Touristenhölle Brasilien - die Schattenseiten der FIFA Fußball WM 2014

Touristenhölle Brasilien - die Schattenseiten der FIFA Fußball WM 2014

Statt einem Fußballparadies droht ausländischen Gästen bei der FIFA WM 2014 eine wahre Touristenhölle: Schwindelerregende Preise, überfüllte Flughäfen, Kriminalität und zusammenbrechende Telefonverbindungen.

Jubeln über den Finalsieg des eigenen Teams im altehrwürdigen Maracana-Stadion, ein euphorischer Anruf in die Heimat und dann endlos Feiern an der Copacabana - das ist der Traum aller Fußballfans, die zur Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen. Doch bei diesem Turnier sind das kühne Wünsche, selbst wenn sich der sportliche Erfolg einstellen sollte. Denn statt des Fußballparadieses könnten viele der ausländischen Gäste eine wahre Touristenhölle erleben: schwindelerregende Preise, überfüllte Flughäfen, Kriminalität und zusammenbrechende Telefonverbindungen.

Hunderttausende Fußball-Fans dürften kein Sommermärchen erwarten wie in Deutschland vor acht Jahren, sie müssten sich vielmehr auf den brasilianischen Winter einstellen, macht Jerome Valcke, Generalsekretär des Weltfußballverbands FIFA, deutlich. "Die größten Probleme wird es nicht für die Medien geben und nicht für die Teams und nicht für die Funktionäre, sondern für die Fans." Diese müssen gewaltige Distanzen in dem riesigen Land überbrücken, weil ihre Mannschaften bereits in der Vorrunde in drei verschiedenen Stadien spielen. Eine angemessene Infrastruktur dafür gibt es Valcke zufolge nicht. "Meine Botschaft an die Fans wäre: Stellen Sie sicher, dass Sie alles organisiert haben, wenn Sie nach Brasilien kommen", empfiehlt er. "Verwechseln Sie das nicht mit Deutschland, wo es einfach ist, durchs Land zu reisen. In Deutschland können Sie in Ihrem Auto übernachten." In Brasilien sei dies undenkbar. Von Rucksack-Tourismus rät Valcke dringend ab. "Sie können nicht am Strand schlafen, schon allein weil es Winter ist", erläutert er. "Es gibt keine Züge dort, Sie können nicht fahren."

Achtung, keine Verbindung

Die Fans sind also auf den Luftverkehr angewiesen. Doch hier liegt einiges im Argen. Mindestens fünf der zwölf WM-Städte werden die versprochenen Erweiterungen ihrer Flughäfen nicht termingerecht abschließen. Es drohen Engpässe, weil das Angebot knapp werden könnte. Die FIFA hofft, dass Zuschauer keine Spiele verpassen, weil ihre Flüge zu spät ankommen. "Das sollte nicht passieren", mahnt Valcke. "Wenn Sie fünf Stunden vor einem Nachtclub warten, weil Sie nicht hineinkommen, dann verdirbt das ihnen die Nacht."

Ein großes Fragezeichen steht auch über den Telefon- und Datenverbindungen. Der Weltfußballverband bangt, ob die Mobilfunknetze rund um die Spielorte dem gewaltigen Ansturm standhalten können. Trotz erheblicher Investitionen der Netzanbieter bestehen Bedenken. "Wir wollen nicht, dass Brasilien als die schlechteste WM aller Zeiten in Erinnerung bleibt, weil Journalisten ihre Meldungen nicht in die übrige Welt schicken können", sagte Valcke jüngst.

100 Dollar Risottos

Für die begehrten Flugtickets werden die Fans tief in die Tasche greifen müssen. Die 50-minütige Verbindung zwischen Sao Paulo und Rio de Janeiro kostet an normalen Wochentagen bereits jetzt im Schnitt oft mehr als das Doppelte wie der 80-minütige Flug von New York nach Washington. Sao Paulo ist nach Erhebungen der Beratungsfirma Mercer unter den teuersten Städten der Welt auf Platz 19 - vor New York und London. Rio liegt immerhin auf Rang 30.

Fußballfreunde, die vom Ein-Dollar-Bier am Strand träumen, geben sich wohl Illusionen hin. Die Realität sieht anders aus: Der beliebte Cocktail Caipirinha etwa kostet häufig zehn Dollar, ein Risotto in gehobenen Restaurants auch mal 100 Dollar und die Hotelnacht an gefragten Orten mitunter 1000 Dollar. Ein Trostpflaster gibt es allerdings für die Fans aus Ländern mit harten Währungen. Der Wechselkurs hat sich sehr zu ihren Gunsten entwickelt. Der Euro etwa gewann in den vergangenen zwölf Monaten zum brasilianischen Real gut 16 Prozent

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