Usain Bolt: "Wenn ich aufhöre, will ich zu den Größten gehören"

Usain Bolt: "Wenn ich aufhöre, will ich zu den Größten gehören"

Auf seinem Weg zum zweiten Gold-Triple in Serie nach Olympia in London ist der Super-Sprinter aus Jamaika leicht und locker ins Finale über 200 m (Samstag, 18.05 Uhr/ZDF und Eurosport) gejoggt. Fünf Tage nach seinem Titel über 100 m gewann der Jamaikaner sein Halbfinale locker in 20,12 Sekunden.

Wie in London strebt Bolt in Russland wieder drei Goldmedaillen an - nach seinem Triumph über 100 m (9,77) noch über die doppelte Distanz sowie mit der 4x100-m-Staffel. Damit könnte er Carl Lewis als erfolgreichsten Leichtathleten der WM-Geschichte ablösen. Die US-Legende gewann acht Goldmedaillen, je einmal Silber und Bronze. Bolt kann im Luschniki-Stadion ebenfalls seinen achten Titel gewinnen - 2007 hatte er zudem zweimal WM-Silber in Osaka/Japan gewonnen. Ebenfalls im Finale dabei sind unter anderem der jamaikanische Olympiadritte Warren Weir (20,20) und der US-Amerikaner Curtis Mitchell mit neuer persönlicher Bestzeit (19,97).

Doch obwohl Bolt seit 2007 kein Rennen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften über 200 m verloren hat und auch über die 100 m seine Pflicht erfüllt hatte, fliegen ihn im Russland nicht die Herzen zu. Die Bolt-Show zieht in Moskau noch nicht so richtig, die Fans auf der Tribüne sind eher reserviert, rasten nicht wie gewohnt aus, wenn der 1,95 m große Schlaks die blaue Bahn entlangtrommelt. Der 26-Jährige ist darüber sichtlich pikiert. "Hier lacht niemand, alle sind so ernst", hatte er sich beschwert. Eine Liebesbeziehung hat sich zwischen dem Mega-Star und den Russen noch nicht entwickelt.

Vielleicht ist er in Moskau deshalb ja auch nicht ganz so rasant unterwegs. Bolt will geliebt werden, dann ist er am schnellsten. Wie 2009 in Berlin, als sich die Zuschauer vor ihm quasi in den Staub warfen. Eigentlich wollte er in Moskau seinen Weltrekord (19,19) von damals in der Metropole an der Moskwa ja attackieren, doch seine Form scheint dafür nicht ausreichend. Neben Muskelkater plagten ihn in den vergangenen Tagen auch Fußprobleme, die aber mittlerweile auskuriert scheinen. "Meinem Fuß geht es aber besser, es war nur ein kleiner Schnitt", sagte er.

Um sich ganz auf sein Ziel zu konzentrieren, war Bolt in den vergangenen Tagen nach seinem 100-m-Sieg abgetaucht - keine Sponsorentermine, keine Pressekonferenzen, keine Show in der Innenstadt der Millionen-Metropole. Im jamaikanischen Teamhotel Radisson Slawjanskaja erholte sich Bolt, spielte Playstation und verfolgte die jüngsten Entwicklungen bei seinem geliebten Fußball-Klub Manchester United vor dem Saisonauftakt am Samstag bei Swansea City. Ausflüge zum Roten Platz oder in den Gorki-Park sind nicht dokumentiert. Bolt spart seine Kraft, die - anders als in früheren Jahren - nicht unendlich scheint. Er will sich nicht aufhalten lassen. "Wenn ich aufhöre, will ich zu den Größten gehören. Jungs wie Michael Jordan, Pele, Muhammad Ali - zu ihnen will ich aufschließen", hatte er vor der WM gesagt. Der WM-Rekord von Lewis ist da nur eine Zwischenstation.

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