Nationalteam: Koller vertraut wieder auf Janko

Nationalteam: Koller vertraut wieder auf Janko

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller setzt gegen Deutschland (6. September in München) und Irland (10. September in Wien) wieder auf Marc Janko. Obwohl der Mittelstürmer bei seinem Verein Trabzonspor seit Monaten nicht mehr eingesetzt wurde, scheint er im am Dienstag veröffentlichten 23-Mann-Aufgebot für die vorentscheidenden Partien in der WM-Qualifikation auf.

Sein bisher letztes Pflichtspiel absolvierte Janko vor knapp drei Monaten beim 2:1 des ÖFB-Teams gegen Schweden. In dieser Partie erzielte der Ex-Salzburger einen sehenswerten Hechtkopfball-Treffer, erlitt aber einen Muskelbündelriss, der ihn wochenlang außer Gefecht setzte, weswegen er auch das Testspiel gegen Griechenland (0:2) versäumte.

Mittlerweile ist Janko bei Trabzonspor ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, in den bisherigen Bewerbspartien des türkischen Clubs wurde er aber nicht in den Kader berufen. Die mangelnde Spielpraxis seines Goalgetters wollte Koller jedoch nicht überbewerten. "Wir werden ihn uns im Training anschauen und dann entscheiden", sagte der Teamchef.

Aufgrund seiner Erfahrung ist Janko für den Schweizer derzeit unverzichtbar. "Die österreichischen Stürmer, die bewiesen haben, dass sie auf diesem Level Tore erzielen können, sind dünn gesät", betonte der 52-Jährige.

Janko nahm den Platz von Jakob Jantscher (auf Abruf) ein, ansonsten gab es im Vergleich zum ursprünglichen Griechenland-Kader keine Veränderung. Veli Kavlak ist nach überwundener Fußverletzung ebenso wieder dabei wie Julian Baumgartlinger, obwohl der Mainz-Legionär gegen Deutschland gesperrt ist.

Gegen die DFB-Truppe ist Österreich klarer Außenseiter, dennoch spekuliert Koller in München mit einer Sensation. "Wir gelten in diesem Spiel nicht als Favorit, nichtsdestotrotz wollen wir etwas mitnehmen. Wir müssen frech sein und etwas riskieren." Das Hauptaugenmerk liegt laut dem Nationaltrainer vorerst ganz auf der Deutschland-Partie. "Wir können dieses Spiel nicht einfach verschenken, weil wir denken, gegen Irland wird es dann leichter."

In der Allianz Arena hat Koller schon einige positive Erfahrungen gemacht. Einmal schaute ein Auswärtssieg gegen 1860 München heraus, außerdem holte er in seiner Zeit bei Köln und Bochum das eine oder andere Remis im Münchner Stadion.

Weniger gut sind die Erinnerungen an das Salzburger Stadion, schließlich setzte es dort vor knapp zwei Wochen ein 0:2 gegen Griechenland. Die enttäuschende Leistung in dieser Partie will Koller im Teamcamp in der kommenden Woche noch einmal ansprechen. "Jeder muss bereit sein, mehr zu tun als gegen die Griechen, sonst wird es nicht reichen. Ich bin überzeugt, dass der Fokus vor diesen Spielen ganz anders sein wird. Trotzdem muss es das Ziel sein, dass man seine Leistung in jedem Spiel abruft, nicht nur in Qualifikationsspielen", sagte der Teamchef.

Auch die Deutschen wussten in ihrem jüngsten Freundschaftsmatch nicht zu überzeugen - gegen Paraguay reichte es vor eigenem Publikum nur zu einem 3:3. Koller analysierte diese Partie bereits via DVD-Studium und zog seine Schlüsse daraus. "Da habe ich das eine oder andere gesehen, dementsprechend nimmt man etwas mit und versucht, für sich das Beste rauszufiltern." Überbewerten dürfe man die Defensivprobleme der DFB-Elf allerdings nicht. "Das war am Anfang der Saison, gegen uns wird es wieder anders sein. Ich glaube nicht, dass sie verwundbarer sind als vor einem Jahr (Anm.: bei Österreichs 1:2-Heimniederlage), das wird aber sehr von uns abhängen."

Der Teamchef absolvierte am vergangenen Wochenende eine Beobachtungsreise nach Deutschland, wo er die Partien Dortmund - Bremen (Zlatko Junuzovic, Sebastian Prödl, Marko Arnautovic), Bayern (David Alaba) - Nürnberg (Emanuel Pogatetz) und Augsburg (Raphael Holzhauser) - Stuttgart (Martin Harnik) sah. Die Leistungen seiner Schützlinge seien "okay" gewesen, stellte Koller fest.

Den Schweizer freute besonders, dass Arnautovic - als Solospitze - in Dortmund zum Einsatz kam. "Er hat die Sache defensiv gut gelöst. Hummels ist außer bei Standards nie über die Mittellinie gekommen." Außerdem wurde Koller Zeuge des vergebenen Strafstoßes von Alaba. "Aber der Elfer war ein Geschenk, und wenn man David kennt, hat er sich wahrscheinlich gedacht, das kann er nicht annehmen", schmunzelte der Schweizer. Ob Alaba im ÖFB-Team Elferschütze Nummer eins bleibt, verriet Koller nicht.

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