Staffelweltmeisterin Ryschowa empört: "Siegerkuss war kein politischer Protest"

Staffelweltmeisterin Ryschowa empört: "Siegerkuss war kein politischer Protest"

"Am Montag wurde ich von 20 Publikationen angerufen. Statt mir zur Goldmedaille zu gratulieren, wurde ich durch Fragen beleidigt", reagierte die laut Nachrichtenagentur ITAR-TASS vor Wut schäumende Ryschowa und stritt vehement ab, dies sei eine Geste gegen das Homosexuellen-Gesetz von Präsident Wladimir Putin gewesen.

"Ich und Julia Guschina sind mit Männern verheiratet, wir sind nicht in irgendeiner Art von Beziehung." Sie seien nach acht Jahren gemeinsamem Training "gute Freunde."

Beide hatten ihre 4x400-m-Staffel zum Sieg über die USA geführt, was Russland letztlich Platz eins im Medaillenspiegel der WM einbrachte. Danach hatten sich Guschina und Ryschowa auf dem Siegespodest deutlich sichtbar auf die Lippen geküsst. "Es war ein Sturm der Gefühle", sagte Ryschowa, "ob wir in diesem Moment die Lippen berührt haben, weiß ich nicht."

Viele Medien hatten die Szene auf dem Siegespodest als Protest gegen das neue Gesetz interpretiert, das seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe stellt. Das von Putin unterzeichnete Verdikt hatte international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen. Es wurden sogar Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 laut.

Öffentlich kritisiert hatte US-Mittelstreckenläufer Nick Symmonds die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland. Er widmete seine 800-m-Silbermedaille seinen schwulen und lesbischen Freunden. Einige Sportlerinnen lackierten ihre Fingernägel in den Farben des Regenbogens, Symbol der homosexuellen Bewegung. So die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro, die dafür später vom Weltverband IAAF gerügt wurde.

Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa hatte das Gesetz öffentlich befürwortet und dafür harsche Kritik einstecken müssen. Danach hatte sie in einem verbalen salto rückwärts erklärt, sie sei falsch verstanden worden und "gegen jede Diskriminierung von Homosexuellen."

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