Rapid nach Pleite gegen Thun: "Offensiv war es gar nichts, defensiv auch nicht"

Die Vorstellung der Wiener beim 0:1 beim Schweizer Tabellensechsten FC Thun war erschreckend schwach. Der erstmalige Aufstieg ins Sechzehntelfinale des Bewerbs im vierten Anlauf ist damit gleich zum Auftakt in die Ferne gerückt.

Rapid nach Pleite gegen Thun: "Offensiv war es gar nichts, defensiv auch nicht"

"Offensiv war es gar nichts, defensiv auch nicht", sprach Christopher Trimmel Klartext. Eine Erklärung für die magere Leistung hatte der nach der Auswechslung von Steffen Hofmann als Kapitän fungierende Rechtsverteidiger nicht. Fakt sei aber eines. "Jeder Spieler hat ein paar Prozent zu wenig gegeben, dann schaut das so aus, das reicht international nicht", sagte der Burgenländer.

Auch Hofmann, der ausgerechnet in seinem 50. Europacup-Spiel, mit dem er zum alleinigen Rapid-Rekordspieler aufstieg, ein Schatten seiner selbst war, war ratlos. "Das war nichts. Wir haben genauso gespielt, wie Thun es wollte", analysierte der Mittelfeldroutinier.

Die Hütteldorfer waren überrascht, dass die Schweizer ihnen den Spielaufbau überließen, sich zurückzogen. In den ersten Minuten kontrollierten sie zwar noch die Partie, ließen den Ball laufen, danach riss aber schnell völlig der Faden. "Wir haben gewusst, dass Thun gut organisiert stehen wird und schnell umschaltet. Wir haben aber genau das nicht gemacht, was wir uns vorgenommen hatten und den Gegner zu seinem Spiel eingeladen", ärgerte sich Rapid-Trainer Zoran Barisic vor allem über die ersten 45 Minuten.

Seiner Truppe fehlte auf dem Kunstrasen in der mit etwas mehr als 7.000 Zuschauer besuchten Arena Thun die nötige Ballsicherheit, sie war zudem in der Defensive immer wieder anfällig. Das Spiel nach vorne klappte gar nicht, in der Spitze konnten die Bälle nicht gesichert werden, so kam es auch wenig überraschend vor der Pause zu keiner einzigen guten Torchance.

"Wir haben nicht in unseren Rhythmus gefunden und es nicht geschafft, bis zum gegnerischen Tor durchzukombinieren“, war sich Barisic bewusst. Und Sportdirektor Helmut Schulte ergänzte: "Wir haben es nicht geschafft, dass wir so nach vorne spielen, dass wir den Gegner beeindrucken können."

Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Wiener etwas steigern, einem Torerfolg kamen sie aber erst in den Schlussminuten nahe. "In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel besser im Griff gehabt. Man hat aber nur teilweise gesehen, dass wir auch Fußball spielen können", sagte Barisic. Mit etwas Glück wäre vielleicht ein Unentschieden möglich gewesen. "Der Sieg von Thun ist aber völlig verdient", betonte Rapids Chefcoach nach seiner missglückten Europa-League-Premiere als Trainer.

Das ist besonders bitter, da sich der Verein mit dem zweitkleinsten Ligabudget in der Schweiz nicht als Übermannschaft präsentierte und der vermeintlich leichteste Gegner in der Gruppe ist. Im nächsten Heimspiel gegen Dynamo Kiew stehen die Rapidler jetzt schon unter Druck, genauso wie der Dragovic-Club, der Genk 0:1 unterlag.

"Es ist noch nichts verloren, die Chance lebt weiter", blieb Trimmel optimistisch. So wie auch sein Trainer. "Ich denke weiter positiv. Es ist noch alles offen, es sind noch fünf Spiele ausständig." Das 0:1 wollte Barisic auch nicht als Rückschritt bezeichnen. "Es war einfach eine Niederlage. So ein Spiel gehört dazu und ist für den Lernprozess wichtig", meinte der Wiener.

Wichtig sei es, sich jetzt schnell wieder auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. "Gegen Ried müssen wir wieder psychisch und physisch bereit sein", sagte Barisic im Hinblick auf die Bundesliga-Heimpartie am Sonntag gegen die Innviertler.

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