Pay-TV-Sender Sky: "Wir übertragen jedes Spiel, jedes einzelne Tor in HD-Qualität"

Der Pay-TV-Sender kommt in Österreich bereits auf mehr als 300.000 Kunden. Sky Deutschland-Manager Euan Smith sieht aber noch Potenzial und verrät, weshalb es bisher keine Android-App von Sky Go gibt.

Pay-TV-Sender Sky: "Wir übertragen jedes Spiel, jedes einzelne Tor in HD-Qualität"

FORMAT : Was kann die Rolle eines Pay-TV-Senders in einer Medienwelt sein, die sich gerade rasant ändert? Weshalb sollten die Kunden für die Dienste von Sky bezahlen, wo doch so viel Content kostenlos erhältlich ist?

Euan Smith : Erstens stehen wir für ein exklusives und hochwertiges Programm, das wir in bester Qualität anbieten. Es reicht von Live-Sport über Filme bis zu Dokumentationen. Zweitens verfügen wir über technologische Innovationen, die das Genießen dieser Inhalte einfach machen – und zwar immer und überall. Drittens haben wir einen besonders guten Kundenservice. Auf einer Makroebene gesehen, gibt es ein riesiges Angebot – und die Leute sind froh, wenn jemand dieses Angebot für sie bündelt und in einer intuitiven Weise anbietet. 500 Milliarden Stunden an Videomaterial werden 2015 online verfügbar sein und 15 Milliarden Devices werden weltweit angebunden sein. Da braucht es Anbieter, die die Zuseher an der Hand nehmen.

Sie stecken aber mittendrin im Umbruch vom klassischen TV-Konsum zur aktiven Gestaltung des Fernseh- und Videokonsums.

Smith : Die Bandbreite ist wirklich groß: Auf der einen Seite gibt es den Zuschauer, der auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm einen Film oder ein Live-Sportereignis während der Zugfahrt ansieht, auf der anderen Seite natürlich weiterhin die Familie, die sich sonntagsabends vor dem Fernseher versammelt. Für uns ist das gleich, wie sie unsere Angebote in Anspruch nehmen. Wir sind ein One-Stop-Shop für alles, was auf einem Bildschirm angesehen werden kann.

Fußball bleibt ein Schwerpunkt bei Sky. Doch wie lassen sich da überhaupt technische Innovationen gestalten?

Smith : Wir übertragen jedes Spiel, jedes einzelne Tor in HD-Qualität – das gibt es in Europa sonst nirgends. Der 24 Stunden-Sportsender Sky Sport News HD wird ausgeweitet; wir werden ab dem 1. August eine App dafür anbieten. Die Idee dahinter: Unser Sky Go-Angebot ist ausschließlich unseren Kunden vorbehalten, mit der Sky Sport News App wollen wir eine breitere Zielgruppe ansprechen. Diese App soll ihnen klarmachen, dass wir zum Thema Sport die wichtigsten Nachrichten rund um die Uhr parat haben, zudem sind dort Videoclips zu finden. Es gibt auch ausreichend Platz für News aus Österreich, denn dieses Land ist für uns von zentraler Bedeutung.

Vor dem Champions-League-Finale konnten Sky-Zuseher ihre Prognosen abgeben. Wird es mehr solcher interaktiver Element geben?

Smith : Ganz sicherlich. Die Kommunikation wird in beide Richtungen laufen.

Aber lässt sich damit auch Geld machen?

Smith : Es ist kein großer Umsatzbringer, aber es erhöht das Engagement der User. Wie das Beispiel Facebook zeigt, ist es sehr schwierig, wirklich Geld über Social Media zu einzunehmen.

Apropos Geld: Wie können Sie mehr Geld pro Kunde verdienen?

Smith : Es kommt darauf an dem bestehenden Kunden einen Mehrwert zu bieten; zum Beispiel, indem wir mittelfristig ein Produkt um die neue Ultra HD-Technologie aufbauen. Und es kommt darauf an, neue Kunden zu gewinnen. Der Hintergrund ist folgender: In Großbritannien gibt es 26 Millionen Haushalte und 10,7 Millionen davon haben Sky. In Deutschland und Österreich gibt es 40 Millionen Haushalte, aber nur 3,4 Millionen haben bis jetzt Sky. Es gibt also noch gigantisches Potential in diesem Markt.

Wie geht es mit Services wie etwa Sky Anytime, mit dem Sendungen aufgezeichnet werden können, weiter?

