Länderspiel-Highlights der Woche

Länderspiel-Highlights der Woche

Vor Lionel Messis Begegnung mit dem heiligen Vater waren sich die argentinischen Medien für kein Sakrileg zu schade. "Gott trifft den Papst", titelte die Tageszeitung Olé blasphemisch vor dem Treffen der argentinischen und italienischen Fußball-Nationalmannschaften im Vatikan mit dem Pontifex - zum Glück aber fand Papst Franziskus am Dienstag während der privaten Audienz im Apostolischen Palast genau die richtigen Worte.

"Auch wenn ihr bekannt seid, bleibt immer Menschen im Sport und im Leben", mahnte der Heilige Vater vor dem Länderspiel zu seinen Ehren am Mittwoch und rief die Spieler auf, Sport als "Geschenk Gottes" und als Möglichkeit zu erleben, die eigenen Talente zu verwerten.

Im Stadion selbst wird der Fußball-Fan, seit Jahren Ehrenmitglied des argentinischen Ex-Meisters San Lorenzo, aber keinen göttlichen Beistand leisten. "Zum Glück handelt es sich um ein Freundschaftsspiel. Für mich wäre es schwierig zu entscheiden, welche Mannschaft ich anfeuern sollte", sagte der Papst lächelnd im Saal Clementina.

Hilfe von oben könnte offenbar auch das seit Jahren kriselnde England gebrauchen. Die hausgemachten Probleme, auch um Superstar Wayne Rooney, stellten gar die üblichen, martialischen Kampfansagen vor dem Klassiker gegen Schottland (21.00) in den Schatten. Zwar werden wohl gut 20.000 mitgereiste "Bravehearts" zum ersten Mal seit 1999 das legendäre Wembley-Stadion in seinen Grundfesten erschüttern - wichtiger erscheint aber der Gesundheitszustand des bulligen Stürmers von Manchester United.

"Rooney ist fit. Schon seit Tagen", äußerte Nationaltrainer Roy Hodgson trocken. Manchesters neuer Teammanager David Moyes hatte das in den vergangenen Tagen allerdings ganz anders gesehen und den vom FC Chelsea umworbenen 27-Jährigen im englische Supercup-Spiel am vergangenen Sonntag gegen Wigan Athletic (2:0) nicht eingesetzt - und Hodgson aufgefordert, Rooney nicht über die volle Distanz einzusetzen.

Für Unruhe sorgte zudem Altstar Rio Ferdinand, der vor dem Nachbarschaftsduell einen drastischen Neuanfang forderte - zur Not durch eine verpasste WM-Qualifikation. "Es braucht jemand mit dicken Eiern, der England am Nacken packt und sagt: Das müssen wir machen und es könnte zehn Jahre dauern, damit es funktioniert", betonte der 34-Jährige.

Laut des Verteidigers von Manchester United, der im Mai seine internationale Karriere beendete, "würde ich lieber ein oder zwei große Turniere verpassen, wenn ich dann wüsste, dass wir in zehn Jahren eine Identität haben, auf die wir stolz sein können".

In Basel kommt es indes zum Duell der Triple-Gewinner des FC Bayern. Rekord-Weltmeister Brasilien ist mit Abwehr-Ass Dante und Mittelfeldspieler Luiz Gustavo in die Schweiz gereist, dort wartet Xherdan Shaqiri auf seine große Chance, den Teamkollegen einen ersten Dämpfer auf dem Weg zur Heim-WM zu verpassen.

"Ich weiß, wie ich an Dante vorbeikomme. Aber meistens foult er mich dann", sagte Shaqiri dem Blick: "Es wäre für mich nicht gut, mit einer Niederlage wieder ins Training nach München zu kommen. Wir wollen die Brasilianer ein bisschen ärgern." Den Kader des WM-Gastgebers und Confed-Cup-Siegers für das Duell mit der Mannschaft von Münchens und Borussia Dortmunds Ex-Meistermacher Ottmar Hitzfeld (20.45) führt der in Basel euphorisch gefeierte Superstar Neymar vom FC Barcelona an.

Weil andere Stammspieler des spanischen Meisters drei Tage vor dem Ligastart in der spanischen Elf geschont werden, dürfen sich Bayerns Javi Martínez und Thiago große Hoffnungen auf einen Einsatz im Spiel des Welt- und Europameisters in Ecuador (22.00) machen. Trainer Vicente del Bosque berief für den Härtetest in Guayaquil fünf U21-Europameister.

