Neuer Rapid-Präsident will Verein unter die Top-50 Europas bringen

Neuer Rapid-Präsident will Verein unter die Top-50 Europas bringen

Der 53-Jährige erhielt auf der Ordentlichen Hauptversammlung der Hütteldorfer in der Wiener Gasometer-Halle von den 654 anwesenden Wahlberechtigten 92,21 Prozent der Stimmen und wurde als Nachfolger des nach mehr als zwölf Jahren scheidenden Rudolf Edlinger gewählt.

Krammer war zu Beginn der Präsidentensuche noch im Wahlkomitee vertreten, entschloss sich dann aber selbst zu kandidieren. "Vor vier Wochen hätte ich noch nicht gedacht, dass ich jetzt als Rapid-Präsident dastehe", betonte Krammer. "Es ist für mich eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung." In dem einen Monat habe er sich ausschließlich mit Rapid beschäftigt, sich einen Überblick verschafft und seine Zielsetzungen formuliert.

"Es sind ambitionierte Ziele, die wir anstreben und es mag sein, dass man sich mit der öffentlichen Zielsetzung auch angreifbar macht. Mir ist es aber wichtig, dass jeder in und um den Verein diese Ziele kennt, denn nur dann können wir auch gemeinsam alles dafür tun, um sie zu erreichen", sagte Krammer.

Eines der Hauptanliegen des Neo-Präsidenten ist die Errichtung eines neuen Stadions in Hütteldorf. "Dieses Präsidium wird alles geben für den Standort Hütteldorf. Das Anbieterverfahren läuft, das Stadion soll auch eine Attraktion in Wien sein", meinte Krammer. Möglichst rasch soll ein Businessplan erstellt werden, eine Entscheidung soll bereits im März/April 2014 fallen. Finanzierungsmöglichkeiten - eingeplant ist auch ein Namenssponsoring - gebe es viele. Klar sei, dass sich die öffentliche Hand beteiligen müsse.

Bis März 2014 soll die Ausgliederung des Profibetriebs in eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft realisiert werden. Viel vorgenommen hat sich Krammer auch was die Mitgliederzahlen betrifft. So sollen bis 2015 10.000 neue Mitglieder dazukommen. Momentan haben die Hütteldorfer rund 5.000 ordentliche Mitglieder. Zu den "sieben konkreten Projekten" zählen zudem die Etablierung von alternativen Vertriebs- und Vermarktungsmodellen, die Förderung von Mitgliederengagement durch größtmögliche Transparenz, eine Offensive im Bereich mobiler Dienste und Social Media, sowie eine Öffnung des Vereins durch Internationalisierung.

Aus sportlicher Sicht soll bis 2019 der Sprung unter die Top 50 Europas geschafft werden. "Rapid wird da 120 Jahre alt und wir haben sechs Jahre Zeit bis dahin. Wir haben viele Ideen für die Zukunft, die nicht in ein, zwei Jahren machbar sind", erklärte Krammer, dessen Team momentan in der UEFA-Rangliste auf Platz 105 liegt.

Ab sofort gilt das Ziel, sich jedes Jahr für eine europäische Gruppenphase zu qualifizieren. Das ist in den vergangenen fünf Saisonen viermal gelungen. Zudem sollen in den nächsten zehn Jahren drei nationale Titel (Anm.: jüngster Titel Meister 2008) her. "Auch mit einem Cupsieg qualifiziert man sich für einen internationalen Bewerb", hat der Ex-Orange-Chef da nicht nur Meistertitel eingerechnet.

Für den sportlichen Erfolg müssen natürlich auch die finanziellen Rahmenbedingungen passen. Kurzfristiges wirtschaftliches Ziel der Vereinsführung ist es, den Umsatz von 17,8 (2012/13) auf 20,2 Millionen Euro zu steigern. "Das wird nicht einfach, ist aber machbar", war Krammer optimistisch. Das nötige Geld soll über Ticketing (+400.000 Euro), Sponsoring (800.000), Merchandising (500.000) und sonstige Erlöse (700.000) hereinkommen.

Langfristig soll schon durch die nationalen Umsätze ein ausgeglichenes Budget zustande kommen und nicht wie derzeit nur durch die Europacup-Teilnahme. Der Umsatz soll zudem kontinuierlich auf 30 Millionen Euro erhöht werden, außerdem soll nach dem Abbau des negativen Eigenkapitals (per 30. Juni 2013 1,5 Mio. Euro) eigenes Vereinskapital aufgebaut werden.

Die Rapid-Wahlkommission hatte im Vorfeld der Sitzung beschlossen, die Kandidatur Krammers zu unterstützen. Dessen achtköpfige Liste stand als einzige zur Wahl. Stadtpolitiker Christoph Peschek (30 Jahre/Themen Aktive Fanszene, Institutionen, neue Medien, Rapideum) und Jurist Nikolaus Rosenauer (45/Recht, Stadionprojekt, Versicherungen) sind die Vizepräsidenten von Krammer, der sich selbst um die Themenbereiche Personal, Marketing, Akquisition und Organisation kümmern wird.

Zudem gehören auch Wirtschafts- und Finanzfachmann Martin Bruckner (49/Finanzen, Controlling, Finanzierung), Medienprofi Bernd Fisa (42/Internationalisierung, Markenentwicklung, Medienstrategie), Betriebswirt Erich Haider (69/Institutionen, Sponsoren, Kuratorium), Gastronom Gerhard Höckner (53/Amateure, Nachwuchs, Partnerbetreuung) und Unternehmer Josef Kamper (46/Kampfmannschaft, KMU Initiative, Legenden) dem neuen Präsidium an.

"Wir haben einen sehr teamorientierten Ansatz. Wir haben neben mir sieben andere hoch-qualifizierte Personen, die das Projekt gemeinsam angehen", sagte Krammer. Nur Rosenauer, Höckner und Kamper waren auch schon Teil des alten Präsidiums. "Wir werden alles tun, um den Rapid-Geist am Leben zu halten und zu leben. Wir müssen zusammenhalten und schauen, Rapid nach vorne zu bringen", gab Krammer die Marschroute vor.

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