Super Bowl: Gigantismus, Nationalstolz und ein bisschen Sport

Super Bowl: Gigantismus, Nationalstolz und ein bisschen Sport

Die USA sind im Ausnahmezustand. Schuld ist aber nicht mehr die dortige Kältewelle, sondern die 44. Auflage des Super Bowls. Im ganzen Land wird der morgige Sonntag vor dem Fernseher verbracht. Auch in Österreich wird die Show immer populärer, die nicht zuletzt durch Gigantismus, Geld und Nationalstolz geprägt ist. Format.at präsentiert die wichtigsten Fakten rund um das Großereignis.

Es gibt wohl kein Sportereignis, das tiefer in den Herzen der Amerikaner liegt als der Super Bowl. Das Finale der Football-Profiliga NFL gilt als inoffizieler Feiertag in den USA und findet traditionell am ersten Sonntag im Februar statt. Dieses Jahr kämpfen die Denver Broncos und die Seattle Seahawks vor den Türen New Yorks um den NFL-Titel.

Kampf der unterschiedlichen Systeme
So unterschiedlich wie die Herkunft der beiden Mannschaften, so verschiedenen sind auch ihre Spielsysteme. Die Broncos aus dem bitterkalten Bundesstaat Colorado sind die offensivste Mannschaft der gesamten NFL. Sie durchbrachen in dieser Saison als erste Mannschaft die Marke von 600 Punkten und stellten einen neuen Touchdown-Rekord auf. Die Broncos standen bereits 6 Mal im Super Bowl. Gewinnen konnten sie ihn zweimal, 1998 und 1999.

Ganz anders spielen die Seattle Seahawks. Das Team aus dem warmen Westküstenstaat Washington kann durchaus als Low-Budget-Mannschaft bezeichnet werden. Mit nur wenigen großen Namen kämpften sich die Seahawks aber mit einem brillianten Defensivsystem bis zum Super Bowl durch. Mit gerade einmal 231 Gegnerpunkten sind sie mit Abstand die beste Verteidigung der NFL. Für Seattle ist es erst die zweite Teilnahme am großen Finale. Im Jahr 2006 verloren sie im Super Bowl gegen die Pittsburgh Stealers mit 10:21.

Heiße Stimmung, kaltes Stadion, gewaltige Kulisse
Eigentlich findet der Super Bowl im kalten Februar meist in warmen Gebieten der USA statt. Und wenn das Finale einmal im kalten Norden oder Osten über die Bühne geht, dann in überdachten Stadien. Dieses Jahr ist beides nicht der Fall.

Die Fans und Spieler im MetLife Stadium in East Rutherford werden sich durch die sicherlich großartige Stimmung und warme Getränke aufheizen müssen. Das brandneue Stadion der New York Giants befindet sich vor den Toren New Yorks und bietet mit 82.500 Plätzen die drittgrößte Kapazität der NFL. Die große Kältewelle im Osten der USA ist zum Glück vorbei. Dennoch müssen Spieler und Fans mit Minusgraden rechnen, dafür ist die Chance auf Niederschlag nur gering.

Die Show in der Show
Die Halbzeit-Show beim Super Bowl wird wohl mit gleich viel Spannung erwartet wie das Spiel selbst. Die Auftritte der Künstler werden mit unglaublichem Aufwand und größter Geheimhaltung vorbereitet. Mit einem Auftritt in der Halbzeit steigen die Artisten in den Olymp der Popmusik auf.

Diese Ehre wurden unter anderem schon Michael Jackson, Tina Turner, Phil Collins, Bruce Springsteen, Madonna oder U2 zu Teil. In diesem Jahr treten Bruno Mars und die Rock-Legenden von Red Hot Chili Peppers auf. Wohl auf ewig in Erinnerung bleibt die Halftime-Show aus dem Jahr 2004, als Justin Timberlake eine Brust von Janet Jackson entblößt hat. Unabsichtlich, behaupten beide zumindest bis heute.

Der allmächtige Dollar und der amerikanische Nationalstolz
Neben Sport und Musik prägen zwei weitere Dinge den Super Bowl: Geld und Patriotismus. Das Spiel ist das meistgesehenste jährliche Sportereignis der Welt und zumindest in den USA immer das meistgesehene Fernsehprogramm des Jahres. Im Schnitt sehen 90 Millionen Amerikaner den Super Bowl. 2012 haben zu Spitzenzeiten sogar 167 Millionen Amerikaner zugesehen, der Marktanteil beträgt im Schnitt über 60 Prozent. Dementsprechend teuer sind auch die Werbeeinschaltungen beim Super Bowl. 3,5 Millionen Dollar kostet ein Spot in der Länge von 30 Sekunden.

Auch der bekanntlich ohnehin starke amerikanische Patriotismus wird im Super Bowl wie sonst nie ausgelebt. Während eine bekannte Musikerin, in diesem Jahr Queen Latifah, die Nationalhymne trällert, steht wohl das ganze Land auf und hält die rechte Hand zur Brust. Traditionell ist auch die Schaltung zu Soldaten in einem Kriegsgebiet. Honoriert wird diese zweifelhafte Werbung in Kriegssachen mit tosendem Applaus. Da ist es natürlich besonders peinlich, wenn man den Text der Hymne nicht so ganz im Kopf hat, wie es Christina Aguilera 2011 passiert ist.

VIDEO-SLIDESHOW: Die besten Super Bowl Werbungen

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