Red Bull Salzburg muss sich gegen Fenerbahce geschlagen geben

Red Bull Salzburg muss sich gegen Fenerbahce geschlagen geben

Österreichs Vizemeister Red Bull Salzburg verlor am Dienstagabend das Rückspiel der dritten Quali-Runde bei Fenerbahce Istanbul 1:3 (1:3).

Der Spanier Jonatan Soriano hatte die frühe Führung für die "Bullen" erzielt. Doch Treffer von Raul Meireles (8.), Moussa Sow (17.) und Pierre Webo (34.) sorgten für die schnelle Wende zugunsten des türkischen Vizemeisters, der am vergangenen Mittwoch im Hinspiel ein 1:1 erreicht hatte und mit dem Gesamtscore von 4:2 aufstieg.

Fenerbahce darf damit weiter von der Champions League träumen, sofern der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne die von der UEFA ausgesprochene zweijährige Sperre am 28. August endgültig aufheben sollte. Mit dieser Sanktion, die vom CAS vorläufig nur ausgesetzt worden ist, wurde der Europa-League-Halbfinalist der abgelaufenen Saison nachträglich für die Verwicklung in den nationalen Manipulationsskandal 2010/11 bestraft.

Sollte dieses Urteil allerdings bestätigt werden, droht ein noch nie da gewesenes Chaos-Szenario, da Fenerbahce damit gar nicht erst in der dritten Quali-Runde hätte antreten dürfen. Wie auch immer, Salzburg muss nun ins Europa-League-Play-off umsteigen, das am Freitag in Nyon ausgelost wird. Österreichs Vizemeister ist in dieser letzten Runde vor der Gruppenphase gesetzt, Spieltermine sind der 22. und 29. August.

Die Gäste aus der Mozartstadt erwischten vor rund 45.000 Zuschauern einen Traumstart in die Partie und durften bereits nach etwas mehr als drei Minuten jubeln. Ulmer bediente nach einem Vorstoß Kampl ideal per Lochpass - und der slowenische Teamspieler legte per Querpass perfekt auf für den in der Mitte lauernden Kapitän Soriano, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Allerdings übersah der Schiedsrichter dabei ein klares Foul-Spiel von Alan, der einen Fenerbahce-Gegenspieler im Strafraum niederstieß und damit die Bahn für seinen Angriffskollegen freimachte.

Die Freude über die frühe Führung währte aber nur kurz, denn lediglich vier Minuten später hieß es bereits 1:1. Nachdem Ulmer den Ball nicht aus der Gefahrenzone gebracht hatte, knallte der Portugiese Meireles nach einem Kuyt-Kopfball-Zuspiel den Ball aus 20 Metern volley in die Maschen. Kuyt lieferte nach Webo-Pass auch die Vorlage für den zweiten Treffer durch den Senegalesen Sow (17.).

Danach kontrollierte Fenerbahce die Partie, erst ein Soriano-Schlenzer, der von Meireles in höchster Not vor Alan über die Latte geköpfelt wurde, sorgte wieder für Gefahr auf der Gegenseite (32.). Praktisch im Gegenstoß erzielte der Kameruner Webo nach Sow-Assist gegen die im Gegensatz zum Hinspiel diesmal total überforderte Bullen-Abwehr, der zahlreiche leichtsinnige Abspielfehler unterliefen, das 3:1. Damit war die Vorentscheidung gefallen.

Auch weil Salzburg mit seinen Topchancen ähnlich fahrlässig wie im Hinspiel umging. So ließen etwa in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Alan, der nach Topal-Schnitzer an Tormann Volkan Demirel scheiterte, und Meilinger - Topal machte seinen Fehler wieder gut und rettete vor der Linie - Sitzer auf den Anschlusstreffer aus (beide 45.+2).

Nach dem Wechsel bemühte sich die Gastmannschaft, das Spiel zu machen, weil Fenerbahce deutlich zurückschaltete und ganz auf Ergebnisverwaltung bedacht war. Topchancen waren trotzdem Mangelware, weil der letzte Pass zumeist nicht ankam. Und falls doch, dann fehlte wieder die Klasse im Abschluss, etwa als Soriano aus kurzer Distanz genau in die Mitte zielte und im Tormann seinen Meister fand (76.). Oder als Hierländer nach perfektem Mane-Querpass Kadlec anschoss (86.) bzw. Hinteregger einen Kopfball ebenfalls aus kürzester Distanz Zentimeter an der Stange vorbei setzte (90.).

Doch auch nach der Pause brachten sich die "Bullen" weiterhin durch unnötige Ballverluste wiederholt in Gefahr. Im Gegensatz zu Hälfte eins wurden sie dafür in den zweiten 45 Minuten nicht mit Gegentoren bestraft.

Erste Reaktionen

Andreas Ulmer (Salzburg-Spieler): "Wir hätten nicht besser starten können, als mit 1:0 in Führung zu gehen. Aber drei Gegentore sind zu viel. Trotzdem hätten wir den Ausgleich machen und den Aufstieg schaffen können, aber wir haben wie im ersten Spiel unsere Chancen nicht genützt. Es ist sehr, sehr bitter für uns, die Enttäuschung ist bei jedem von uns zu sehen."

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Es ist ein Wahnsinn, dass wir nach diesem Spiel nicht als Sieger vom Platz gehen und unsere ganze Überlegenheit und unser gutes Spiel sich nicht im Ergebnis ausdrückt. Man kann uns nicht absprechen, dass wir nicht alles versucht und eine Großzahl an Torchancen herausgearbeitet haben. Leider hat uns auch das letzte Quäntchen Glück gefehlt."

Ersun Yanal (Fenerbahce-Trainer): "Der Gegner hat es uns am Anfang nicht leicht gemacht und nicht schlecht gespielt. Salzburg ist eine gute Mannschaft, die ein hohes Spieltempo aufweist. Es war nicht einfach, aber die bessere Mannschaft hat sich durchgesetzt. Ich bin froh, dass wir aufgestiegen sind, wir werden immer besser."

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