Premier League: Leicester City triumphiert, Wettanbieter und Club zur Kasse

Premier League: Leicester City triumphiert, Wettanbieter und Club zur Kasse
Premier League: Leicester City triumphiert, Wettanbieter und Club zur Kasse

Die Sensation ist perfekt. Leicester City mit Christian Fuchs ist erstmals in der Vereinsgeschichte britischer Meister.

Sensationsclub Leicester City hat erstmals in der Vereinsgeschichte den Meistertitel in der britischen Premier League geholt. 5000:1 war zu Beginn der Premier League Saison 2015/16 die Quote für den Verein, bei dem auch ÖFB-Kapitän Christian Fuchs spielt. Jetzt müssen die Wettanbieter Millionen zahlen. Zahltag ist auch für Leicester City, das Trainer Claudio Ranieri eine stattliche Prämie für den Nichtabstieg und die Meisterschaft zahlen muss.

Die Sensation ist perfekt: Leicester City (lcfc.com) mit ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs im Kader, holt erstmals in der 132-jährigen Vereinsgeschichte den Meistertitel. 132 Jahre alt musste der Leicester City Football Club darauf warten. Nach dem 2:2 (2:0) des Zweitplatzierten Tottenham bei Chelsea ist den "Foxes" der Titel zwei Spieltage vor Schluss der Premier-League-Saison nicht mehr zu nehmen. Leicester hatte erst 2014 den Wiederaufstieg in die Premier League geschafft und wurde zu Saisonbeginn noch als Abstiegskandidat gehandelt.

Großer Zahltag

Die britischen Sportwettanbieter müssen nun den größten Verlust seit Bestehen der englischen Fußball-Premier-League hinnehmen. Das Minus könne sich auf rund zehn Millionen Pfund (12,88 Millionen Euro) summieren, wie William Hill mitteilte. Allein William Hill würde das mehr als drei Millionen Pfund (3,86 Millionen Euro) kosten.

Wer zu Saisonbeginn ein Pfund (1,29 Euro) auf Leicester setzte, bekommt bis zu 5.000 Pfund (6.440 Euro) ausgezahlt. "Eine Gewinnquote von 5000:1 gab es noch nie", sagte Hill-Sprecher Joe Crilly. Ein Engländer aus dem Ort Guildford, der 75 Pfund auf Titelgewinn gewettet hatte kann sich nun über einen Gewinn von 112.500 Pfund (144.900 Euro) freuen.

Das Prämienspiel

Aber die nur die Zocker räumen reichlich ab. Auch der Trainer Claudio Ranieri bekommt eine satte Prämie überwiesen. Vor der Saison hatte sich der 64jährige Coach eine Nichtabstiegsprämie ausgehandelt, die sich mit der Entfernung von den Nichtabstiegsrängen kräftig erhöhte. 100.000 Pfund hatte sich Ranieri für den Platz 17 ausgehandelt. Für jeden weiteren Rang nach oben in der Tabelle werden weitere 100.000 Pfund fällig. Unterm Strich sind es nun alleine 1,7 Millionen Pfund Nichtabstiegsprämie

Doch damit nicht genug: Auch für den vor der Runde schier unmöglichen Fall einer Meisterschaft hat Ranieri eine Prämie ausgehandelt. Für den Titelgewinn wird ein weiterer Millionenbetrag fällig. Und zwar weitere 3,2 Millionen Pfund. Insgesamt soll der Meistercoach nun fünf Millionen Pfund kassieren (6,4 Millionen Euro), wie "Daily Mail" in der Vorwoche berichtet hat. Der Titelgewinn mit Ranieri an der Spitze kommt auch deshalb überraschend, weil der Italiener bisher noch keine Meisterschaft mit den von ihm gecoachten Teams erringen konnte. Mit Griechenlands Auswahlteam war Ranieri zudem im November 2014 zur Europameisterschaftsqualifikation von Färör geschlagen worden, was seinen Rauswurf zur Folge hatte.

Leicester City Coach Claudio Ranieri im Interview

Den Klub wird die Prämie jedenfalls nicht weiter sorgen. Wird die Kasse des Meisters doch durch die Teilnahme an der Champions League im Herbst 2016 kräftig angefüllt. Und auch für den "Big Spender", dem schwerreichen Klubeigentümer Vichai Srivaddhanaprabha aus Thailand, ist das nur ein Klax. Das Vermögen des mit Duty-Free-Shops reich gewordenen 58-jährigen Thai beläuft sich auf derzeit 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro).

Feier in der Villa

Die Spieler des neuen Meisters - der am Sonntag gegen Manchester United 1:1 gespielt hatte und somit die Meisterschaftsfeier vertagen musste - verfolgten das London-Derby in der Villa von Torjäger James Vardy im Fernsehen. Außenverteidiger Christian Fuchs ist erst der zweite Österreicher, der über den Titel in der Premier League jubeln darf. 1998 hatte Tormann Alexander Manninger mit Arsenal triumphiert. Mit einem "CHAMPIONS!!!!" samt Video, das den Riesenjubel von Fuchs und seinen Mannschaftskollegen zeigte, twitterte Österreichs Team-Kapitän kurz nach der Entscheidung seine Freude.

Leicester-Trainer Ranieri war zum Zeitpunkt des Titelgewinns in der Luft. Er weilte bis zum Abend in seiner italienischen Heimat, um den 96. Geburtstag seiner Mutter zu feiern, und befand sich während des Abpfiffs im Flugzeug.

Schlacht in London

Das entscheidende Spiel in London war eine Schlacht. Leicester-Verfolger Tottenham Hotspurs lag beim Vorjahresmeister Chelsea London durch Harry Kane (35.) und Heung-Min Son unmittelbar vor der Pause zur Halbzeit 2:0 in Führung.

In 25 turbulenten Minuten glich Chelsea durch Gary Cahill (58.) und Joker Eden Hazard (83.) mit einem Traumtor aber das Derby aus. Im Finish entglitt den an der Stamford Bridge auch im 26. Anlauf in Folge erfolglosen Spurs nicht nur die Chance auf den ersten Titel seit 1961, sondern auch mehrfach die Beherrschung. Die Partie wurde extrem gehässig. Dass am Ende noch alle 22 Spieler auf dem Feld waren war fast eine ebenso große Sensation wie der Titelgewinn von Leicester.

Die Premier League Tabelle: Leicester City liegt uneinholbar an der Spitze.

In den noch verbleibenden Runden muss Leicester noch zuhause gegen Everton (Samstag, 7. Mai, 18:30) und in der Schlussrunde am 15. Mai auswärts gegen den Londoner Großclub und Vorjahresmeister Chelsea (16:00) antreten. Es wird für die Füchse ein Fest.

Meisterfeiern

Leicester City ist anders: Zuletzt wurden die Ticketpreise für die kommende Saison trotz der jüngsten Erfolge auf dem Stand von 2014 eingefroren, außerdem gab es Freibier und Gratis-Donuts für alle Leicester-Fans, die zum Match am Geburtstag von Klubeigentümer Srivaddhanaprabha am 3. April gegen FC Southampton in die Arena kamen.

Die Party-Stimmung von damals war aber wohl nichts im Vergleich zu den Szenen, die sich am Montagabend in den Pubs von Leicester abspielten. Voller Freude war auch Edelfan Gary Lineker, obwohl der frühere Weltklasse-Stürmer nun sein Versprechen einlösen und die erste BBC-Sendung "Match of the Day" in der kommenden Saison in Unterhose moderieren muss. "Ich bin gut in Form", witzelte Lineker schon vor einigen Tagen.

Leicester City Fans feiern den Triumph.

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