Schalke 04 dank Kevin-Prince Boateng in Jubelstimmung

Schalke 04 dank Kevin-Prince Boateng in Jubelstimmung

Nach seinem ersten Doppelpack mit dem Kopf war Kevin-Prince Boateng wieder bestens gelaunt. "Das wird hier von mir erwartet, glaube ich", sagte der Matchwinner von Schalke 04 nach dem mühsamen 3:1 (0:1)-Sieg gegen Werder Bremen und grinste.

Zwei Stunden zuvor war dem Offensivstar der Königsblauen noch nicht zum Lachen zu Mute gewesen. Auf dem Weg in die Halbzeitpause hatte er sich mit einem Fan angelegt. "Ich habe ihm gesagt, er soll den Mund halten und uns anfeuern", berichtete der 26-Jährige bei Sky.

Wenn der Deutsch-Ghanaer zuvor noch nicht wusste, wo er nach seiner Rückkehr aus Italien gelandet ist - seit Samstag weiß er es: Nirgendwo liegen Pfiffe und Jubel, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt so nahe beieinander wie auf Schalke. Nachdem er mit seinen Kopfballtoren in bester Horst-Hrubesch-Manier (64. und 85.) die Gelsenkirchener zum dringend notwendigen Bundesliga-Dreier geführt hatte, war er der umjubelte Held. "Kopfballungeheuer Prince!", schrieb sein Teamkollege Julian Draxler bei Facebook. Zuvor hatten viele der 61.973 Zuschauer in der ausverkauften Veltins-Arena den Zehn-Millionen-Einkauf für einen Auswechsel-Kandidaten gehalten.

Warum er Boateng, der beim 0:3 beim FC Chelsea erneut einen Schlag auf sein neuralgisches Knie bekommen hatte, nicht aus dem Spiel genommen habe, wurde Trainer Jens Keller gefragt. "Weil ich wusste, dass er noch zwei Tore macht", antwortete der Schalker Coach schmunzelnd. Boateng habe ihm angezeigt, "dass es noch geht". Nach dem ersten Kopfballtreffer zum 1:1 beorderte Keller den Allrounder sogar in die Sturmspitze - mit Erfolg: Das insgesamt siebte Bundesliga-Tor des gebürtigen Berliners sicherte den Königsblauen den Sieg und brachte sie wieder in die Nähe des angepeilten vierten Platzes.

Boateng, zuletzt öfter in München zur Behandlung seines linken Knies als im Schalker Mannschaftstraining, nahm zwar seine beiden Kopfballtreffer gerne mit: "Das ist ein Pluspunkt." Noch mehr jedoch freute er sich über seine körperliche Fitness: "Ich bin einfach froh, dass ich 90 Minuten geschafft habe - von der Luft her." Er fühle sich "auf jeden Fall sehr gut", fügte er an - so gut, dass in der nächsten Woche eine längere Reise antritt.

In Istanbul stößt er zur ghanaischen Nationalmannschaft. Eine Woche später geht es nach Kairo, um die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien perfekt zu machen. "Ich freue mich, endlich wieder in der Nationalmannschaft zu spielen", sagte Boateng, der zuletzt am 3. Juni 2011 für die Black Stars aufgelaufen war. Nach dem 6:1 im Play-off-Hinspiel ist die Partie in Ägypten nur noch Formsache. "Wenn wir uns nicht qualifizieren, brauchen wir gar nicht nach Ghana zurückzureisen", meinte Boateng.

Sein Arbeitgeber sieht den Trip nach Afrika dagegen gar nicht gerne. "Natürlich wäre es mir lieber, wenn er hier bliebe", sagte Sportvorstand Horst Heldt. Für Boatengs körperliches Wohlbefinden ist indes gesorgt. "Mein Physio fliegt mit", sagte der Offensivstar.

Bis zu Boatengs Doppelpack hatten sich Heldt und Co. ernsthafte Sorgen machen müssen. Nach dem Rückstand durch Felix Kroos (22.) nach einem kapitalen Fehler von Roman Neustädter mühten sich die Schalker gegen clever verteidigende und gefährlich konternde Bremer lange vergeblich - weil ihnen die spielerischen Mittel, aber auch die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlten.

Die ersten Zuschauer murrten. Als Torhüter Timo Hildebrand, nach seinem Aussetzer in London unter besonderer Beobachtung, sich einen Querschläger am eigenen Strafraum leistete, wurde das Raunen lauter. "Ich finde es erstaunlich, das scheint ein Phänomen hier zu sein", meinte der Ex-Nationalkeeper.

Hildebrand übte aber auch generelle Kritik an der Spielweise seiner Vorderleute: "Insgesamt spielen wir zu viele Rückpässe. Wir haben zu wenige Lösungen." Gegen Werder war Boateng die Lösung. Danach krönte Jefferson Farfán nach sechswöchiger Verletzungspause sein Comeback mit dem 3:1 (90.+1).

Mit leeren Händen stand am Ende Bremens Coach Robin Dutt da und wunderte sich. "Es war eigentlich ein gutes Auswärtsspiel", meinte er, "ich hatte das Gefühl, dass wir drei Punkte mitnehmen können. Dass es nicht mal einer ist, ist bitter."

Fußball

Fußball: Premier League ballert auf die 5-Milliarden-Mauer

Steueraffäre: Cristiano Ronaldo hinterlegt 14,7 Millionen bei Gericht

Fußball

Steueraffäre: Cristiano Ronaldo hinterlegt 14,7 Millionen bei Gericht

Fußball

Nächste Steueraffäre: Fußball-Star Di Maria betrügt Spaniens Fiskus