Millionen und Illusionen

Millionen und Illusionen

Schon klar: Fussball ist für viele Fans Religionsersatz und Anker in schwierigen Zeiten. Doch während die Boni von Bankern kritisiert werden, freuen sich vor allem Südeuropäer zungenschnalzend über Transfersummen jenseits aller Vorstellungskraft.

Real Madrid bietet 110 Millionen für den Waliser Gareth Bale, der Uru Edison Cavani wechselte gerade um 64,5 Mio. Euro von Napoli zu Paris Saint Germain. Wenn sich Oligarchen-Vereine wie Monaco gerade um insgesamt 144 Mio. Euro neue Spieler holen, hält das die von Perspektivenlosigkeit gebeutelten Franzosen aus dem Hinterland nicht vom Stadionbesuch ab, geschweige denn vom Fussballabend vorm TV. Keine Spur von Neid, eher Bewunderung wenn Top-Spielern vom Luxusauto über Penthouse und Villa alles geboten wird. Was hält die Begeisterung für verwöhnte Millionen-Kicker und milliardenschwere Fussballklub-Firmenimperien aufrecht. Tore? Flanken? Oder die Illusion eines besseren Lebens, an dem man auf den Tribünen teilhaben kann?

Wirtschaftsprofessor Xavier Sala i Martín, Freund des Bayern-Trainers Pep Guardiola erklärt sinngemäß: Fußball hat im 21. Jahrhundert die übersteigerte gesellschaftliche Bedeutung, die früher Gladiatoren, Maler wie Tizian oder in den 60ern Rockmusiker hatten. Man erliegt ihrer Faszination und verzeiht alles.

- Florian Horcicka

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