Leo Windtner: "Der ÖFB wird auf neue Beine gestellt“

Fußball-Bund-Chef Leo Windtner im FORMAT-Interview über die firmenrechtlichen Standbeine des ÖFB und warum er nicht mehr jedes Mineralwasser trinken kann.

Leo Windtner: "Der ÖFB wird auf neue Beine gestellt“
Leo Windtner: "Der ÖFB wird auf neue Beine gestellt“

ÖFB-Präsident Leo Windtner (re.) im Gespräch mit FORMAT-Redakteur Florian Horcicka.

Format: Der sportliche Erfolg der Nationalmannschaft ist beeindruckend. Wie rüstet sich der ÖFB selbst für die Europameisterschaft, und wie hält man als Verband mit der Professionalisierung der Fußballwelt Schritt?

Leo Windtner: Wir stellen unsere Organisation bis 2017 auf völlig neue Beine. Hintergrund ist ein sogenannter Wartungserlass des Finanzministeriums, der die Steuerpflicht von gemeinnützigen Vereinen neu regelt. Daher agieren wir völlig professionell in Hinsicht auf steuerrechtliche Fragen, Einbeziehung von Wirtschaftsprüfern etc.

Wie sieht diese künftige Struktur konkret aus?

Der ÖFB hat den Charakter eines Wirtschaftsbetriebs, der sowohl bei Einnahmen, also Zuschauern, TV-Rechten, Werbeerlösen, als auch bei der Ausgabensicherheit als solcher agiert. Derzeit bestehen rund um den ÖFB drei Kapitalgesellschaften. Die AFM (Austria Football Marketing) als hundertprozentige Tochter des ÖFB wickelt sämtliche Sponsoraktivitäten ab, die ASM (Austrian Sportstravel Management), ein Joint Venture der AFM und der Hogg Robinson Group, fungiert als Reisegesellschaft, und die Fußball Österreich Spielbetriebs- und Vermarktungsgesellschaft kümmert sich um den gesamten Spielbetrieb in Österreich. Es werden rund 120.000 Spiele pro Jahr über eine eigens geschaffene Plattform abgewickelt. Hier wird eine Konsolidierung dieser Gesellschaften zu einer ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH angedacht, gegenüber der FIFA und der UEFA tritt der ÖFB aber weiterhin als Verein auf.

Wie wird sich die gelungene Europameisterschafts-Qualifikation auf die Wirtschaftskraft des ÖFB auswirken?

Derzeit machen wir rund 25 Millionen Euro Umsatz. Die Europameisterschaft wird ein echter Trigger für zusätzliche Einnahmen aus Fanreisen und Merchandising werden. Natürlich ist der wirtschaftliche Erfolg stark vom sportlichen Erfolg bestimmt. Wir wollen aber ein fairer Partner zu unseren langjährigen Sponsoren wie zum Beispiel Raiffeisen, Burgenland oder Puma sein, die uns schon sehr lange die Treue halten. Zudem achten wir darauf, dass bei der Werbung mit Spielern stets die Interessen unserer Sponsoren gewahrt bleiben. Das ist im Laufe der Jahre schwieriger geworden und gipfelt darin, dass wir nicht mehr jedes Mineralwasser oder jede Limonade trinken können.

Lesen Sie den ganzen Artikel in Format Nr. 38/2015
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