Österreich vs. Irland: Die Iren sind auf Spielersuche

Während im österreichischen Fußball-Nationalteam Nachkommen von Einwanderern eine immer wichtigere Rolle spielen, hat der Dienstag-Gegner der ÖFB-Auswahl einen anderen Weg eingeschlagen.

Österreich vs. Irland: Die Iren sind auf Spielersuche

Der irische Verband sucht im Ausland - vor allem im Vereinigten Königreich - gezielt nach Kickern mit Wurzeln auf der "Grünen Insel", um die Qualität der Nationalmannschaft zu heben.

Vom aktuellen Kader haben die gebürtigen Briten Keiren Westwood, Ciaran Clark, Paul Green, James McCarthy, Anthony Pilkington, Jon Walters, James McClean und Simon Cox irische Vorfahren. Dadurch sind sie für die "Boys in green" spielberechtigt und reihen sich in eine lange Tradition ein. Schon Jason McAteer, Matt Holland, Tony Cascarino oder Alan Kelly spielten für Irland, obwohl sie in England auf die Welt kamen.

Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: Das irische Team verfügt über eine größere Auswahl an hochkarätigen Kickern, die Spieler wiederum kommen zu jenen Nationalmannschafts-Ehren, die ihnen in England wohl verwehrt geblieben wären.

Nur zweite Wahl

Im Normalfall tragen in England geborene Fußballer mit irischen Wurzeln nur dann das grüne Trikot, wenn sie keine Aussicht auf Einsätze bei den "Three Lions" haben. In der Regel entscheiden sich gebürtige Engländer mit irischem Hintergrund, deren Qualität für eine Einberufung ins englische Team reicht, für den Weltmeister von 1966 - ansonsten würde es das ÖFB-Team am Dienstag mit Stars wie Wayne Rooney, Steven Gerrard oder Aaron Lennon zu tun bekommen.

Da für das englische Nationalteam durch die irischen Abwerbungen zumeist kein Qualitätsverlust entsteht, halten sich die Spannungen in Grenzen. Anders stellt sich das Verhältnis zu Nordirland dar. Der aktuelle irische Internationale McClean, als Katholik in der nordirischen Stadt Derry zur Welt gekommen, spielte zunächst für die nordirische U21-Auswahl, weigerte sich dann aber, für das A-Team seines Geburtslandes eingesetzt zu werden und wechselte im Februar 2012 - kurz vor der EM - zur Mannschaft von Giovanni Trapattoni.

Diese Aktion brachte dem im August zu Wigan gewechselten Flügelspieler große Kritik außerhalb Irlands ein. Richtig ungemütlich wurde es für den 24-Jährigen aber erst im Vorjahr rund um den "Remembrance Day" am 11. November. Der damalige Sunderland-Profi weigerte sich im Premier-League-Match gegen Everton, wie in England zu diesem Zeitpunkt üblich die "Remembrance Poppy" auf dem Trikot zu tragen.

Die künstliche Mohnblume erinnert an Kriegstote, wird in Irland aber auch als Symbol der Unterdrückung gesehen. McClean stammt aus einem Bezirk in Derry, in dem britische Soldaten am "Bloody Sunday" 1972 sechs Menschen erschossen. Dies änderte jedoch nichts daran, dass er wegen seiner Vorgehensweise Morddrohungen erhielt.

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