Revierderby am Samstag: Dortmund und Schalke sind "heiß"

Revierderby am Samstag: Dortmund und Schalke sind "heiß"

Die Vorzeichen könnten nicht unterschiedlicher sein: Auf der einen Seite Dortmund, nach dem Sieg über Arsenal mit noch mehr Selbstbewusstsein ausgestattet. Auf der anderen Seite Schalke, das nach der Chelsea-Pleite auf die Derbygesetze hofft.

Der Sportwettenanbieter bwin sieht Borussia Dortmund am 10. Spieltag der Fußball-Bundesliga im Revier-Derby bei Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) als Favoriten an. Mit einer Sieg-Quote von 1,91:1 ist der Vize-Meister klarer Favorit im Ruhrpott, ein Heimerfolg der Schalker wird mit 3,70:1 geführt.

Und dennoch: Ein Derby hat stets seine eigenen Gesetze - dieser Standardspruch trifft auch für das Revierderby Schalke 04 vs. Borussia Dortmund am Samstag (Beginn 15.30 Uhr) zu.

Die Schalke-Fans sind jedenfalls zuversichtlich. Sie stimmten schon vor Spielende Gesänge gegen den Erzrivalen an, die Spieler und Verantwortlichen machten sich unmittelbar nach dem Abpfiff gegenseitig Mut. Nach seiner höchsten Heimniederlage in der Champions League beim 0:3 (0:1) gegen den FC Chelsea richtete Fußball-Bundesligist Schalke 04 seinen Fokus sofort auf das Derby. "Das Derby geht bei null los, es wird ein heißes Spiel. Dortmund wird nicht so verteidigen wie Chelsea. Das Spiel war sehr lehrreich", sagte Torhüter Timo Hildebrand nach der ernüchternden Lektion gegen den Europa-League-Sieger.

Keine Chance herausgeholt

Engagierte Schalker betrieben gegen die Stars aus London einen hohen Aufwand, erspielten sich in 90 Minuten aber keine hundertprozentige Chance. Am Ende bestrafte Chelsea die Fehler der Königsblauen eiskalt und schoss mit Kontern aus dem Lehrbuch den deutlichen Sieg durch Treffer von Fernando Torres (5. und 69.) und Eden Hazard (87.) heraus. "Chelsea hatte Effizienz, Cleverness und Erfahrung. Uns hat vielleicht die Überzeugung gefehlt", sagte Sportvorstand Horst Heldt. Symptomatisch für das Schalker Spiel war Max Meyer. Der 18-Jährige bot einen beherzten Auftritt mit einigen guten Aktionen, vor dem zweiten Gegentreffer leistete sich das Top-Talent aber einen haarsträubenden Fehlpass. Heldt nahm ihn aber in Schutz: "Er hat aber Verbot, darüber nachzudenken. Sonst ändert er sein Spiel, das sollte er nicht tun."

Den Schalker Youngstern fehlte aber auch die notwendige Unterstützung. Führungsspieler Kevin-Prince Boateng war nach zweiwöchiger Verletzungspause sichtlich nicht in Top-Verfassung, er hing auf ungewohnter Position in der Sturmspitze auch ziemlich in der Luft. "Vorne musste er nicht so viele Wege machen", begründete Keller seine Entscheidung. Da die Ausgangslage als Tabellenzweiter mit sechs Punkten "immer noch sehr gut ist" (Keller), richteten die Königsblauen ihre Konzentration auf das emotional wichtigste Spiel der Hinrunde. Das Derby sei ein besonderes Spiel und habe seine eigenen Gesetze. Dies habe man im vergangenen Jahr gesehen. Dortmund sei dominant gewesen, aber Schalke habe gewonnen. Man wolle am Samstag etwas mitnehmen, sagte Keller.

Aogo freut sich

Dennis Aogo freut sich derweil auf sein erstes Spiel gegen den BVB im Schalker Trikot. "Das Derby ist wie ein Pokalspiel, egal was davor und danach war. Die Fans haben uns gezeigt, dass das Spiel am Wochenende eigentlich viel wichtiger ist", sagte der Ex-Hamburger, der die Besonderheit von Herne-West gegen Lüdenscheid-Nord auch aus der Entfernung mitbekommen hat: "Sonst hätte ich die letzten zehn Jahre in Quarantäne gelebt."

Dortmund nach Sieg selbstbewusst

Nun zum Gegner: Beeindruckend war dessen Effizienz im Emirates-Stadion im Londoner Ortsteil Highbury. "Es gab Spiele, in denen haben wir 30-mal auf das Tor geschossen und keinen Treffer erzielt, heute waren es zwei nach drei Torschüssen. Auch das ist ein Schritt in der Entwicklung", sagte Dortmund-Trainer Jürgen Klopp. Sicherlich sei in einem Spiel auf Augenhöhe auch Glück nötig, "aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir unverdient gewonnen haben". Der BVB bearbeitete Arsenal, das seine Offensivstärken mit einem äußerst blassen Mesut Özil in keiner Phase entfalten konnte. Eine halbe Stunde mussten die Gunners-Anhänger auf den ersten Torschuss ihrer Mannschaft warten. Der Ausgleich von Olivier Giroud (41.) nach der frühen Führung durch Henrich Mchitarjan (16.) fiel nach einer unglücklichen Aktion von Neven Subotic und Torhüter Roman Weidenfeller.

Lewandowski will und kann

Dass der abwanderungswillige Robert Lewandowski eine geniale Flanke des überragenden Großkreutz mit beeindruckender Selbstverständlichkeit zum Siegtreffer (82.) nutzte, war für Klopp keine Überraschung. "Und noch mal: Man kann mir aus unterschiedlichen Gründen glauben, dass Robbi bis zum Saisonende alles für uns gibt, alles für die Mannschaft tut." Doch erst am Saisonende wird sich zeigen, ob die Rechnung, auf eine Ablösesumme zu verzichten und den 25-Jährigen bis zum Vertragsende zu behalten, die sportlich und kaufmännisch richtige Entscheidung war. Vieles deutet nach bisher drei Toren in der Königsklasse und sechs in der Bundesliga (dazu vier Assists) darauf hin.

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