Segeln: Hagara/Steinacher zogen nachträglich von Neapel zurück

Segeln: Hagara/Steinacher zogen nachträglich von Neapel zurück

Wegen der illegalen Veränderungen der Oracle-Boote haben sich auch die österreichischen Segel-Doppelolympiasieger Roman Hagara/Hans Peter Steinacher nachträglich von den America's Cup World Series (ACWS) in Neapel zurückgezogen. In einem Schreiben informierten Hagara/Steinacher darüber am Rande des laufenden America's Cup in San Francisco Regatta-Direktor Ian Murray.

Hagara/Steinacher hatten im vergangenen April in einem von Oracle Team USA (OTUSA) geliehenen und gewarteten Doppelrumpfboot unter US-Flagge in Neapel an der letzten der insgesamt vier Vorbereitungs-Regatten auf den 34. America's Cup teilgenommen. Gesegelt wurden diese auf 45 Fuß langen (AC45) Katamaranen, die nun im Rahmen der Finalveranstaltung in Kalifornien auch für den erstmals ausgetragenen Jugend-America's-Cup (1.-4. September) verwendet werden. Hagara/Steinacher sind dafür als Direktoren tätig.

Die Boote waren laut Oracle ohne Wissen des Managements und der Skipper gewichtsmäßig verändert worden. Dies wurde nun bei der Vorbereitung der Boote auf den Youth-America's-Cup entdeckt. Oracle hat deshalb umgehend alle seit 2012 gewonnenen ACWS-Titel und Preisgelder ebenso zurückgegeben wie der britische Top-Segler Ben Ainslie, der die komplette Serie auf einem geborgten OTUSA-Boot gesegelt war.

Die Affäre ist unangenehm, ist doch OTUSA aktueller Titelverteidiger bei der neben Olympia und der Fußball-WM größten und prestigeträchtigsten Sport-Veranstaltung überhaupt. Dem Team des US-Milliardärs Larry Ellison droht womöglich eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens. Das Team Emirates New Zealand, wahrscheinlichster Oracle-Herausforderer, gab sich kritisch. "Es ist fast nicht zu glauben, dass so etwas auf dem Top-Level unseres Sports passiert ist", sagte Teammanager Grant Dalton.

Die seit dieser Woche in Kalifornien befindlichen Hagara/Steinacher reagierten jedenfalls sofort. "Nach der Entdeckung, dass die HS Racing nicht der Klassenregel entsprach, möchte HS Racing von Neapel zurückziehen", hieß es in einem Schreiben an Murray. "Als Skipper hatte ich kein Wissen darüber, dass das Boot nicht den Vermessungsregeln entsprach. Ich bin sehr enttäuscht von diesem Vorfall und werde alle weiteren Untersuchungen unterstützen", erklärte Steuermann Hagara.

Der Cup kommt damit aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem Ellison bei der Titelverteidigung auf die kostspieligen und über 90 km/h schnellen AC72-Riesenkatamarane mit Tragflügelsegel gesetzt hatte, waren mit New Zealand, Luna Rossa (Italien) und Artemis (Schweden) nur drei Herausforderer für den 34. America's Cup übrig geblieben. Bei einem Trainingsunfall der Artemis war im Mai Olympiasieger Andrew Simpson ums Leben gekommen. Deshalb mussten New Zealand und Luna Rossa viele Regatten der Herausforderer-Serie "Louis-Vuitton-Cup" solo segeln.

Mit dem am 17. August beginnenden Vuitton-Finale zwischen Luna Rossa und Favorit New Zealand, dem folgenden Youth-America's-Cup auf zehn baugleichen AC45-Booten mit den besten Nachwuchsseglern der Welt, steigt nun aber auch die Begeisterung in San Francisco. "Man spürt jetzt die Spannung. Die Fans kommen, in der Stadt ist richtig Stimmung", berichtete Hagara aus San Francisco.

Er und Steinacher werden auch als Co-Kommentaren im Fernsehen fungieren. Servus-TV überträgt ab 17. August bis zum Ende der am 7. September beginnenden Titelverteidigung von Oracle alle Regatten live. Hagara erwartet viel Spannung. "Oracle ist nicht der so klare Favorit, als den ihn viele sehen."

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