Toni lässts nicht polstern

Toni lässts nicht polstern

Beim schweren Gang vom Platz hatte Toni Polster seine schwarze Sonnenbrille bereits abgezogen und versuchte, sich den Schrecken aus dem Gesicht zu wischen. Doch die peinliche 1:7-Schlappe beim SV Grödig hatte dem neuen Trainer von Admira Wacker Mödling sichtlich zugesetzt.

Nach drei Niederlagen zum Saisonauftakt steht die Fußball-Ikone bei seiner ersten Trainerstation in der Bundesliga auf dem letzten Platz - und vor schwierigen Wochen.

"Das ist eine Pleite, die richtig wehtut. Dabei habe ich in der Pause noch gesagt, dass wir kompakt stehen müssen, um nicht in ein Debakel zu laufen", sagte Polster nach der Partie konsterniert. Trotz der Warnung waren seine Spieler in ein historisches Debakel gelaufen und so musste Polster schon nach drei Partien die ersten Durchhalteparolen nutzen: "Ich werde nicht aufgeben."

Arbeiten müssen wird er vor allem an der Disziplin. Mit drei Roten Karten und drei verursachten Strafstößen leiteten die Admira-Spieler nach ihrer Führung das Debakel selbst ein. Selbst der Gegner zeigte nach dem Spiel Mitgefühl mit dem Rekordtorschützen der österreichischen Nationalmannschaft. "Das tut mir leid für Toni", sagte Grödig-Trainer Adi Hütter.

Mit großen Ambitionen hatte der ehemalige Bundesligastürmer (Köln, Mönchengladbach) im Juni als Nachfolger des zurückgetretenen Didi Kühbauer seinen Job beim Traditionsverein angetreten. "Ich gehöre in die Bundesliga", hatte Polster in einer Pressemitteilung damals erklären lassen. Zuvor hatte der 49-Jährige in seiner Trainerlaufbahn die Wiener Viktoria in die Regionalliga geführt und die LASK aus Linz an die Spitze der Regionalliga Mitte gebracht.

Nach der denkwürdigen Schlappe, die den schlechtesten Saisonstart des Vereins seit acht Jahren perfekt gemacht hat, klang Polster schon verhaltener: "Wir müssen jetzt zusammenstehen und die Köpfe wieder nach oben bringen. Denn so dürfen wir uns in Zukunft nicht mehr präsentieren."

Die Aufbruchstimmung, die sich der finanzschwache Verein von der Verpflichtung Polsters versprochen hatte, scheint allerdings bereits verfolgen. Nachdem die Mödlinger in der vergangenen Saison den Abstieg nur knapp verhindert hatten, sollte "Toni-Doppelpack" dem neunmaligen Meister zu altem Glanz verhelfen und dem sinkendem Zuschauerinteresse mit erfrischendem Offensivfußball entgegenwirken.

Doch nach dem Auftaktsieg im Pokal beim SV Seekirchen laufen die Mödlinger einem Erfolgserlebnis hinterher. Und die Aufgaben in den nächsten Wochen verheißen ebenfalls nichts Gutes. Die Gegner heißen Sturm Graz, Rapid Wien und Red Bull Salzburg. Schwer vorstellbar, dass es Admira - ohne drei gesperrte Innenverteidiger - dann endlich "polstern" lässt.

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