Leichtathletik-WM: Mo Farah gewinnt WM-Titel über 10.000 Meter

Leichtathletik-WM: Mo Farah gewinnt WM-Titel über 10.000 Meter

Mo Farah bleibt der König der Langstreckenläufer: Ein Jahr nach seinem Double bei den Olympischen Spielen in London setzte sich der Brite auch bei der Leichtathletik-WM in Moskau die Krone über 10.000 m auf und beendete die Vorherrschaft der Äthiopier, die sieben der letzten acht WM-Titel gewonnen hatten.

Farah siegte nach 27:21,71 Minuten vor Titelverteidiger Ibrahim Jeilan aus Äthiopien (27:22,23) und Paul Tanui aus Kenia (27:22,61).

"Es ist einfach großartig, hierher zu kommen und meinen fehlenden Titel zu gewinnen", sagte Farah, der sein erstes 10.000-m-Rennen seit den Sommerspielen im vergangenen Jahr bestritt: "Ich habe so hart dafür trainiert und wenig Zeit mit meiner Familie verbracht. Als ich bei Olympia gewonnen habe, hat mich meine Tochter kaum erkannt, so lang war ich weg."

Farah ist der erste Europäer seit 30 Jahren, der WM-Gold auf der längsten Bahn-Distanz mit nach Hause nimmt. Bei der WM-Premiere in Helsinki hatte der Italiener Alberto Cova gewonnen. Doch Farah will mehr: Am Dienstag stehen die 5000-m-Vorläufe auf dem Programm, dort hofft der gebürtige Somalier dann am Freitag erneut auf Gold - so wie bei seinen Olympischen Spielen 2012, als er eine ganze Nation mit dem Doppelschlag in Verzückung versetzte.

Die Chancen auf einen weiteren Erfolg in Moskau stehen glänzend, beinahe spielend dominierte Farah über die 25 Stadion-Runden. Die ersten 1200 m verbrachte der 30-Jährige am Ende des Feldes, 50 Meter hinter den Kenianern und Äthiopiern, die sich für die Schmach von London revanchieren wollten. Nach 2000 Metern spurtete Farah zum ersten Mal an die Spitze, ein Ausflug, der seinen Konkurrenten klarmachte: "Mit mir ist wieder zu rechnen - ich bin in Top-Form."

Das Tempo diktierten jedoch die Afrikaner, allen voran der Kenianer Paul Kipngetich Tanui. Hinter ihm formierten sich seine Landsleute, gefolgt von den Äthiopiern um Jeilan. Ein starkes Sextett, das bei Temperaturen von bis zu 30 Grad beständig Druck ausübte, das Tempo hochhielt, Farah jedoch nicht auslaugen oder gar abschütteln konnte. "Ein paar Mal bin ich fast gestürzt, doch ich habe jeden Schritt sicher gesetzt", sagte Farah, der sich gemeinsam mit Trainingspartner Galen Rupp (USA) gegen die afrikanische Übermacht zu Wehr setzte: "Wir haben gut zusammengearbeitet."

Wie ein Schachspieler verschob der Vater von Zwillingen seine Konkurrenten, setzte sich nach Belieben an die Spitze und verschleppte das Tempo. Aus der Führung heraus zog Farah den Sprint an. Als die Glocke die letzte Runde eingeläutet hatte, forcierte immer weiter das Tempo und revanchierte sich so für die WM-Niederlage vor zwei Jahren in Daegu/Südkorea. Damals hatte Ibrahim Jeilan den Endspurt für sich entschieden, Farah musste sich mit Silber zufrieden geben. "Diese Erfahrung hat mich stark gemacht. Diesmal habe ich Jeilan kommen sehen", sagte Farah.

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