Smith : Wir wollen das Angebot vertiefen, also noch mehr Inhalte anbieten. Unsere Bibliothek ist schon groß, aber sie soll riesig werden. Das führt zurück zum dem Punkt, dass die Kunden einen Leitfaden brauchen. Wir machen Suchen und Finden noch einfacher, man tippt dann etwa „Harrison Ford“ ein und erhält umfassende Informationen zu dem Schauspieler sowie eine Auswahl an Filmen, in denen er mitspielt und die man sich gleich ansehen kann. Je komplizierter die Welt wird, desto einfacher müssen die Angebote sein.

Mit "Sky Go" können Sendungen auf Mobilgeräten angesehen werden: Wann wird es das auch für Android geben?

Smith : Mit einer einzigen App für Apple-Geräte erreicht man weit mehr Kunden als über Android, weil es im Gegensatz zu iPad und iPhone für dieses System Hunderte verschiedener Geräte gibt, die alle eigenständige Android-Konfigurationen verwenden, vom Samsung Galaxy-Tab bis zum HTC One. Wir haben es hier also bei Android mit einer deutlich unübersichtlicheren Welt zu tun, die eine Herausforderung für ein Produkt wie Sky Go darstellt. Wir sprechen aber gerade mit einigen Herstellern, und Android-Produkte wird es bei Sky in der Zukunft definitiv ebenfalls geben.

Sie haben zuvor Ultra HD erwähnt – sind Sie da nicht gar früh dran? Es gibt ja noch kaum Geräte.

Smith : Man kann nie zu früh dran sein. Aber Sie haben recht: Es gibt so gut wie keine Geräte und keine Inhalte dafür. Wir wollen und werden da aber wie schon bei HD oder 3D der Innovationstreiber sein. Wir haben auch schon begonnen, intern damit zu arbeiten, beispielsweise bei Fußballspielen. Wir müssen dann auch die gesamte Infrastruktur darauf ausrichten, es ist die gleiche Sache wie mit HD.

Sprechen wir über Kundenservice: Können Sie zufrieden sein mit der Leistung von Sky?

Smith : Man kann nie ganz zufrieden sein, aber wir haben jedenfalls sehr viel getan in dieser Hinsicht. Kundenservice ist ja nicht so kompliziert wie Weltraumforschung: Man soll das tun, worauf es ankommt – zum Beispiel klare Lösungen vorschlagen oder rechtzeitig ans Telefon gehen. Hinter den Kulissen rüsten wir unsere Systeme auf, damit unsere Leute im Gespräch mehr Zeit für den Kunden haben. Aber es bleibt immer etwas zu tun, um wirklich persönlichen und maßgeschneiderten Service anbieten zu können.

Aber sind Ihre Angebot, also die einzelnen Packages, auch verständlich genug für die Kunden?

Smith : Sie könnten jedenfalls deutlich komplizierter sein, das steht fest. Wir haben unser Angebot viel verständlicher gemacht, aber natürlich geht es immer noch besser. Das Problem ist: Es kann nicht viel übersichtlicher werden, denn es gibt neben Sat und Kabel in Zukunft auch noch IPTV.

Die Kündigungsquote liegt laut aktuellem Geschäftsbericht bei 11,3 Prozent. Könnte sie nicht niedriger sein?

Smith : Zehn Prozent sind in der Branche ein absoluter Spitzenwert, da liegen wir nur leicht drüber. Im europäischen Vergleich stehen wir damit sogar ganz vorne. Es gibt einfach einen natürlichen Anteil an Kunden, die aus unterschiedlichen, oft individuellen Gründen kündigen.

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Zur Person
Euan Smith ist als Executive Vice President Product & Operations der Sky Deutschland AG für Technik und Kundenservice zuständig. Er ist unter anderem für Produkte wie Sky Go verantwortlich.

Wachstum von Sky
Pay-TV-Sender Sky (ehemals Premiere) hat in Österreich im ersten Quartal 2013 erstmals mehr als 300.000 Kunden gezählt. Sky Österreich hat im Vorjahr 126 Millionen Euro umgesetzt, dieses Geld fließt in den Mutterkonzern Sky Deutschland. Dieser hat im ersten Quartal ein EBITDA von sechs Millionen Euro erreicht (Umsatz: 364 Millionen), der Verlust ist auf 37,6 Millionen Euro gesunken (zuletzt 73 Millionen). Für das Gesamtjahr werden operativ schwarze Zahlen erwartet. Alleine die Übertragungsrechte für die beiden obersten deutschen Fußball-Ligen kosten rund 485 Millionen Euro pro Jahr. Die News Corp von Rupert Murdoch hält seit dem Frühjahr mehr als 50 Prozent der Anteile an Sky Deutschland.

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