bode Miller wollte nach Platz drei und zwei an diesem Hahnenkamm-Wochenende zumindest hier Platz eins mit nach Hause nehmen, doch daraus wurde nichts. Er fädelte ein und schmiss vor Ärger darob im Ziel die Stöcke weg.

Ohne Einfädler wäre Miller auf dem dritten Platz gelandet. Den erbte zur Freude des Publikums Michael Hirscher. Der große Star des ÖSV-Teams hatte es zum Abschluss des Rennwochenende doch noch aufs Podest geschafft und wichtige Punkte zur möglichen Verteidigung des Gesamtweltcup mitgenommen.

Über den Kombi-Sieg durfte sich der Franzose Alexis Pinturault freuen, der Amerikaner Ted Ligety wurde Zweiter. Beide Herren sind auch für die in zwei Wochen beginnenden Olympischen Spielen in Sotschi Medaillenanwärter

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