Sebastian Vettel will keine großen Töne spucken

Sebastian Vettel will keine großen Töne spucken

Sebastian Vettels Titelrechnung wird seinen ärgsten WM-Rivalen so gar nicht schmecken. "Man muss kein Genie sein, um herauszufinden, dass wenn man vor allen anderen ist, auch mehr Punkte mitnimmt als der Rest", meinte der deutsche Red-Bull-Star nach seinem Sieg im Belgien-Grand-Prix unmissverständlich.

Sein bescheidenes Motto ist klar: Mit Bedacht und ohne großes Tönen zum vierten WM-Titel in der Formel. "Jeder sollte mittlerweile wissen, dass ich die Art von Typ bin, der einen Schritt nach dem anderen macht", unterstrich Vettel seine Titel-Arithmetik.

Auf dem Weg zum historischen vierten WM-Triumph in Serie, mit dem er sich weiter der Formel-1-Rekordmarke seines Landsmannes Michael Schumacher nähert, ist der 26-Jährige in einer angenehmen Situation. Gegenüber dem WM-Dritten Lewis Hamilton zum Beispiel würden bis zum Saisonende schon ausschließlich zweite Plätze reichen, um erneut Weltmeister zu werden. Aber Vettel will im vermeintlichen Dreikampf mit dem Mercedes-Piloten und Ferrari-Ass Fernando Alonso auf Nummer sicher gehen.

Formel fad

So wie in Spa-Francorchamps, als er die Konkurrenz mit einer unglaublich überlegenen Fahrt regelrecht demütigte und womöglich einen Vorgeschmack auf den Rest der Saison gab: Die "Formel fad". "Nach und nach killt Vettel die gesamte Spannung", befürchtete am Tag nach der Demonstrationsfahrt bereits die französische Sportzeitung "L'Equipe".

Seine drei schärfsten Rivalen Alonso, Hamilton und Kimi Räikkönen können nur hinterherhecheln. Immerhin kürte das spanische Sportblatt "As" das Führungstriumvirat zu den besten drei Fahrern. "Sie prägen eine Epoche in der Geschichte der Formel 1, die unvergessen bleiben wird."

Der "erschreckende Vettel" ("La Gazzetta dello Sport") hat aber schon 46 Zähler Vorsprung auf Ferrari-Star Alonso, dem Zweiten von Belgien. Üppige 58 Punkte muss der britische Mercedes-Pilot Hamilton auf den Dominator aufholen. Und für Lotus-Mann Räikkönen sind es nach seinem Ausfall auf der Ardennen-Achterbahn sogar 63.

Was bleibt, ist die Hoffnung. Auf eine eigene und vor allem anhaltende Hoch- und Siegphase, wie sie aber keiner der drei Verfolger in dieser Saison bisher hatte. Und auf ein Tief, das Vettels Vorsprung schrumpfen lässt. Damit einer aus dem spanisch-englisch-finnischen Trio den Deutschen noch abfangen kann, muss wohl beides zusammenkommen.

"Ohne Zweifel wird das sehr, sehr hart. Er hat schon so lange ein phänomenales Auto, und es ist immer noch phänomenal schnell", betonte Hamilton. Der 28-Jährige weiß: "Wir kommen immer mehr zu dem Punkt, an dem wir immer vor ihm landen müssen." Selbst das würde Hamilton nicht reichen. Gewinnt er alle ausstehenden acht Rennen, kassiert er 200 Punkte. Wird Vettel jedes Mal Zweiter, streicht der Hesse 144 Zähler ein. Hamilton würde 56 Punkte wettmachen - zu wenig, bei aktuell 58 Punkten Rückstand.

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