US Open: Lisicki siegt – Bollettieri glaubt an Titelgewinn

US Open: Lisicki siegt – Bollettieri glaubt an Titelgewinn

Die US-Open-Mission von Sabine Lisicki begann 51 Tage nach dem verlorenen Wimbledon-Finale zunächst denkbar schlecht: Court 13, zwei Doppelfehler und gleich ein kassiertes Break im ersten Spiel. Doch die 23-Jährige ließ sich davon nicht verunsichern und zog durch ein 6:2, 7:6 (7:3) gegen die Qualifikantin Wera Dutschewina (Russland) in die zweite Runde von Flushing Meadows ein.

Auch ein im zweiten Satz über den Platz stürmendes Eichhörnchen vermochte Lisicki nur kurz abzulenken. Zwar geriet sie in der Folge nach einer 4:1-Führung mit 5:6 in Rückstand. Doch nach 1:22 Stunden verwandelte die an Position 16 gesetzte Berlinerin ihren ersten Matchball und zeigte ihr gewohntes Siegerstrahlen. Am Mittwoch trifft sie entweder auf Kimiko Date-Krumm (Japan) oder die Argentinierin Paula Ormaechea.

Bereits beim Gang auf den Außencourt hatte Lisicki, die am rechten Knie ein blaues Tape trug, gelächelt. Doch die Nervosität war ihr im erst vierten Match seit Wimbledon deutlich anzumerken. Ausgerechnet ihre wertvollste Waffe, der erste Aufschlag, ließ die Fed-Cup-Spielerin zunächst im Stich. Erst mit Dauer des Spiels fand die in quietschroten Schuhen spielende Lisicki ihren Rhythmus und gewann nach 27 Minuten den ersten Satz.

Ihr auf der Tribüne sitzender Lehrmeister Nick Bollettieri traut ihr in New York sogar den großen Coup zu. "Sabine kann den Titel holen, alles ist möglich", sagte Bollettieri im SID-Gespräch: "Sie wirkt sehr glücklich und hat ihre Schlüsse aus der Final-Niederlage in Wimbledon gezogen. Da bin ich sicher."

Der Trainer-Guru, in dessen Akademie in Bradenton/Florida Lisicki seit frühester Jugend trainiert, hat allerdings noch kleine mentale Schwächen bei ihr ausgemacht. "Manchmal haben ein, zwei Fehler noch zu große Auswirkung auf ihr Spiel", meinte der 82-Jährige.

Bollettieri findet es aber richtig, dass die Berlinerin die Weltranglisten-Spitze als ihr Ziel ausgerufen hat. "Das ist gut, es ist ihre Motivation. Sabine hat das Zeug, es zu packen". Der Amerikaner mit dem gesunden Teint muss es wissen, immerhin hat er bereits zehn Profis auf den Tennis-Thron geführt - darunter André Agassi und Maria Scharapowa.

Einen Tag vor dem Auftakt gehörte Bollettieri zu den Beobachtern von Lisickis Trainingseinheit auf Court 17. Mit Küsschen begrüßte der "ewige Nick" seine Musterschülerin und streckte auf der Tribüne sitzend immer wieder begeistert den Daumen in die Höhen, wenn eine Vorhand der Fed-Cup-Spielerin im Eck einschlug.

Dass Lisicki ihren Bekanntheitsgrad durch Wimbledon noch einmal gesteigert hat, bekam sie in den vergangenen Tagen zu spüren. "Der Trubel ist schon ziemlich groß. Ich werde öfter erkannt. Das ist etwas Neues, an das ich mich erst gewöhnen muss", sagte die Powerspielerin mit dem blonden Zopf.

Einen ihrer großen Träume konnte sie sich in New York aber nicht erfüllen. Als am Sonntagabend die MTV Awards in Manhattan verliehen wurden, bereitete sich Lisicki im Hotel auf ihr Erstrundenmatch vor. Dabei trat bei der Show "ihr" Star Lady Gaga auf. "Ich finde sie wirklich richtig gut", verriet die Berlinerin, die schon Konzerte der Amerikanerin besucht hat. In Sachen Popularität kann Lisicki mit der ausgeflippten Popsängerin aber nicht mithalten: Lady Gaga hat auf Twitter knapp 40 Millionen "Follower", Sabine Lisicki verfolgen rund 154.750 Interessierte.

Als erster deutscher Profi schied am Montag Jan-Lennard Struff (Warstein) durch ein 6:7 (4:7), 3:6, 6:2, 6:2, 1:6 gegen Guillaume Rufin (Frankreich) aus. Auch Angelique Kerber (Kiel/Nr. 8) war am ersten Turniertag noch im Einsatz.

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