Wer soll die Bayern stoppen?

Wer soll die Bayern stoppen?

Wenn die weltbeste Mannschaft mit dem weltbesten Trainer in die Saison startet, erübrigt sich im Grunde die Frage nach dem Titelfavoriten. Kein Wunder also, dass sämtliche 18 Coaches der 18 Fußball-Bundesligisten den Triple-Gewinner Bayern München mit Pep Guardiola zum Ende der 51. Spielzeit am 10. Mai 2014 auf dem Thron sehen.

Bundestrainer Joachim Löw hält in der WM-Saison "nur Borussia Dortmund für stark genug, dem FC Bayern Paroli zu bieten".

Liga-Präsident Reinhard Rauball, in Personalunion Präsident des BVB, wird die Spielzeit traditionsgemäß vor dem Auftaktspiel der Bayern am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach feierlich eröffnen. Die Befürchtungen, durch die Dominanz der beiden Champions-League-Finalisten drohten eine Zweiklassengesellschaft und Langeweile im Titelkampf, will Rauball jedoch nicht teilen.

"Es gibt aus meiner Sicht keinen Anhaltspunkt dafür. Wir hatten in den letzten zehn Jahren fünf verschiedene deutsche Meister - also rechnerisch gesehen jedes zweite Jahr einen neuen deutschen Meister. Wir hatten fünf verschiedene Pokalsieger. Wir sollten die Liga nicht schlechtreden, wir haben einen tollen Wettbewerb", sagte Rauball.

Den Beweis lieferten die Bayern und der BVB in Wembley. "Die Achtung und die Hochachtung vor dem deutschen Fußball und das Interesse am deutschen Fußball ist seither in einem Maße gestiegen, wie ich es nicht erwartet habe", betonte Rauball. Allein das Supercup-Duell der beiden Branchenriesen vor knapp zwei Wochen, dass der BVB 4:2 gewann und damit Hoffnung auf ein offenes Titelrennen machte, wurde in 195 Länder übertragen.

Weltweit werden die neuen Bayern am Freitag mit Argusaugen beobachtet werden. Nicht nur wegen der Investition in ihre beiden Neuzugänge Thiago (25 Millionen Euro) vom FC Barcelona und Mario Götze (37 Millionen) vom BVB, sondern wegen Coach Guardiola. "Das Engagement von Pep Guardiola bei Bayern München war ein doppeltes Ausrufezeichen, das weltweit wahrgenommen wurde", sagte Rauball.

Guardiola, der 14 Titel in seinen vier Barca-Jahren abräumte, startet mit hohen Erwartungen und soll in München Nachhaltigkeit auf internationalem Parkett garantieren. Mit den gleichen Zielen startet der BVB in die Spielzeit. Immerhin 50 Millionen Euro (Vereinsrekord) investierten die Westfalen in Henrich Mchitarjan (27,5 Mio.), Pierre-Emerick Aubameyang (13) und Sokratis (9,5). "Wir wollen wieder in die Champions League und in der neuen Saison die Gruppenphase erneut überstehen", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke voller Respekt vor dem Erzrivalen aus München.

Bayer Leverkusen, dass sich für immerhin 21 Millionen Euro verstärkte, und Schalke 04 zählen bereits zum Kreis der Außenseiter im Titelrennen. Der Rest der Liga, so vermuten Experten, kämpft um die Teilnahme an der Europa League - oder gegen den Abstieg. Im Tabellenkeller werden die wirtschaftlich schwächeren Klubs wie zum Beispiel der FC Augsburg oder auch Aufsteiger Eintracht Braunschweig vermutet.

Insgesamt wird die Liga in der kommenden Saison erstmals vom neuen TV-Vertrag profitieren, der zunächst 560 statt bisher 430 Millionen Euro ausweist und bis 2016/2017 eine stufenweise Erhöhung bis auf 673 Millionen Euro vorsieht. Das eröffnet neue Möglichkeiten auf dem Transfermarkt, auf dem sich die Klubs auch in diesem Sommer zurückhaltend und verantwortungsvoll bewegten.

Im europäischen Vergleich liegt die Bundesliga mit Ausgaben von insgesamt 214,8 Millionen Euro derzeit "nur" auf Platz fünf - weit hinter der englischen Premier League (416,4 Mio.), Frankreichs Ligue 1 (317,9 Mio.) oder Italiens Serie A (315,2 Mio.). Und immerhin noch 28 Millionen Euro hinter der spanischen Primera Division. "Die Bundesliga hat die geringste Verschuldung der großen Ligen Europas", betonte Rauball.

Der Liga-Boss sieht den Boom des deutschen Fußball-Oberhauses ungebrochen. Zum fünften Mal in Folge sahen in der vergangenen Spielzeit mehr als 13 Millionen Besucher die 306 Begegnungen (im Schnitt 42.623). Zuschauer-Krösus dürfte der BVB mit seiner 80.645 Fans fassenden Arena bleiben, die Bundesliga sollte weiter die Liga mit dem weltweit höchsten Zuschauer-Zuspruch sein. Für Rauball ist die Bundesliga eben ein "Premium-Produkt" - mit Entwicklungspotenzial.

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