Messi, Ronaldo, Robben, Neymar, Pirlo, Drogba, Müller - wer wird Superstar der WM 2014?

Messi, Ronaldo, Robben, Neymar, Pirlo, Drogba, Müller - wer wird Superstar der WM 2014?

Jede Fußball-WM bringt neue Superstars hervor. Jeder Kicker versucht bei der WM so gut zu glänzen wie nur möglich. Doch wer wird der Top-Star der WM 2014? Kandidaten gibt es nach der ersten Runde der Gruppenphase einige. Und auch manche, die die großen Erwartungen nicht erfüllt haben.

Wer wird der Superstar der WM 2014? Sind wir doch ehrlich: Messi, Cristiano Ronaldo, Iniesta und vor allem Neymar waren die apostrophierten Top-Stars. Ribery und Falcao mussten verletzt w.o geben. Und nun drängen sich Robben, Drogba und vor allem Müller auf, der Ballesterei das Besondere zu verpassen. Eine erste Bilanz der Top-Kicker nach der ersten Runde der FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Messi - Die Numero 1

Lionel Messi, Argentinier, 28 Jahre alt, Top-Dribblanski unter den Superstars, galt bei nicht so wenigen Kritikern als der Tops-Stars. In drei WM-Endrunde bringt er es in acht Spielen gerade mal auf zwei Tore. Was er gegen Bosnien-Herzegowina nun in Brasilien abgeliefert hatte, war jedoch unterirdisch. Bis auf einen genialen Moment. Und das macht Messi aus. Nicht die “Hand Gottes”, dafür das Füßchen eines bosnischen Gegenspielers musste zwar mithelfen - wenn auch nur leicht - damit der Ball auch wirklich gen Innenpfosten den Weg findet. Genial war zweifelsohne Messis Zug zum Tor. Das Dribbling zum Torschuss erinnerte an den Messi des CF Barcelona - den Superstar. Die Frage nur: Ist Messi fit? Physisch oder psychisch? Neben den steuerlichen Probleme, weil er die Steuererklärung offenbar nicht richtig lesen wollte, konnte, sollte oder durfte, ist und war er in der abgelaufenen Saison angblich nicht in Schuss. Barca hatte ein Päuschen eingelegt. Aber: Wer in 51 Spielen 45 Tore erzielt, dazu 16 Mal assistiert bilanziert eigentlich eindrucksvolle Spitzenklasse. Nicht in Form? Messi wird noch zulegen (müssen und können). Außer seine Verdauungsprobleme hindern ihn - rein gesundheitlich. Exponieren will und muss er sich nicht. Ein Messi in Topform …

CR7 - Das Trikot blieb in der Hose
CR7, irdisch gewordene selbsternannte Fußball-Marke mit Sixpack-Verziehr und gezupfter Augenbraue, stets gut gestylt bei seinen Übersteigern, hat gegen Deutschland gleich vier Tore eingeschenkt bekommen. Und verloren. Wieder einmal. Sorry - und versagt. Im Gegensatz zu Messi, ist der Portugiese (noch) kein Leader, keiner, der offenbar Strahlwirkung auf sein Team hat. Der ewig verzweifelt scheinende Superkicker, man möchte ihm stets ein Schneutztücherl reichen - scheint nicht in Topform zu sein. Die muss der Weltfußballer nun bringen. Das nächste Match gegen die USA, die Ghana 2-1 bezwangen, wird für Portugal schon ein Endspiel - ein Sieg muss her, sonst heißt’s vorzeitig Koffer packen. Seine persönliche Ego-Show, wie nach dem verwandelten Elfmeter zum 4-1 im Champions League-Finale, als CR7 eine unterirdische Leistung vollbrachte, unterblieb. Sein Six-Pack blieb unter dem Leibchen verhüllt.

Müller ist der Knüller - kein Rumfummler
Ein Aufsteiger in den Topklubs der Superstars gibt es bereits: Thomas Müller hat mit seinen drei Treffern Portugal alleine erlegt. Mit der WM in Südafrika - wo er Torjägerkrone mit 5 Toren hatte - hält er schon bei acht Toren - so viel wie übrigens Diego Maradona bei vier Weltmeisterschaften geschossen hat. Doch Müller wiegelt ab: “Wir sind nicht hierher gekommen, um Rekorde zu brechen”, sagte er brav in der Pressekonferenz am Dienstag. “Ein Spiel haben wir nun gewonnen.” mahnte Müller. “Lassen wir die Kirche im Dorf.” Müller ist eine interessante Mischung aus Straßenkicker, braver, emsig trainierender Junge, taktisch empfänglich und - Herr Guardiola sollte sich’s genauer anschauen - ein echter Stürmer mit Abschlussqualität, der nicht lange fackelt und fummelt, wenn’s um den Endzweck geht: Rundes ins Eckige! Und: mittlerweile Superstar mit hohen Sympathiewerten - auch aufgrund seiner Erdung.

