UEFA Champions League Finale Real Madrid vs Atlletico Madrid

UEFA Champions League Finale Real Madrid vs Atlletico Madrid

Um 20:45 wir in Lissabon das Finale der UEFA Champions League Saison 2013/2014 angepfiffen. Es wird ein Duell der beiden Madrider Stadtclubs Real Madrid und Atletico Madrid. Obwohl Atletico soeben die spanische Meisterschaft gewonnen hat ist Real für viele der Favorit.

Die UEFA Champions League geht in das Finale. Um 20:45 wird im "Estadio do Sport Lisboa", der Heimstädte des portugiesischen Clubs Benfica, das Endspiel zwischen Real Madrid und Atletico Madrid angepfiffen. Wie im Vorjahr, als der FC Bayern und Borussia Dortmund um die Krone im europäischen Clubfußball kämpften, ist damit das Finale eine Sache, die sich zwei Clubs, die aus einem Land stammen, untereinander ausmachen. Erstmals ist das Finale aber sogar ein Stadtduell.

Der Ort des Geschehens: Das Estadio do Sport Lisboa

Sozialpolitisches Duell

Real gegen Atletico, das ist in Spanien und ganz besonders in Madrid, aber kein normales Derby. Es treffen zwei Clubs aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Für Atletico, das bisher erst ein einziges Mal in einem europäischen Endspielstand - im Jahr 1974 - und dabei unterging, wäre der Finalsieg der größte Erfolg der Clubgeschichte. Und nach dem Gewinn der spanischen Meisterschaft, drei Punkte vor den scheinbar übermächtigen Gegnern FC Barcelona und Real Madrid der Abschluss einer phänomenalen Erfolgsserie, die dem von dem Argentinier Diego Simeone trainierten Verein zu Beginn der Saison wohl kaum jemand zugetraut hätte.

Atletico wurde im Jahr 1903 gegründet. Von madrilenischen und baskischen Studenten, die eigentlich dem Athletic Club de Bilbao (baskisch Bilbo) angehört hatten. Der in der Nähe der großen Mahou-Brauerei im südlicheren Teil der spanischen Hauptstadt in einem traditionellen Arbeiterviertel angesiedelte Verein steht traditionell für eine gewisse Erdigkeit und soziale Bodenhaftung.

UEFA Champions League - die Finale seit 2008

Dafür spricht auch die Genese des Spitznamens "Colchoneros". Die "Rojiblancos" ("Rotweißen") trugen in ihrer Gründerzeit nämlich an sich blauweiße Trikots. Dann kam jemand auf die Idee, die Sportdressen aus dem besonders strapazfähigen Stoff für Matratzen herzustellen. Und die hatten in Spanien meist rote und weiße Streifen. "Colchoneros" kann in etwa mit "Matratzenmacher", "Matratzenhändler" oder "Matratzinger" übersetzt werden.

Könige des Fußballs

Dagegen Real Madrid: Für den 1902 gegründete Real Madrid Club de Futbol wäre es der zehnte Triumph in der europäischen Königsklasse. Die Operation "Decima" hat bei dem Verein oberste Priorität. Seit den 1920er Jahren ist Real im eher zentralen Stadtteil Chamartin am Boulevard Paseo de la Castellana beheimatet. Dem Club haftet das Image des Nobelclubs an. Vor allem aber galt er über Jahrzehnte als Repräsentationsverein des Regimes von General Francisco Franco, der Spanien von 1939 bis 1975 beherrschte sowie einen autokratisch-nationalkatholischen und vor allem höchst konservativen Touch verpasste.

Eigentlich hatte Franco, der den Fußballs nicht nur propagandistisch nutzen wollte, sondern sich auch tatsächlich dafür interessierte, alles aber ganz anders geplant gehabt. Nach seinem Sieg im Spanischen Bürgerkrieg (1936-39) gegen die verschiedenen Truppen der generell im linken Spektrum angesiedelten Republikaner sollte eigentlich Atletico de Madrid sein Vorzeigeclub werden. Atletico wurde 1939 sogar mit dem Team von Francos Luftwaffe fusioniert und hieß bis Ende 1946 "Atletico Aviacion".

Die Zuneigung Francos zu Real wurde erst mit den Erfolgen in den 1950er und 60er Jahren geweckt, als das "weiße Ballett" sechsmal den Europacup der Meister gewann, und sich der "Generalisimo" im internationalen Ruhm gleich ein wenig mitsonnen konnte. Bezeichnend ist auch, dass auf das Attribut "Real", also "Königlich", im Vereinsnamen auch zu Zeiten der Diktatur nie verzichtet wurde.

Atleticos mühsamer Weg

Mit Atletico war da für das Regime hingegen nicht viel zu holen. Große Erfolge gab es während der Franco-Diktatur nur sporadisch. 1950, 1951, 1966 wurde der Titel eingefahren. Und 1973, als der Österreicher Max Merkel die "Colchoneros" mit "Zuckerbrot und Peitsche" zum Gewinn der Meisterschaft führte.

Von 1987 bis 2003 hatte dann der ebenso exzentrische wie bisweilen halbseidene Unternehmer Jesus Gil y Gil das Sagen. Er holte 1990 auch den Niederösterreicher Gerhard Rodax zu den "Rojiblancos". Die Bilanz hatte eine Bandbreite vom Meistertitel 1996 bis zum Abstieg im Jahr 2000. Ehe der ehemalige Luftwaffenverein 14 Jahre wieder zu einem Höhenflug startete, der sogar auf den Gipfel des europäischen Clubfußballs führen könnte.

Fakten zum Spiel

Stadion: Da Luz, Lissabon
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Assistenten: van Roekel (Niederlande), Zeinstra (Niederlande)
Torrichter: van Boekel (Niederlande), Liesveld (Niederlande)
Vierter Schiedsrichter: Cakir (Türkei)

Mögliche Aufstellung Real Madrid
Casillas - Carvajal, Varane, Sergio Ramos, Fabio Coentrao - Modric, Illarramendi, di Maria - Bale, Cristiano Ronaldo - Benzema, Trainer: Ancelotti

Reservebank: Diego Lopez (Tor), Jesus Fernandez (Tor), Arbeloa, Marcelo, Nacho, Pepe, Casemiro, Isco, Khedira, Morata

Mögliche Aufstellung Atletico
Courtois - Juanfran, Miranda, Godin, Filipe - Tiago, Gabi - Arda Turan, Koke - Adrian, Villa, Trainer: Simeone

Reservebank: Aranzubia (Tor), Alderweireld, Gimenez, Insua, Javi Manquillo, Diego, Mario Suarez, Raul Garcia, C. Rodriguez, Sosa, Diego Costa

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