Uli Hoeneß vor Rückkehr als Präsident des FC Bayern

Uli Hoeneß vor Rückkehr als Präsident des FC Bayern

Uli Hoeneß ist am Weg zurück ins Präsidium vom FC Bayern.

Karl Hopfner, aktueller Präsident von David Alabas Klub FC Bayern München, tritt ab. Die Rückkehr für Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München scheint nach Verbüßung seiner Haftstrafe nur noch Formsache zu sein.

München. Ein knappes halbes Jahr nach seiner Haftentlassung hat Uli Hoeneß seine Kandidatur für das Präsidentenamt beim FC Bayern München angekündigt. "Uli Hoeneß wird für das Amt des Präsidenten des FC Bayern München eV kandidieren", teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Montag mit.

Bei der Präsidiumswahl auf der Jahreshauptversammlung im November werde sich Hoeneß den Vereinsmitgliedern zur Wahl stellen. Amtsinhaber Karl Hopfner wird nach FCB-Angaben nicht mehr für ein Amt im Präsidium kandidieren. "Dies haben Karl Hopfner und Uli Hoeneß bei sehr angenehmen Gesprächen einvernehmlich so vereinbart", teilten die Bayern mit.

Nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung am 14. März 2014 war Hoeneß von seinen Ämtern beim FC Bayern zurückgetreten, Hopfner trat seine Nachfolge an. Am Landesgericht in München wurde Hoeness am 13. Mäzr 2014 wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen in den Jahre 2003 bis 2009 in Höhe von 28,5 Millionen Euro schuldig gesprochen. Er wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Der heute 64-jährige Hoeneß war 21 Monate in Haft, 14 davon im offenen Vollzug. Bei seinem Klub FC Bayern München hatte er Anfang 2015 als Freigänger einen Job im Jugendbereich bekommen.

Hoeness hatte über mehrere Jahre hinweg über ein Nummernkonto der Schweizer Bank Vontobel Steuern in mehrfacher Millionenhöhe hinterzogen. Hoeness soll für Devisengeschäfte über 200 Millionen Euro zur Verfüung gehabt haben. Gewinne von 52 Millionen Euro im Jahr 2003 und 78 Millionen Euro im Jahr 2005 sollen über das Schweizer Nummernkonto abgerchnet worden sein. Im Jahr 2013 wurde das Verfahren gegen ihn eröffnet. Eine Selbstanzeige vom Jänner 2013, die Hoeneß eine Strafmilderung bringen sollte, wurde vom Gericht nicht anerkannt, weil sie zu spät eingereicht wurde. Zu dem Zeitpunkt war die Steuerhinterziehung bereits in Medien veröffentlicht worden.

Von 2009 bis 2014 war er Präsident des FC Bayern. Davor war er 30 Jahre im Sportmanagement des Klubs tätig. Im Jahr 2009 zog er sich als Manager zurück - blieb aber dennoch das Gesicht des mächtigsten, erfolgreichsten und streitbarsten Vereins in Deutschland. Sein positives Image, das er sich durch Wohltätigkeitsaktionen, Spenden und Benefizspiele aufgebaut hatte, bekam durch den Steuerskandal gewaltige Risse.

Der gebürtige Schwabe aus Ulm war selbst aktiver Fußballprofi und deutscher Nationalspieler (35 Länderspiele). Seine Karriere verlief im Schnelldurchlauf: Mit 19 Jahren Profi, mit 20 Europameister, mit 22 Weltmeister und mit 27 Sportinvalide. Eine Knieverletzung hatte ihn zum Karrierende gezwungen.

Im Jahr 1979 wechselte er ins Management der Bayern und erlebte von Bank und Tribüne aus unter anderem 19 Meistertitel, elf DFB-Cupsiege und zwei Champions-League-Triumphe. Er hatte in Deutschland die Ökonomisierung des Fußballs vorangetrieben und den FC Bayern zum reichsten Fußballklub gemacht.

Hopfner hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass er Hoeneß bei einer Rückkehr ins Amt des Präsidenten nicht im Wege stehen werde. Ob Hoeneß auch wieder Chef des Bayern-Aufsichtsrates werden soll, war vorerst offen.

Die Präsenz

Bei den Profis des FC Bayern wurde ein mögliches Comeback des Welt- und Europameisters als Spieler in höchsten Ämtern positiv gesehen. "Er ist grundsätzlich eine Bereicherung für den FC Bayern. Er ist ja immer schon präsent", sagte DFB-Nationalspieler Thomas Müller. "Uli ist für den Verein sowas von wichtig. Ohne ihn wäre der FC Bayern nicht da, wo er jetzt steht", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatten sich für eine Rückkehr von Hoeneß in die Führungsetage der Bayern ausgesprochen. Dieser war beim FC Bayern immer schon mehr als nur ein Profi, Manager und bis zu seiner Verurteilung 2014 Präsident. Hoeneß führte den Verein an die nationale und internationale Spitze und wurde das Gesicht des "Mia san Mia"-Clubs, bei dem auch ÖFB-Star David Alaba unter Vertrag steht.

Der Unternehmer

Hoeneß ist aber auch außerhalb des Sport ein umtriebiger Unternehmer. Im Jahr 1985 hat er eine Fleischhauerei mit einem Partner übernommen und die HoWe Wurstwaren GmbH in Nürnberg gegründet. Das Unternehmen hat sich zu einer Wurstfabrik entwickelt, die unter anderem den deutschen Diskonter Aldi und anderer Lebensmittelhanelsgruppen, Feinkost Käfer, das Oktoberfest in München beliefert sowie auch gelegentlich McDonald's beliefert hat. Das Unternehmen wird heute von seinen beiden Kindern geleitet.

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