NFL-Saisonstart: Kopfschmerzen statt Vorfreude

Wenn am Donnerstag Zehntausende ins Mile High Stadium von Denver strömen, um ihre Broncos im Eröffnungsspiel gegen den Meister Baltimore Ravens zum Sieg zu peitschen, soll alles wie immer sein. Doch echte Vorfreude auf die neue Saison in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL will nicht aufkommen.

NFL-Saisonstart: Kopfschmerzen statt Vorfreude

Der Streit über schwere Kopfverletzungen, die Frage nach der Verantwortung und eine Entschädigungszahlung in Höhe von 765 Millionen Dollar (etwa 580 Millionen Euro) an geschädigte ehemalige Spieler hängen wie Blei an der populärsten Sportart der USA.

"Eine Einigung über Gehirnerschütterungen entschädigt nicht für einen frühen Tod, das Vergessen der Namen seiner Kinder und den Rest, den Gehirntraumata mit sich bringen", twitterte der frühere NFL-Profi Aaron Curry kürzlich und fasste damit die Gefühlslage der 4500 Ex-Profis und deren Angehörigen zusammen. Diese hatten gegen die Liga geklagt, weil die Spieler nach ihrer Karriere Symptome von Alzheimer und Frühdemenz zeigten. Ursache: Schwere Kopftreffer. Ein Mediator schlichtete und man einigte sich außergerichtlich. Doch es bleiben Fragen.

Etwa diese: Ist die NFL ihrer Verantwortung nachgekommen, die Spieler über Gesundheitsrisiken insbesondere bei Kopfverletzungen vollumfänglich aufzuklären? Wusste die Liga bereits seit Jahren über alarmierende ärztliche Gutachten Bescheid und schickte ihre modernen Gladiatoren dennoch aufs Feld? Haben die Verantwortlichen um Commissioner Roger Goodell den Tarifvertrag vorgeschoben, um sich aus der Verantwortung zu stehlen?

Befriedigende Antworten sind vom Milliardenbetrieb NFL nicht zu erwarten. Nun einigten sich die Parteien auf die gewaltige Zahlung seitens der Liga an ihre geschädigten ehemaligen Spieler, die von Anwalt Christopher Seeger vertreten werden. "Das Wichtigste ist, ihnen sofortige medizinische Versorgung zu ermöglichen", sagte der 53-Jährige der New York Times. Ein Rechtsstreit hätte sich jahrelang hingezogen. Die Unterzeichnung der Einigung durch Bezirksrichterin Anita Brody steht noch aus.

Das Geld wird gemäß den Kriterien Alter, Gesundheitszustand und Profi-Jahre in der NFL an die Geschädigten verteilt. Demenzkranke erhalten drei Millionen, Alzheimer-Patienten maximal fünf Millionen Dollar aus dem Kompensationspool. Teile des Geldes fließen in Forschungsprojekte und Vorsorgeuntersuchungen. Wurde bei einem verstorbenen Ex-Profi posthum ein Gehirnschaden diagnostiziert, erhält die Familie finanzielle Unterstützung.

Was wie ein Zugeständnis der NFL an die Menschen wirkt, die dem Betrieb jährlich Milliarden an Werbe- und TV-Geldern bescheren, ist letztlich das Gegenteil. In der Einigung wurde schriftlich fixiert, dass die Liga keine Schuld am Zustand der ehemaligen Spieler trage. Die Liga sieht sich vielmehr als Samariter. "Diese Einigung lässt uns denjenigen helfen, die es am nötigsten haben und zudem das Spiel sicherer machen für die derzeitigen und zukünftigen Spieler", teilte NFL-Vizepräsident Jeffrey Pash mit.

Was Pash nicht erwähnt: Die Einigung gilt nur für Ehemalige. Aktiven Spielern, wie den Deutschen Sebastian Vollmer (New England Patriots), Rookie Björn Werner (Indianapolis Colts) und Markus Kuhn (New Nork Giants) bleibt nichts anderes übrig, als den harten Liga-Alltag unbeschadet wegzustecken.

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