VfB Stuttgart wirft Bruno Labbadia raus

VfB Stuttgart wirft Bruno Labbadia raus

Damit zog der VfB Stuttgart die Konsequenzen aus dem Fehlstart von Bruono Labbadia in die Saison. Dies teilte der Club von ÖFB-Flügelstürmer Martin Harnik am Montagvormittag nach der 1:2-Niederlage beim FC Augsburg mit. Dessen Nachfolger könnte aus den eigenen Reihen kommen.

Die Entlassung von Bruno Labbadia als Trainer des VfB Stuttgart hatte sich bereits in den Katakomben des Augsburger Stadions abgezeichnet. Stoisch hatte Sportvorstand Fredi Bobic die vierte Pflichtspielniederlage des Fußball-Bundesligisten kommentiert, bis die Frage nach Labbadias Zukunft gestellt wurde. "Das ist dumm und respektlos!", fauchte Bobic mit einem Funkeln in den Augen, machte auf dem Absatz kehrt und ging davon.

Kaum 13 Stunden später hatte der Verein selbst die verspätete Antwort auf die keineswegs so dumme Frage gegeben: Nach dem Fehlstart in die 51. Bundesligasaison trennte sich der fünfmalige deutsche Meister von seinem erfolglosen Trainer, auch Assistent Eddy Sözer wurde vor die Tür gesetzt.

Den Nachfolger für den erfolglosen Coach wollte der Verein auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt geben. Als Favorit wird der aktuelle Nachwuchstrainer Thomas Schneider gehandelt, der seit 2011 die U17-Auswahl der Stuttgarter betreut. Das erste Training ohne Labbadia leiteten am Montagmorgen Torwarttrainer Andreas Menger und Konditionscoach Christos Papadopoulos.

Null Punkte nach drei Spielen, das drohende Aus in der Europa-League-Qualifikation nach dem 1:2 bei HNK Rijeka und die zunehmend gereizte Stimmung des VfB-Anhangs gegen Labbadia ließen am Ende wohl keine andere Entscheidung zu. Wer in Zukunft das Steuer bei den Schwaben in der Hand halten soll, ließ der Verein zunächst offen. Bobic wollte am Nachmittag vor die Öffentlichkeit treten.

Labbadia verabschiedete sich am Montagmorgen bei seinem letzten Gang zur Geschäftsstelle von der Mannschaft. Wer auch immer den Posten beim ambitionierten Traditionsklub übernehmen wird, steht vor einer großen Aufgabe. Die Pleite im Schwaben-Duell verdeutlichte einmal mehr die Probleme der Stuttgarter: Trotz des in der Sommerpause aufgebesserten Kaders ist die Leistung - besonders im Vergleich zur letzten Rückrunde - teilweise desolat.

Der Defensive, die aufgrund der Verletzungen der Innenverteidiger Serdar Tasci und Georg Niedermeier neu aufgestellt ist, strahlt keine Sicherheit aus. Dem Spielaufbau fehlt es an Tempo, Kreativität und einer klaren Struktur.

Noch schlimmer: Die Mannschaft zeigt in regelmäßigen Abständen eine erschreckend schwache Einstellung auf dem Platz. Angesichts dieses Handicaps wird es schwer, sich aus der Krise zu befreien. Und bereits am Donnerstag steht das nächste richtungweisende Spiel an. Im Rückspiel gegen Rijeka geht es um viel Geld und Prestige.

In Augsburg besiegelten Tore von Halil Altintop (6.) und Jan-Ingwer Callsen-Bracker (36.) Labbadias Schicksal. Torjäger Vedad Ibisevic brachte den VfB mit seinem verwandelten Foulelfmeter (42.) noch einmal heran. Doch der Treffer des Bosniers, der nun sechs der letzten sieben Pflichtspieltore für den VfB erzielt hat, leitete keine Aufholjagd ein.

Dass Labbadia laut eigener Aussage dennoch nach der Pause eine "veränderte Mannschaft" auf dem Platz gesehen hat, lag alleine in der unterirdischen Leistung des VfB vor dem Seitenwechsel begründet. Nach der völlig überzogenen Roten Karte gegen Ibrahima Traore war die Moral endgültig gebrochen.

"Wir haben null Punkte nach drei Spielen, mehr ist doch nicht passiert", sagte Ibisevic: "Wir müssen zusehen, dass wir uns da selbst wieder rausholen. Das ist nicht das Ende der Welt." Doch zumindest das Ende der Ära Labbadia beim VfB.

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