Didier Drogba, das Pferd
Drogba, 36, Ex-Chelsea-Superstar, voriges Jahr in Diensten von Galatasaray Istanbul könnte sich und seine Karriere auch bei der WM in Brasilien noch ein Krönchen aufsetzen. Drogab, kein Gramm fett auf den Rippen, kein Show-off, keine Sixpack-Ambitionen, spielt seinen Stil für seine Elfenbeinküste. Zunächst auf der Bank, wurde er gegen Japan nach rund einer Stunde eingewechselt. Als wäre eine unsichtbare Hand im Spiel, lief auf einmal das Spielchen der Ivorer - binnen fünf Minuten ward das Spiel gedreht - obwohl Drogba selbst keinen direkten Assist geleistet hat. Bis zum Abpfiff hatte er die Führung bei Zweikämpfen übernommen: Er hatte mehr Zweikämpfe gefordert - und gewonnen - als alle anderen - die sogar 90 Minuten spielten. Chapeau! Doch abwarten: Ein Superstar ist er schon - vielleicht wird seine dritte WM etwas Besonderes - auch für die Zuseher.

Robben und Iniesta - zwei, die sich die Show stahlen
Arjen Robben oder Andres Iniesta - oder gar beide. Die beiden Edelmechaniker machen schon Unterschiede. Wobei der Holländer Robben mehr den Zug zum Tor verkörpert - was gegen Spanien ja recht gut gelungen ist. Iniesta war nach der 1-5-Klatsche etwas indisponiert. Im 9-Minuten-Takt wurden die Spanier demontiert. Und die Ereknntnis schlechthin: Auch ein Superstar vom Zuschnitt des Weltmeisters Iniesta hat offenbar keine Mittel, eine holländische Dampfwalze zu stoppen. Iniesta wird noch nachlegen - und Robben ist immer wieder eine Augenweide - auch wenn er mit alten Schmähs immer und immer wieder ganze Abwehrreihen narrt.

Azzurris: Mario und Andrea
Schon Italien vergessen? Andrea Pirlo, 35, Denker und Lenker der Squadra Azzura, der sich auch mal ein Päuschen gibt. Motto: Großartige Aktionen müssen gut durchdacht sein. Im ersten Match war dies auch wichtig, um die Kräfte aufgrund der sengende Hitze sich einzuteilen. Für Italiens Supermario, lange untergetaucht gegen England, dürfte das auch zutreffen. Sein Job ist ja in erster Linie dort zu stehen, wo die Kugel eingenetzt werden muss. Pirlos Pendant Mario Balotelli ist ebenso in der Warteschleife der Superstars gelandet.

Oder doch Neymar die neue Nummer Eins?
Im Auftaktmatch hat er zweimal gescored. Taktisch? Na ja. Manchmal glaubte man, dass er irgendetwas gespielt hat, was ihm kein Trainer in der Welt geflüstert haben könnte. Von taktischem Gespür, gar Ideengeber fürs Spiel, war’s fast wie bei Messi. Viel Absenz. Und Tauchstation. Großartiges Können manifestiert sich - nona … an Toren. Aber auch bei der Inszenierung des Gesamtkunstwerkes (so will es jedenfalls der Zuseher). Neymar, 22, ein Dribblanski der Extraklasse, gar die innovative Fortführung von Zico, sowieso Ronaldo und CR7 oder gar Maradona, dürfte einen gewaltigen Druck auf seinen Schultern spüren. Hop oder drop - Weltmeister oder …! Zweiteres denkt keiner in Brasilien wirklich zu Ende. Der Fußballgott hat aber schon kräftig mithelfen. Aus dem fernen Osten wurde der Heimbonus bereits bezahlt. Der japanische Schiri Yuichi Nishimura hatte keine Zweifel zur Standhaftigkeit des Brasilianers Fred. Und für einen Umfaller Elfmeter getrötet. Ein zweites Mal wird’s sich das nicht mehr spielen. Eine WM nach drei Spielen ohne Neymar? Undenkbar!

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