Österreichische Liga: Salzburg plötzlich unter Druck

Österreichische Liga: Salzburg plötzlich unter Druck

Rapid, Austria, Admira und Grödig durften sich am Wochenende freuen. "Fix-Absteiger" Admira hat noch eine Chance, "Fix-Meister" Salzburg beginnt zu zittern.

Salzburg-Trainer Roger Schmidt sagte nach der Niederlage gegen Rapid: "Es war ein sehr intensives Spiel, indem wir unsere fußballerische Linie nicht so gefunden haben." Im Schlager zwischen Rapid und Salzburg hatte es am Sonntagabend einen verdienten 2:1-(1:1)-Heimsieg der Hütteldorfer gegeben. Alan brachte die Gäste zwar in Front (18.), Christopher Trimmel (30.) und Marcel Sabitzer (74.) sorgten aber für die grün-weiße Wende. Tabellenführer Salzburg liegt damit nach der 16. Runde nur noch sieben Punkte vor Rapid. Das Spitzenspiel entwickelte sich trotz nasskaltem Wetter von Beginn weg zu einer sehr offensiv geführten und packenden Partie. Die Salzburger, die ohne Kampl (angeschlagen) auskommen mussten, hatten in der Anfangsphase die besseren Momente und gingen nach einem Ballverlust von Behrendt im Mittelfeld mit einer blitzschnellen Gegenpressing-Aktion in Führung: Via Leitgeb, Svento und Schwegler kam der Ball in die Mitte zum von der Rapid-Verteidigung sträflich vernachlässigten Torjäger Alan, der aus kurzer Distanz sein elftes Saisontor erzielte (18.).

Hütteldorfer Offensive

Durch diesen Gegentreffer waren die Hütteldorfer zu noch mehr Offensive gezwungen und kamen zu Topchancen: Zunächste scheiterte Petsos an Salzburg-Schlussmann Gulacsi (24.), der wenig später einen Petsos-Freistoß nicht bändigen konnte, aber Sonnleitner vergab die Abstauber-Möglichkeit (28.). Doch im dritten Anlauf durften die Rapidler jubeln: Petsos zirkelte einen Freistoß perfekt an der Mauer vorbei - und Trimmel versenkte am Fünfereck lauernd den Ball mit dem Kopf im Fallen im kurzen Eck (30.). Auch nach dem Ausgleich machten die Hausherren weiter das Spiel, Schaub agierte aber nach Petsos-Vorarbeit beim Abschluss zu zögerlich und vergab den Sitzer (37.). Die erste nennenswerte Aktion der Salzburger nach dem Alan-Tor war ein Svento-Vorstoß kurz nach der Pause, doch der Slowake schoss an der Außenstange vorbei (49.).´Danach war wieder Rapid am Drücker, doch Boyd scheiterte nach Idealpass von Schaub im 1:1-Duell an Gulacsi (60.). Auf der Gegenseite parierte Novota eine Mane-Chance (66.). Die Entscheidung brachte schließlich ein Gulacsi-Schnitzer: Nach Vorarbeit von Petsos und Burgstaller wollte Sabitzer eigentlich wuchtig zu Boyd spielen, doch seine Schussflanke rutschte dem Bullen-Goalie zwischen die Beine ins eigene Tor (74.). In der 95. Minute landete der Ball nach einem Salzburg-Corner noch am Lattenkreuz des Gehäuses von Novota, der kurz zuvor einen Teigl-Schuss über die Latte gedreht hatte (94.).

Sieg für neuen Präsidenten

Damit bescherten die Rapidler ihrem neuen Präsidenten Michael Krammer zum Amtsantritt gleich einen Sieg in einem Schlüsselspiel, nachdem sie schon einen Punkt im ersten Saisonduell in Salzburg (1:1) erreicht hatten, und behaupteten Rang zwei. Für die Salzburger setzte es dagegen nach dem 1:3 bei der Admira gleich die zweite Saisonniederlage en suite, nachdem sie zuvor 33 Meisterschaftsspiele ungeschlagen geblieben waren.

Austria Wien holt auf

Meister Austria ist in der Fußball-Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Mit einem 5:0 (3:0) bei Wacker Innsbruck feierten die Violetten am Samstag den dritten Sieg in Serie und schossen sich damit für den nächsten Auftritt in der Champions League warm. Gegner FC Porto wird es der Austria am Dienstagabend aber deutlich schwerer machen, als die defensiv sorglos agierenden Tiroler. Philipp Hosiner (20., 40., 73.) mit seinen Saisontoren sechs bis acht, Thomas Murg (27.) und Markus Suttner (55.) trafen für die Wiener. Die Austria steht damit erstmals seit der 1. Runde auf dem zweiten Tabellenplatz. Wacker verlor hingegen weiter Boden auf die Admira. Trotz ihres Acht-Punkte-Abzugs verkürzte das Schlusslicht den Rückstand auf den Neunten auf sechs Zähler.

