Ibrahimovic: "4:4 gegen Deutschland war schädlich"

Ibrahimovic: "4:4 gegen Deutschland war schädlich"

Das 4:4 im Hinspiel von vor einem Jahr ist schon Legende: Doch kurioserweise war dieses Spiel auch für die Schweden schädlich.

In der modernen Fußball-Legende von Berlin müssten die Schweden eigentlich die Rolle der Helden innehaben. Sie hatten damals ein 0:4 in Deutschland aufgeholt und jubelten über ein "Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt". Dies hatte nach dem denkwürdigen 4:4 Zlatan Ibrahimovic gesagt. Doch vor dem Rückspiel fast auf den Tag genau ein Jahr danach in Stockholm (Dienstag, 20.45 Uhr/ZDF) ist sich der exzentrische Stürmerstar sicher: Auch den Schweden hat dieses Spiel geschadet.

"Was auch immer damals passiert ist, für uns war es schlecht", sagte der 32-Jährige, der am Dienstag gelbgesperrt fehlen wird, dem Spiegel: "Wir schwebten. Nach dem Spiel fühlten wir uns, als wären wir schon bei der WM. Das war ein Fehler."

Auch wenn es sich wie ein Triumph anfühlte: es gab eben doch nur einen Punkt für die Schweden. Und das 4:4 ließ sie deutsche Schwäche mit eigener Fähigkeit verwechseln. "Wir wähnten uns stärker als wir sind. Die nächsten beiden Spiele waren schlecht. Wir hätten besser gegen Deutschland verloren und gegen Irland und Österreich gewonnen", äußerte Ibrahimovic.

Doch gegen die Iren hieß es 0:0, in Österreich 1:2. Schweden war ganz weit weg von der WM. Und so war aus dem "Berliner Mauerwunder" (Expressen) und "Schwedens größtem Knall in der Fußballgeschichte" (Dagens Nyheter) auch für die Helden plötzlich ein Problem geworden. Eines, aus dem sie aber gerade noch rechtzeitig lernten.

Platz eins wurde zwar verspielt, doch durch vier Siege in Folge sicherten sich die Tre Kronor schon vor dem Gruppen-Finale Rang zwei und damit die Teilnahme an den Play-offs. Wenn Schweden dort nicht auf Portugal oder Kroatien treffen will, muss aber noch mindestens ein Punkt her. "Es wäre wichtig für den schwedischen Fußball, das Spiel zu gewinnen", sagte Rekordnationalspieler Anders Svensson.

Der Weltranglisten-22. hat in den bisher vier Quali-Heimspielen erst ein Gegentor kassiert und nur einen Punkt abgegeben. Doch der Ausfall Ibrahimovics wiegt schwer. "Zlatan ist unglaublich wichtig für uns", meinte Trainer Erik Hamrén. Mittelfeldspieler Pontus Wernbloom sagte: "Das ist eine Schwächung, aber wir werden ohne ihn auch nicht 15:0 verlieren."

Zumal Ibrahimovics Gelbe Karte beim entscheidenden 2:1 gegen Österreich vermutlich eiskalt kalkuliert war: Er erhielt sie nach einer abfälligen Geste in der Nachspielzeit - und steht so in den wichtigeren Play-offs wieder zur Verfügung.

Gegen Deutschland wird ihn wohl Ola Toivonen neben Johan Elmander ersetzen. Verzichten muss Hamrén wohl auf Rechtsverteidiger Mikael Lustig (Hüftverletzung). Außerdem erwägt er, seinen angeschlagenen Stammtorwart Andreas Isaksson durch Johan Wiland zu ersetzen.

Ibrahimovic will übrigens trotz seiner Sperre in Stockholm dabei sein, wenngleich nur als besseres Maskottchen. Denn der Respekt vor der deutschen Elf ist groß. "Die sind derart sicher in ihrem Spiel, das sieht fast wie programmiert aus", sagte Wernbloom.

Das Boulevardblatt Expressen empfiehlt deshalb eine defensive 4-5-1-Taktik. Sollten die Schweden offensiv auftreten, schrieb die Zeitung, "können wir uns auf etwas in der Art gefasst machen, wie wir es in Berlin in der ersten Halbzeit erlebt haben". Dieses 4:4 wirkt eben auch in Schweden noch nach...

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