US-Open: Melzer ist draußen

US-Open: Melzer ist draußen

Der 32-jährige Niederösterreicher Jürgen Melzer musste sich am Mittwoch gleich in der ersten Runde dem russischen Außenseiter Jewgenij Donskoj nach 2:31 Stunden mit 5:7,3:6,6:7(3) geschlagen geben. Melzer spielt allerdings noch im Doppel an der Seite von Julian Knowle.

Für Melzer, der auch im Vorjahr in Flushing Meadows gegen den unbekannten US-Amerikaner Bradley Klahn gleich zum Auftakt ausgeschieden war, bedeutete das Aus eine Riesen-Enttäuschung. Nach seinem fünften ATP-Titel in der Vorwoche hatte der Weltranglisten-27. auf das Erreichen der zweiten Turnierwoche gehofft. "Natürlich bin ich sehr enttäuscht und angefressen. Ich hatte mir das hier alles ganz anders vorgestellt. Aber ich habe zu zerfahren gespielt, zu viele Fehler gemacht und meinen Matchplan nicht eingehalten. Das hat mir das Genick gebrochen", analysierte Melzer, dessen erster Einsatz wegen Regens hinausgezögert worden war.

Im ersten Satz hatte der neun Jahre ältere Melzer den Weltranglisten-102. aus Moskau zunächst noch im Griff. Nach einem Break zum 3:2 führte Melzer mit 4:2, als das Match für fünf Minuten wegen Regens unterbrochen werden musste. Melzer blieb aber auf Kurs und fand bei 5:3, Aufschlag Donskoj einen Satzball vor. Dann gelang dem Russen aber das Rebreak zum 5:5 und der Satzgewinn.

"Ich bin teilweise zu hektisch geworden, dadurch war meine Vorhand dann zu unplatziert. Und ich habe zu oft die falsche Entscheidung getroffen und nicht den richtigen Ball gewählt", konstatierte Melzer. Im zweiten Satz gab Melzer den Aufschlag zum 2:4 ab und schon bald sah er sich mit einem 0:2-Satzrückstand konfrontiert. Melzer bewies trotz eines neuerlichen Aufschlagverlusts zum 0:1 Kampfgeist: bei 4:5 wehrte Melzer drei Matchbälle ab, den letzten mit einem Netzroller. Als Melzer das Rebreak zum 5:5 gelang, ließ er mit einem martialischen Schrei deutlich erkennen, dass er noch nicht aufgegeben hat.

Es kam zum Tiebreak, das bis zum 3:3 ausgeglichen verlief, doch dann übernahm Donskoj das Kommando und verwandelte Matchball Nummer vier. "Er hat nicht schlecht gespielt, aber im Grunde habe ich das ganz alleine verloren. Es ärgert mich gewaltig, dass ich so den Faden verloren habe. Da kämpfe ich mich zurück wie ein Stier, wehre Matchbälle ab, und spiele dann so einen Tiebreak. Das ärgert mich", ließ Melzer seinen Gefühlen freien Lauf.

Wenn er fehleranfällig sei, mache er einfach zu viele Fehler. "Das liegt auch etwas an meiner Spielweise. Es war allerdings auch sehr schwierig, heute mit den extrem schwülen und feuchten Bedingungen. In der letzten Woche konnte ich sehr schnell spielen, jetzt stand die Luft und die Bälle waren schwer." Als Ausrede wollte er das freilich nicht gelten lassen. "Das sollte mir nicht passieren, schon gar nicht in meinem Alter. Mein Trainer war auch nicht sehr happy."

Während Melzer nun am Donnerstag an der Seite von Julian Knowle im Doppel (gegen Treat Huey/Dominic Inglot/PHI/GBR-16) noch Doppel spielte, waren am Donnerstag Österreichs letzte zwei Einzelhoffnungen im Einsatz. Das wegen Regens um einen Tag verschobene Zweitrundenmatch von Patricia Mayr-Achleitner gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa war für 17.00 Uhr MESZ (Court 10) angesetzt. Und auch Andreas Haider-Maurer sollte im 3. Match nach 17.00 Uhr gegen Michail Kukuschkin sein Zweitrundenmatch bestreiten.

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