So verarschte Sepp Blatter Cristiano Ronaldo

So verarschte Sepp Blatter Cristiano Ronaldo

Mit abfälligen Bemerkungen über Cristiano Ronaldo hat FIFA-Präsident Joseph S. Blatter den portugiesischen Superstar, dessen Klub Real Madrid und Portugals Fußballverband FPF gegen sich aufgebracht.

Der portugiesische Superstar selbst reagierte am Dienstag pikiert, nachdem sich bereits sein Klub Real Madrid in einem Beschwerdebrief an den Weltverband gewandt hatte. "Dieses Video zeigt den Respekt, den die FIFA mir, meinem Verein und meinem Land entgegenbringt. Das erklärt einiges", schrieb der 28-Jährige bei Twitter.

Blatter hatte sich am vergangenen Freitag bei einem Auftritt vor Studenten der Oxford University über Ronaldo lustig gemacht. Während Lionel Messi vom FC Barcelona "ein guter Junge" sei und auf dem Platz tanze, komme Ronaldo wie ein Feldherr daher, sagte Blatter und imitierte in einer slapstickartigen Einlage Ronaldos aus seiner Sicht roboterartigen Bewegungsstil.

Außerdem gebe Ronaldo mehr Geld für Friseurbesuche aus als Messi, lästerte der 77-Jährige. "Ich kann nicht sagen, wer der Beste ist. Ich mag beide, aber ich bevorzuge Messi", fügte Blatter an. Ronaldo, der in drei der vergangenen vier Saisons bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres jeweils Platz zwei hinter dem Argentinier belegt hatte, ließ seiner Verärgerung im Internet freien Lauf: "Ich wünsche Mr. Blatter ein gesundes und langes Leben mit der Gewissheit, dass er weiterhin Zeuge der Erfolge seiner Lieblingsmannschaften und -spieler wird." Mehr als 22 Millionen Fans folgen Ronaldo bei Twitter .

Blatter besitzt ziemlich genau 465.000 sogenannte Follower - Ronaldo gehört nicht zu ihnen. Dennoch wandte sich der FIFA-Boss am Dienstagabend beim Kurznachrichtendienst persönlich und versöhnlich an @cristiano, wie Ronaldo bei Twitter heißt. "Lieber Cristiano", schrieb Blatter, "ich entschuldige mich, sollte dich meine unbedachte Antwort bei einer privaten Veranstaltung am Freitag verärgert haben. Ich wollte dich niemals beleidigen".

Zuvor hatte Blatter nach einem Sturm der öffentlichen Entrüstung einen Brief an Real Madrid geschrieben, den der Klub auf seiner Homepage veröffentlichte: "Es war nie meine Absicht, Real Madrid, einen Spieler oder die Fans zu verärgern." An der Universität sei er aufgefordert worden, zwischen Messi und Ronaldo zu wählen: "In diesem Moment habe ich nur gesagt, dass Messi der Typ Traum-Schwiegersohn sei." Er wolle klarstellen, dass Ronaldo und Messi auf dem gleichen Level seien, "beide sind Ausnahmespieler - jeder auf seiner eigenen Art".

Real hatte in Blatters Worten "mangelnden Respekt" gegenüber Ronaldo gesehen, wie Trainer Carlo Ancelotti am Dienstag meinte. Real-Präsident Florentino Pérez habe bereits eine Entschuldigung eingefordert, sagte Ancelotti weiter. Auch der portugiesische Fußballverband FPF äußerte sein Unverständnis und forderte eine Erklärung. Ancelotti betonte, Ronaldo sei ein "sehr seriöser und professioneller Spieler". Außerdem bringe Ronaldo jedermann Respekt entgegen - anders als Blatter.

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