Optimismus in Salzburg: "Fenerbahce ist zu biegen, wir glauben fest daran"

Optimismus in Salzburg: "Fenerbahce ist zu biegen, wir glauben fest daran"

Red Bull Salzburg darf vor dem Drittrunden-Qualifikations-Rückspiel zur Champions League am Dienstag (20.45 Uhr MESZ) beim türkischen Vizemeister und Favoriten Fenerbahce Istanbul aber weiter vom Einzug ins Play-off und in weiterer Folge in die "Millionenliga" träumen.

Die Ausgangsposition nach dem 1:1 im Hinspiel ist nicht ideal, aber auch nicht hoffnungslos. Die Kicker traten die Reise an den Bosporus am Montag nach einem Vormittagstraining in Salzburg mit viel Optimismus im Gepäck an.

Die Erinnerung das Hinspiel in der ausverkauften Salzburger EM-Arena ist noch frisch. Die Salzburger zeigten in Teil eins des Duells mit den Türken eine erfrischende Vorstellung mit gutem Offensivfußball, nur die fehlende Effizienz sowie ein bitteres Handspiel von Andreas Ulmer im Strafraum in der Nachspielzeit und der folgende Elfmetertreffer von Cristian verhinderten einen gerechtfertigten Heimsieg.

"Dass wir gegen Istanbul die bessere Mannschaft sein können, hat man gesehen. Wir brennen alle darauf, um unsere Chance zu kämpfen, dort in die nächste Runde einzuziehen", sagte Salzburgs Trainer Roger Schmidt. An der Ausgangsposition habe sich nichts geändert. "Es wird eine sehr schwierige Aufgabe, aber wir sind hoch motiviert", ergänzte Schmidt. Seine Truppe müsse daher alles raushauen, was sie habe. "Es wird natürlich ein ganz anderes Spiel als gegen Innsbruck, aber es wird auch dort darum gehen, die zweiten Bälle zu gewinnen", meinte der Deutsche. Und die Salzburger müssen die Chancen, die sich bieten, auch nützen. "Ich hoffe, dass wir uns das ein oder andere Tor für Dienstag aufgehoben haben."

Innsbruck war keine Generalprobe

Das 1:1-Remis in der Meisterschaft bei Wacker Innsbruck am Samstag kann aber nicht nur aufgrund des Klasseunterschieds der Tiroler und der Türken nicht als echte Generalprobe gewertet werden, hatte Schmidt doch im Hinblick auf das Dienstagspiel kräftig rotiert. Stützen wie Kevin Kampl oder Sadio Mane kamen etwa nur zu Kurzeinsätzen, sie können daher ziemlich ausgeruht ins wichtige Auswärtsspiel gehen.

Das gilt auch für den Brasilianer Alan, der zuletzt angeschlagen war, aber spielen dürfte. Der Einsatz des angeschlagenen Christian Schwegler ist fraglich, Havard Nielsen fällt mit einer Schultereckgelenksverletzung fix aus. Zu rechnen ist, dass Schmidt - sofern alle Spieler fit sind - auf genau jene Truppe wie im Hinspiel setzt.

Die Spieler brennen jedenfalls auf ihren Einsatz im 50.000 Zuschauer fassenden Istanbuler Hexenkessel Sükrü-Saracoglu-Stadion. "Wir freuen uns auf das Spiel, das sind die Highlights. Wir müssen das Herz in die Hand nehmen und bis zum Ende Vollgas geben", sagte der Slowene Kampl. Und ein überaus optimistischer Martin Hinteregger ergänzte: "Wir fliegen mit einem Supergefühl nach Istanbul. Wir haben gegen sie eine Super-Partie gespielt und können so eine Leistung noch einmal abrufen. Fenerbahce ist sicher zum Biegen, wir glauben alle fest daran." Auf ihn und seinen Innenverteidiger-Kollegen Ramalho wird viel Arbeit zukommen, daher viel abhängen im Kampf um den finanziell lukrativen Aufstieg. Dieser würde immerhin schon einen Fixplatz in der Europa-League-Gruppenphase mit sich bringen.

Vor der großen Kulisse und den stimmgewaltigen türkischen Anhängern haben die "Bullen" jedenfalls keine Angst. "Die Fans können einen eher beflügeln, es macht Spaß vor so vielen Zuschauern zu spielen", blickte Andreas Ulmer gelassen in Richtung Istanbul. Ein Tor müssen die Salzburger auf jeden Fall schießen, da bei einem torlosen Remis die Auswärtstorregel für Fenerbahce sprechen würde. Jedes Remis ab 2:2 würde hingegen Salzburgs Weiterkommen sichern.

Vorsichtig optimistisch war deshalb auch Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick. "Die Chancen stehen 55:45 für Istanbul, nicht mehr", meinte der Deutsche. "Wir wollen weiterkommen und dafür sorgen, dass es im Stadion nach dem Spiel mucksmäuschenstill ist."

Fenerbahce äußerst siegessicher

Fenerbahce Istanbul hat im Rückspiel der Drittrunden-Qualifikation zur Champions League gegen Red Bull Salzburg jedoch die Trümpfe in der Hand. Im heimischen Sükrü-Saracoglu-Stadion genügt schon ein torloses Remis zum Weiterkommen. "Wir werden die nächste Runde erreichen", ist sich Mittelfeldspieler Cristian daher sicher.

Der 30-jährige Brasilianer hatte im Hinspiel mit seinem verwandelten Handselfmeter die Türken wieder auf Kurs in Richtung Play-off gebracht, er setzt am Dienstag auch auf die Unterstützung der fanatischen Fans der "Kanarienvögel". "Unsere Anhänger sind ein großer Trumpf", ist sich der Offensivspieler bewusst. Mit den Schlachtgesängen im Rücken werde sich seine Truppe von einer besseren Seite wie in der Mozartstadt präsentieren. "Ich glaube, dass wir zu Hause von Beginn an anders auftreten werden."

Sollten die Türken wirklich von Beginn an offensiver agieren, werden sich sicher Räume für die Salzburger ergeben. In Salzburg hatte der Topclub noch lange Zeit große Probleme gehabt und erst in der Schlussviertelstunde sein wahres Gesicht und großes Offensivpotenzial gezeigt. Brandgefährlich war dabei der Senegalese Moussa Sow, der im Rückspiel mehr Einsatzminuten bekommen könnte. "Es wird auch im Rückspiel nicht leicht, aber es war wichtig, dass wir auswärts ein Tor geschossen haben", sagte der 27-jährige Stürmer zur Ausgangslage.

Das Auswärtstor könnte am Ende der große Trumpf der noch mitten in der Vorbereitung steckenden Mannschaft von Coach Ersun Yanal sein, die sich nach einer weiteren gemeinsamen Woche schon als eingespieltere Mannschaft präsentieren könnte. "Salzburg spielt mit System und diszipliniert, aber wir sind auch stark und erfahren. Ich bin mir sicher, dass wir unser Ziel erreichen", sagte der Fenerbahce-Trainer. Der angeschlagen gewesene Raul Meireles wird wohl fit sein.

Die Türken sind nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus finanzieller Sicht noch deutlich über dem heimischen Vizemeister und Tabellenführer anzusiedeln. Das wird etwa an den aktuellen Transfergerüchten deutlich. Demnach hat der 18-fache türkische Meister die Angel nach Paraguay-Teamstürmer Oscar Cardozo von Benfica Lissabon (Marktwert 17 Millionen Euro/transfermarkt.at) sowie Nigeria-Teamspieler Emmanuel Emenike von Spartak Moskau (12 Mio.) ausgeworfen.

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