ÖFB-Kicker in Deutschland – Leistungsträger und Reservisten

ÖFB-Kicker in Deutschland – Leistungsträger und Reservisten

Ein Großteil der österreichischen Legionäre - wie etwa David Alaba beim FC Bayern - gehört zum Stammpersonal, einige müssen jedoch um Einsatzzeiten bangen.

Zu letzteren gehört Marko Arnautovic, der beim Liga-Start von Werder Bremen in Braunschweig im Gegensatz zu Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic nicht zur Einsergarnitur zählen dürfte. Werder-Ersatzgoalie Richard Strebinger wird weiter auf sein Bundesliga-Debüt warten müssen.

Unumstritten bei ihren Clubs sind neben Alaba auch Martin Stranzl (Mönchengladbach), Martin Harnik (Stuttgart) und Augsburg-Goalie Alexander Manninger, sobald er seine Knieverletzung auskuriert hat. Sein neuer Clubkollege Raphael Holzhauser kann sich Chancen auf die Anfangself ausrechnen, Emanuel Pogatetz ist bei seinem neuen Club Nürnberg im Gegensatz zu Muhammed Ildiz wohl gesetzt, Paul Scharner steht beim Hamburger SV auf dem Abstellgleis .

Fuchs schuftet um Stammplatz

Christian Fuchs hat in der Sommerpause die Ärmel aufgekrempelt. Nach einer durchwachsenen zweiten Saisonhälfte hat Österreichs Teamkapitän den Kampf um seinen verlorenen Stammplatz bei Schalke 04 mit vollem Elan bestritten. Vor dem Auftakt zur Jubiläumssaison der deutschen Bundesliga am Wochenende will er sein drittes Jahr "Auf Schalke" keinesfalls vornehmlich auf der Ersatzbank verbringen.

"Ich hoffe, dass ich meines dazu beigetragen habe, dass ich wieder von Anfang an spielen kann. Das ist mein absolutes Ziel und ich hoffe, ich gebe dem Trainer einen guten Grund dafür", berichtete Fuchs im Gespräch mit der APA.

Nach einem Formtief und einigen Blessuren verlor der Niederösterreicher im Frühjahr seinen Platz links in der Viererkette an Sead Kolasinac. Nachdem er zunächst in 21 der ersten 22 Runden auf dem Feld gewesen war, bestritt Fuchs danach nur noch zwei Partien von Beginn an. Sechs Mal wurde er eingewechselt.

"Ich hatte auch die eine oder andere Verletzung. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass sich im letzten Jahr privat einiges verändert hat. Aber ich bin jetzt wieder gefestigt", meinte der 27-Jährige rückblickend. Zum Jahresende 2012 war seine Scheidung endgültig erfolgt. Die neue Freundin ist Amerikanerin und wohnt in New York.

In den vergangenen Monaten hat sich Fuchs jedenfalls nicht hängen gelassen. Nach seinem Wechsel von Mattersburg nach Deutschland im Jahr 2008 war er sowohl bei Bochum als auch bei Mainz am linken Flügel stets unverzichtbar. Bei Schalke stand der im Juli 2011 um 3,8 Millionen geholte Fuchs nun vor einer ungewohnten sportlichen Situation. Während andere Profis in vergleichbaren Fällen für Unruhe sorgen, suchte er den Fehler aber bei sich selbst.

In den Trainingscamps in Donaueschingen und Klagenfurt gab Fuchs ordentlich Gas. Eine Einstellung, die beim Verein und Trainer Jens Keller gut ankam. "Ich bin nicht einer, der auf den Putz haut und schlechte Stimmung verbreitet. Ich bin und war immer offen für Kritik und habe dementsprechend an mir gearbeitet", sagte Fuchs. Ein Abschied aus Gelsenkirchen war kein Thema, nachdem sein Vertrag noch bis Sommer 2015 läuft. Mit der Zeit danach beschäftige er sich derzeit noch nicht.

