Vor dem Supercup gegen Bayern: Chelsea im Kaufrausch

Vor dem Supercup gegen Bayern: Chelsea im Kaufrausch

Samuel Eto'o ist da: Im Transferrausch des FC Chelsea ist das Spiel um den europäischen Supercup gegen Bayern München Nebensache - wenn überhaupt.

In den altehrwürdigen Bahnhofshallen von St Pancras zog Samuel Eto'o seine Kappe ganz tief ins Gesicht - doch die Paparazzi erwischten ihn trotzdem. Am späten Mittwochabend war Kameruns Fußball-Superstar mit dem Zug im Herzen Londons angekommen, bevor er standesgemäß in eine Limousine umstieg. Ein Super-Transfer bahnt sich an. "Nächster Halt: Chelsea", schrieb die Daily Mail. Und dieses Spiel um den europäischen Supercup gegen Bayern München? Noch nicht einmal Nebensache.

Teammanager José Mourinho betonte zwar pflichtbewusst, in Prag gehe es am Freitagabend (20.45 Uhr/Sky und ZDF) um einen "Titel mit Prestige", jeder Verein wolle diesen Pokal im Trophäenschrank haben. Wirklich emotional sieht der FC Chelsea das Duell aber nicht - weil nach dem Triumph im Champions-League-Finale 2012 der Revanchegedanke fehlt. Die Legenden werden eben von den Verlierern gestrickt, so war es schon 1966, beim Wembley-Tor. Selbst auf der Chelsea-Homepage war am Donnerstag der Verweis auf ein angeblich prestigeträchtiges Spiel keine der zehn Top-Nachrichten.

Auf den Sieg nicht stolz

Auf den Sieg in der Europa League 2012/13 ist dieser FC Chelsea eben nicht sonderlich stolz: Der zweitklassige Europapokal ist weit unter dem Anspruch des Vereins, der immer noch mit den Millionen des russischen Eigners Roman Abramowitsch aufgepumpt wird. Am Donnerstag lag Chelsea schon wieder bei der Champions-League-Auslosung in Topf eins - das empfinden sie an der Stamford Bridge als würdig.

Interessant wird am Freitag jedoch auf jeden Fall, wie José Mourinho und der Bayern-Trainer Pep Guardiola miteinander umgehen. Guardiola ist Mourinhos Lieblingsfeind, in Spanien hatten sich die beiden als Trainer der nationalen Fußball-Institutionen Real Madrid (Mourinho) und FC Barcelona (Guardiola) Hahnenkämpfe geliefert. Die Fehde hatte ihren Höhepunkt 2011, als Mourinho dem Barca-Assistenten Tito Vilanova einen Finger ins Auge stach.

Eher als Test zu sehen

Abseits dieser persönlichen Rivalität sieht Mourinho, der gemeinsam mit Samuel Eto'o 2010 das Triple für Inter Mailand gewonnen hat, das Spiel eher als Test für den demnächst wieder regelmäßig eintretenden Ernstfall. "Für uns ist das Duell eine Standortbestimmung. Wir können uns mit den Besten messen", sagte Mourinho.

Aus eigener Erfahrung lobte er den FC Bayern. "Es ist enorm schwierig, ein Triple zu gewinnen, und nur Mannschaften mit einer großartigen Mentalität und mit einer fantastischen fußballerischen Qualität schaffen das", sagte der Portugiese. Zu bestehen, sei eine "große Herausforderung".

Eine große Herausforderung war es für die Blues auch, ihren ohnehin hochwertigen Kader zu verstärken. Für 22 Millionen Euro kam dafür zunächst der deutsche Nationalspieler André Schürrle von Bayer Leverkusen, dann für 32 Millionen der Brasilianer Willian von Eto'os Verein Anschi Machatschkala, nun kommt wohl Eto'o selbst, und immer noch baggert Abramowitsch an Wayne Rooney herum.

"We'll sign you next week!", sangen die Chelsea-Fans am vergangenen Montag beim 0:0 bei Manchester United - "nächste Woche kaufen wir dich". Durch die Ankunft von Eto'o in St Pancras ist dieses Szenario jedoch deutlich unwahrscheinlicher geworden.

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