Pasching will auch gegen Estoril weiterkommen

Pasching will auch gegen Estoril weiterkommen

Die Ausgangslage kommt den Oberösterreichern freilich nur allzu bekannt vor. Auch gegen Rapid, Salzburg und die Austria fand man sich in der Vorsaison in der Rolle des Underdogs wieder - nur um schließlich doch im ÖFB-Cup zu triumphieren. Auch in Estoril sollen alte Tugenden zum Tragen kommen. Trainer Gerald Baumgartner beschwört "viel Herz und Leidenschaft".

Ein Blick in die Statistik müsste den einstigen Erstligist Pasching das Fürchten lehren. In K.o.-Duellen mit österreichischen Vereinen steht es 8:2 für Portugal, insgesamt gab es in 24 Partien bei 15 Niederlagen und 6 Remis nur 3 Siege. Das Torverhältnis beträgt entsprechend 21:54. Ein Auswärtssieg für ein rot-weiß-rotes Team wäre überhaupt eine Premiere.

Seit der abgelaufenen Saison gilt Pasching, das dank finanzieller Rückendeckung von Red Bull seit 2012 wieder als Titelkandidat der Regionalliga Mitte firmiert, freilich als echter Riesentöter. Der Trainer kann auf einen fast unveränderten Kader um Cup-Final-Held Daniel Sobkova und Kapitän Davorin Kablar zurückgreifen, einziger namhafter Abgang ist Stürmer Ivan Kovacec, der zum Partnerclub Liefering ging.

Für den "Dorfverein" von der Linzer Peripherie ist es nicht der erste internationale Auftritt. 2004 und 2005 wurde jeweils Zenit St. Petersburg in der zweiten UEFA-Cup-Quali-Runde zur unüberwindbaren Hürde, 2006 scheiterte man in der ersten UEFA-Cup-Runde an Livorno. Einziger Sieg ist bisher das 3:1 gegen Zenit im August 2004.

Die große Chance auf den Einzug in die EL-Gruppenphase dürfte freilich auch an den Spielern nicht spurlos vorübergegangen sein. Trotz aller Routine. "Durch die erhöhte Medienaufmerksamkeit ist das sicher im Hinterkopf", räumte Baumgartner angesichts des holprigen Starts in die Liga mit sieben Punkten aus vier Spielen ein. "Wir waren hinten ein bisschen zu nachlässig, mit dem 3:0 gegen die Kapfenberger Amateure sind wir aber wieder in die Spur zurückgekehrt", erklärte der 48-Jährige.

Spannend wird auch sein, wie seine Truppe den Kontrast zwischen Amateurkick und Topniveau verkraftet, zumal mit Estoril ein international zwar unbekannter, aber doch starker Gegner wartet. In der dritten EL-Quali-Runde setzte sich die brasilianisch-portugiesische Truppe gegen Hapoel Ramat Gan (ISR) durch und startete am Wochenende mit einem 3:1 gegen Funchal in die nationale Liga. "Man kennt die Stärke der Liga, da wird technisch sehr guter Fußball gespielt", meinte Baumgartner, der Co-Trainer Martin Hiden auf Spionagereise nach Portugal schickte.

"Sie spielen aus einer eng stehenden Abwehr und versuchen mit drei sehr offensiv ausgerichteten Stürmern, die den Ball gut halten können, ihr Glück", sagte Baumgartner, der bei seiner Elf im Vergleich zur Meisterschaft keine großen Änderungen vornehmen will. "Wenn du sie anpresst, agieren sie mit hohen Bällen, und die drei vorne sind auch groß und robust."

So oder so: "Ich hoffe, wir können möglichst lange ein 0:0 halten. Wir sind klarer Außenseiter, wollen aber unbedingt weiterkommen." Klar sei allerdings auch, dass für den Aufstieg sämtliche Reserven ausgeschöpft werden müssen: "Wir brauchen zwei sehr gute Tage."

Eine Herausforderung ist das Duell mit Estoril auch auf organisatorischer Ebene. Die eigenen Kapazitäten sind ausgeschöpft, teilweise wurde Personal zugekauft, um die Anforderungen gerade im Presse- und Medienbereich zu erfüllen. Die Übersiedlung ins Linzer Stadion auf der Gugl für das Rückspiel am Donnerstag kommender Woche stellte die Verantwortlichen für zusätzliche ungewohnte Aufgaben. Um im heimischen Waldstadion zu kicken, wären zu viel Änderungen nötig geworden.

Für Geschäftsführer Norbert Schnöll, früher lange Jahre Sportlicher Leiter bei Anif, ist die Partie aus Vereinssicht "von großer Bedeutung, weil wir auch für den Nachwuchs ein Aushängeschild sein wollen". Dank der in der Gruppenphase möglichen Einnahmen - alleine das Antrittsgeld beträgt 1,3 Millionen Euro - könne man dann "weitere Projekte, gerade im Jugendbereich" in Angriff nehmen.

Mögliche Aufstellungen

Estoril: Vagner - Anderson, Tavares, Miguel, Babanco - Evandro, Goncalo - Goncalves, Carlitos, Joao Pedro - Leal

Pasching: Berger - Kerschbaumer, Grasegger, Kablar, Prettenthaler - Perchtold, Hamdemir - Schobesberger, Sobkova, Blutsch - Casanova

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