Austria-Trainer Nenad Bjelica setzte in Tirol auf Roman Kienast als hängende Spitze hinter Philipp Hosiner. Sein Gegenüber Roland Kirchler gab dem beim 4:0 gegen Wr. Neustadt doppelt erfolgreichen Alexander Gründler erneut den Vorzug vor Roman Wallner. Dazu gab der zuletzt verletzte Miroslav Milosevic im Mittelfeld sein Comeback bei den Tirolern, Stammtorhüter Szabolcs Safar fehlte aufgrund seiner Rückenblessur hingegen weiter. Beide Teams schenkten sich vor 4.225 Zuschauern im Tivoli von Beginn an wenig. Wacker strahlte dabei zunächst etwas mehr Elan aus und attackierte die Gäste früh. Die spielerische Note war hüben wie drüben in der ersten Viertelstunde aber kaum vorhanden. Viele Fehlpässe prägten die Partie. Die Austria kam mit dem ersten Schuss auf das Innsbrucker Tor aber zur Führung. Nach einem weiten Zuspiel von James Holland entwischte Hosiner der schläfrigen Hintermannschaft der Hausherren und bezwang Safar-Ersatzmann Wolfgang Schober. Fast unmittelbar hätte Wacker bei einer Doppelchance von Alexander Hauser und Christian Schilling (23.) zurückgeschlagen, nur vier Minuten später fingen sich die Tiroler jedoch den nächsten Gegentreffer ein.

Über Kienast und Hosiner kam der Ball zu Murg, der platziert ins lange Eck abschloss. Der seit kurzem 19-Jährige war zwei Wochen nach seinem Liga-Premierentor gegen den WAC damit erneut zur Stelle. Dem nicht genug, offenbarte die Wacker-Defensive fünf Minuten vor der Pause erneut Schwächen: Nach Pass von Murg bediente Kienast im Fallen Hosiner, der keine Probleme hatte. Ein regulärer Treffer von Daniel Royer wurde wegen Abseits noch dazu nicht anerkannt (44.).

Die Austria zeigte jedenfalls die von Bjelica stets geforderte Effizienz, auch wenn Royer (47.) und Kienast (54.) bei zunehmend stärker einsetzendem Schneeregen Riesenchancen ausließen. Der aufgerückte Suttner besorgte mit einem strammen, aber nicht unhaltbar scheinenden Schuss dann doch den vierten Austria-Treffer. Hosiner vollendete nach Royer-Flanke schließlich seinen Triple-Pack. Wacker versuchte zwar, das Ehrentor zu erzwingen, Torhüter Heinz Lindner ließ sich aber nicht überwinden. Den Innsbruckern gelang damit zum siebenten Mal in den letzten acht Partien kein Treffer gegen die Austria. Im eigenen Stadion gab es zuletzt Ende Oktober 2007 einen Heimsieg, seitdem holte die Austria im Tivoli in acht Spielen 22 von 24 Zähler.

Auch Admira im Aufwind

Die Admira hat sich noch lange nicht aufgegeben. Im ersten Bundesliga-Spiel nach der Bestätigung des Acht-Punkte-Abzugs erreichten die Niederösterreicher in der 16. Runde ein hoch verdientes 2:2-(1:1)-Auswärtsremis gegen die SV Ried. Die Treffer erzielten Oliver Kragl (42.) und Robert Zulj (81.) bzw. Rene Schicker (7.) und Thorsten Schick (61.).

Die Admiraner haben in den jüngsten vier Partien nur einmal verloren, der Rückstand auf den Vorletzten Wacker Innsbruck beträgt "nur" noch sechs Zähler. Gegen die Rieder sind sie allerdings weiterhin seit 29. Mai 2003 bzw. 14 Begegnungen ohne Sieg. Zehn Tage nach dem ernüchternden Urteil des Protestkomitees begann die Admira couragiert und ging früh in Führung. Nach Pass von Stefan Schwab auf Rene Schicker schloss der Admira-Stürmer kaltschnäuzig zum 1:0 ab (7.). Für Schicker, der allerdings in abseitsverdächtiger Position stand, war es der vierte Treffer in den jüngsten drei Partien. Die Admira blieb am Drücker und fand innerhalb weniger Minuten eine Vielzahl an Möglichkeiten vor, die besten vergaben Schick (14.), Schicker (19.) und Schwab (26.). Die Rieder hatten Glück, dass die Admira nicht früh vorentscheidend davonzog.