Den Fußball in den Hintergrund rückte hingegen die Nachricht vom Tod des niederländischen Prinzen Johan Friso. Das Länderspiel in Portugal (21.30) wird das Team von Trainer Louis van Gaal mit Trauerflor bestreiten. Der Bruder von König Willem-Alexander war am Montag an den Folgen eines Hirnschadens, den er bei einem Ski-Unfall im Februar 2012 erlitten hatte, im Alter von 44 Jahren verstorben. Seit dem Unglück hatte Friso im Koma gelegen.

Generalprobe für ÖFB-Team

Für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft steigt am Mittwoch die Generalprobe für die entscheidende Phase in der WM-Qualifikation. Im Testspiel in Salzburg gegen Griechenland will Teamchef Marcel Koller seiner Truppe den letzten Feinschliff vor dem heißen Herbst verpassen und verzichtet deshalb weitgehend auf Experimente.

Die ÖFB-Anfangsformation dürfte mit jener vom 2:1 gegen Schweden im Juni weitgehend identisch sein. Einzige Änderung wird wohl die Aufstellung von Andreas Weimann anstelle des verletzten Marc Janko (sollte bis zum September-Doppel gegen Deutschland und Irland fit werden) sein. Yasin Pehlivan steht wegen eines grippalen Infekts nicht zur Verfügung, der wohl ebenso nur als Ersatzspieler vorgesehene Guido Burgstaller ist wegen Fußproblemen fraglich.

Mit dem Festhalten an seiner Stammformation reagiert Koller auch auf die Erfahrungen aus den jüngsten Testspielen gegen Wales (1:2) und die Elfenbeinküste (0:3) - die damals vorgenommenen personellen Änderungen hatten nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.

"Wir hatten in diesen Spielen unsere Tiefs, aber wir haben uns weiterentwickelt und es ist zu spüren, dass sich diese Mannschaft immer weiterentwickeln will. Das ist wichtig, weil wir noch nicht am Ende angelangt sind", sagte Koller.

Gegen Griechenland soll der Entwicklungsprozess weiter voranschreiten. "Wir müssen unser Spiel durchziehen und in der Defensive organisiert sein. Wichtig wird gegen die Griechen und auch in den nächsten Spielen sein, dass wir bereit sind, in der Defensive zu arbeiten und lieber zusätzliche fünf Meter gehen als zu spekulieren", erklärte der 52-Jährige.

Im Hinblick auf die Schlussphase der Schweden-Partie, als die ÖFB-Auswahl gehörig unter Druck geriet, fordert Koller mehr Ruhe in Sturm- und Drangphasen des Gegners. "Da sind vor allem die älteren Spieler gefragt."

Gefragt sind am Mittwoch auch Konzentration und Geduld, immerhin geht es gegen eine gut organisierte und bei schnellen Gegenangriffen gefährliche Mannschaft. "Die Griechen bekommen wenig Gegentreffer, schießen auch selten vier oder fünf Tore, aber gewinnen viele Spiele knapp. Deswegen sind sie nicht umsonst die Nummer elf der Weltrangliste", analysierte Koller.

Im Gegensatz zum ÖFB-Coach dürfte der griechische Teamchef Fernando Santos das eine oder andere Experiment eingeplant haben, wie die Nicht-Nominierung von Georgios Karagounis, Theofanis Gekas, Georgios Samaras oder Dimitrios Salpingidis beweist. "Das sind vier Stammspieler, die nicht dabei sind. Ich bin schon gespannt, was mein Kollege testen will. Wir müssen aber ohnehin auf uns schauen", betonte Koller.

Wie schon des öfteren in seiner Amtszeit dürfte der Nationaltrainer eine reine Legionärstruppe aufs Feld schicken. Als Misstrauensbeweis gegenüber der österreichischen Bundesliga will der Schweizer dies aber nicht verstanden wissen. "Die österreichische Liga ist nicht schwach, man sollte sich nicht mit Deutschland, England, Spanien oder Italien vergleichen", meinte Koller und verwies darauf, dass einige junge Bundesliga-Kicker auf der Abrufliste stehen.

Seinen Stammplatz im A-Team hat weiterhin Marko Arnautovic, obwohl man sich in Bremen zuletzt über den Fitnesszustand des Wieners beklagte. "Doch er ist nicht zusammengeschrumpft und hat kein Übergewicht. Für mich ist er fit, weil er die Vorbereitung mit Werder voll mitgemacht hat", sagte Koller.

Der Schweizer hat mit Arnautovic offenbar deutlich weniger Probleme als so mancher Club-Trainer. "Vielleicht liegt es daran, dass ich ihn nicht jeden Tag bei mir habe", schmunzelte Koller.

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