Tennis-Skandal: Die schwarze Liste des weißen Sports

Tennis-Skandal: Die schwarze Liste des weißen Sports

Tennis-Wettskandal: Dunkle Wolken über den Australian Open.

Die Australian Open, das erste großen ATP-Turnier des Jahres 2016, stehen unter keinem guten Stern. Berichte über einen Wettskandal und manipulierte Spiele werfen schwarze Schatten über den weißen Sport. Eine Liste mit 41 möglicherweise involvierten Sportlern sorgt nun für Aufregung.

Wenige Stunden vor Beginn der Australian Open, des ersten großen ATP-Turniers des Jahres, sind am Wochenende Berichte über manipulierte Spiele und einen großen Wettskandal aufgetaucht. Das im weißen Sport der Einzelkämpfer Undenkbare soll passiert sein: Spiele sollen von der internationalen Wettmafia manipuliert worden sein, Sportler gegen Bezahlung verloren haben. Die Ehre des Sports steht auf dem Spiel.

Für den Schweizer Roger Federer, aktuell hinter dem Serben Novak Djokovic und dem Briten Andy Murray die Nummer drei der Weltrangliste des Weltverbandes ATP (Association of Tennis Professionals), ist es kein Zufall, dass die Berichte über den Wettskandal just zu Beginn der Australian Open lanciert wurden. Federer selbst beteuert, in seiner nahezu 20 Jahre dauernden Karriere niemals im Zusammenhang mit Spielmanipulationen kontaktiert worden zu sein. Er habe aber bereits vor acht Jahren in Key Biscayne erstmals vom Verdacht gehört, dass im Tennis Spiele und Turniere manipuliert worden seien. "Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen", sagte der auf den Wettskandal befragte Federer nun. Umso weniger, je besser ein Sportler in der Weltrangliste klassiert sei

Die Berichte, dass in den Skandal auch Grand Slam Sieger involviert sein könnten, kommentierte Federer mit der Forderung nach Namen und Fakten. Diese hat die Presse nun vorgelegt. Das schwedische "Svenska Dagbladet" hat nun eine bereits im Jahr 2011 erstmals aufgetauchte Liste von möglicherweise in einen Wettskandal verwickelten Sportlern veröffentlicht. Damals war die Tennis Integrity Unit (TIU), dem Verdacht der Korruption und des Wettbetrugs nachgegangen und hatte eine Schwarze Liste mit 20 Profis sowie eine weitere, 21 Spieler umfassende Warnungs-Liste veröffentlicht.

Die Schweizerin Romina Oprandi, die von der TIU auf die Warnungs-Liste gesetzt wurde, gestand damals in einem Gespräch mit dem "Schweizer Blick" ein, tatsächlich einmal via Facebook Angebote für die Manipulation von Spielen bekommen zu haben. Erklärte aber, diese Angebote, wie auch andere Sportlerinnen nicht angenommen zu haben. Der Australier Thanasi Kokkinakis, aktuell die Nummer 71 der ATP-Weltrangliste, sprach in einem am Dienstag im australischen Radio geführten Interview ebenfalls davon, dass ihm Geld angeboten wurde. Auch bei ihm sei die Kontaktaufnahme via Facebook erfolgt.

Diese Tennis-Spieler stehen unter Verdacht

Die Schwarze Liste der TIU

  • Victoria Azarenka (Weißrussland)
  • Kateryna Bondarenko (Ukraine)
  • Victor Crivoi (Rumänien)
  • Nikolay Davydenko (Ukraine)
  • Sara Errani (Italien)
  • Fabio Fognini (Italien)
  • Teymuraz Gabashvili (Georgien)
  • Oscar Hernandez (Spanien)
  • Maria Kirilenko (Russland)
  • Philipp Kohlschreiber (Deutschland)
  • Yevgeny Korolev (Russland)
  • Michael Llodra (Frankreich)
  • Wayne Odesnik (Südafrika)
  • Agnieszka Radwanska (Polen)
  • Christophe Rochus (Belgien)
  • Francesca Schiavone (Italien)
  • Potito Starace (Italien)
  • Janko Tipsarevic (Serbien)
  • Filippo Volandri (Italien)

Die Warnungs-Lister der TIU

Carlos Berlocq, Alex Bogomolov, Simone Bolelli, Jeremy Chardy, Dominika Cibulkova, Marin Cilic, Flavio Cipolla, Brian Dabul, Steve Darcis, Eleni Daniilidou, Somdev Devvarman, Andrey Golubev, Ivo Karlovic, Lukasz Kubot, Igor Kunitsyn, Romina Oprandi, Flavia Pennetta, Virginie Razzano, Eduardo Scwhank, Viktor Troicki, Roberta Vinci.

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