Und für die Admira rächte sich die schwache Chancenauswertung noch vor der Pause. Denn den Riedern, die an diesem Abend viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau boten, genügte eine kurze Drangphase, um auszugleichen. Kragl bezwang Admira-Goalie Manuel Kuttin aus halblinker Position mit einem leicht abgefälschten Schuss zum schmeichelhaften 1:1 (42.). Doch die Admira ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und spielte auch nach dem Seitenwechsel frisch drauf los. Schick näherte sich seinem Treffer langsam an, verfehlte zunächst knapp das Tor (54.) und traf dann per Weitschuss die Latte (59.). Nach Pass von Rene Schicker stellte Schick dann im dritten Anlauf auf 2:1 (61.). Trotz der verdienten Admira-Führung "roch" es auch beim zweiten Admira-Treffer nach Abseits. Doch Ried kam noch einmal zurück. Rene Gartler (61.) und Kragl (68.) vergaben noch, doch ein direkter Zulj-Freistoß bedeutete das 2:2 (81.). Plötzlich drängten die Rieder sogar noch auf den Sieg, Toni Vastic (83.) und Gartler (85.) verhauten aber die Matchbälle.

Grödig siegt in Wiener Neustadt

Der SV Grödig hat sich von dem Skandal um Dominique Taboga nicht beeinflussen lassen. Die Salzburger gewannen im ersten Spiel ohne ihrem mittlerweile entlassenen Ex-Kapitän beim SC Wiener Neustadt verdient mit 2:0 (1:0) und hielten damit in der Tabelle als Vierter mit dem punktegleichen Zweiten Austria Schritt. Die Partie war aufgrund der schlechten Platzverhältnisse am Rande der Regularität.

Mann des Spiels war Philipp Zulechner. Der Grödig-Stürmer, der am Dienstag beim 1:0-Sieg gegen die USA in Wien sein Nationalteam-Debüt gegeben hatte, übernahm mit seinem mittlerweile vierten Saison-Doppelpack (36., 50.) sowie den Toren Nummer 12 und 13 auch die Führung in der Liga-Schützenliste vor Salzburgs verletztem Jonatan Soriano (12).

Die Grödiger revanchierten sich damit für die 3:6-Niederlage im ersten direkten Saisonduell mit den Niederösterreichern am 31. August und durften sich nach drei sieglosen Runden wieder über einen vollen Erfolg freuen. Die heimschwachen Wiener Neustädter warten hingegen nun schon seit sieben Spielen auf einen Sieg und haben die letzten drei Partien ohne Torerfolg verloren.

Die starken Regenfälle vor der Partie hatten den Platz in der Giltschwertgasse stark in Mitleidenschaft gezogen, Schiedsrichter Dieter Muckenhammer sprach sich allerdings für eine Austragung aus. Die 1.700 Zuschauer im Stadion bekamen allerdings alles andere als einen sportlichen Leckerbissen geboten. Die gastgebenden Niederösterreicher agierten abwartend, machten gar nichts fürs Spiel und wurden vor der Pause nur durch einen Pichlmann-Kopfball (23.) gefährlich.

Die Salzburger waren spielbestimmend, fanden über lange Zeit aber auch nur zwei Halbchancen vor. Nach der besten Aktion gingen sie in der Schlussphase der ersten Hälfte aber doch in Führung, Zulechner verwertete eine Tomi-Hereingabe direkt (36.). Der Topstürmer der Gäste war es auch, der gleich nach Wiederbeginn den Sack zumachte. Eine Kombination über Philipp Huspek und Tomi schloss der 23-Jährige mit einem wuchtigen Schuss ins kurze Eck ab (50.).

Die Niederösterreicher konnten sich nicht entscheidend steigern, blieben vorerst nur durch Zufall gefährlich. So landete eine abgerissene Pollhammer-Flanke an der Oberkante der Latte (53.), Grödig-Goalie Cican Stankovic wäre aber ohnehin da gewesen. Zweimal kamen sie einem Torerfolg aber doch noch aus dem Spiel heraus nahe. Stankovic war allerdings bei einem Säumel-Abschluss (66.) genauso am Posten wie bei einem gut angetragenen Sereinig-Schuss (69.) aus rund zwölf Metern.

Die Grödiger gingen es deutlich geruhsamer an, blieben aber im Konter stets brandgefährlich. Thomas Vollnhofer verhinderte einen Triplepack von Zulechner (81.). Auf der anderen Seite ließ Thomas Pichlmann eine hundertprozentige Chance auf den Anschlusstreffer (90.) noch ungenützt. Der fünfte Saisonauswärtssieg der Gäste kam damit nicht mehr in Gefahr.

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