Nächstes Ziel ist nun einmal der Liga-Start gegen den Hamburger SV am Sonntag, danach steht für Schalke auch die Qualifikation für die Champions League auf dem Programm. Die Königsblauen steigen im Rennen um die neuerliche Teilnahme an der finanziell einträglichen Eliteliga im Play-off ein.

In der 50. Saison der deutschen Bundesliga will Schalke im Rennen um die vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden. Die vergangene Saison beendete der Club als Vierter mit 36 Zählern Rückstand auf den übermächtigen Meister Bayern München bzw. elf auf Erzrivale Dortmund. Die beiden schärfsten Titelrivalen vergangener Jahre werden auch heuer ganz oben erwartet. Platz drei und der damit verbundene Fixplatz in der Champions League ist für Schalke laut Fuchs aber "absolut drin und machbar".

Einen neuerlichen Alleingang der in der Vorsaison alles überstrahlenden Bayern unter ihrem neuen Trainer Pep Guardiola erwartet sich Fuchs nicht. "Die Bayern haben letztes Jahr in einer eigenen Liga gespielt. Aber es bleibt abzuwarten, wie es sich in diesem Jahr entwickelt. Jedenfalls ist es eine zusätzliche Motivation für jeden, gegen eine solche Mannschaft zu spielen", meinte der rot-weiß-rote Teamkapitän.

Baumgartlinger nun einziger "Ösi" in Mainz

Nach der glanzlos erfüllten Pflichtaufgabe beim 2:1 bei Fortuna Köln geht Julian Baumgartlinger mit Mainz 05 in seine dritte Bundesligasaison. Während die vergangene Meisterschaft für den Verein durchwachsen verlief, reifte der 25-jährige Mittelfeldakteur zu einer Fixgröße im Team von Thomas Tuchel heran. Gegen den VfB Stuttgart will Baumgartlinger am Sonntag - erstmals ohne ÖFB-Kollegen Andreas Ivanschitz - die "sehr gute Vorbereitung" auch in der Liga bestätigen.

"Die Vorbereitung verlief sehr gut, wir haben durchwegs gegen europäische Erstligisten überzeugen können und nie verloren", berichtete Baumgartlinger, der in der Sommerpause "super fit" war und sämtliche Trainingseinheiten absolvieren konnte.

Der gebürtige Salzburger tat dies zum ersten Mal ohne Ivanschitz, der nun beim spanischen Erstligisten UD Levante unter Vertrag steht. "Andi hat mir den Einstieg bei Mainz extrem erleichtert", sagte Baumgartlinger. Auch dem gesamten Team werde der Burgenländer fehlen, prophezeite Baumgartlinger. "Er wird der Mannschaft sicher abgehen, denn Andi war ein Führungsspieler."

Seit seinem Wechsel vor zwei Jahren, weg von Austria Wien, hat sich der defensive Mittelfeldspieler ständig weiterentwickelt, auch Trainer Tuchel baut auf den 27-fachen Teamspieler. In der vergangenen Saison, in der den Mainzern gegen Ende "das Gas ausgegangen" sei, hat der Mittelfeldmotor in allen Mainzer Partien mitgewirkt. Sieht man von den zwei Partien ab, in denen er gesperrt war.

"Das Jahr hat mir wieder sehr gut getan, auch mein Standing innerhalb der Mannschaft ist mittlerweile sehr gut", erklärte Baumgartlinger, der nun mit 25 Jahren in die Rolle des Führungsspielers schlüpfen möchte: "Ich denke, als solcher werde ich inzwischen auch innerhalb der Mannschaft wahrgenommen", meinte Baumgartlinger.

Mit dem 13. Tabellenplatz in der Bundesliga war der Club aus Rheinland-Pfalz nicht zufrieden. "Wir haben die teils wirklich guten Ergebnisse nicht mehr auf den Platz gebracht, einfach die nötige Effektivität vermissen lassen", sagte Baumgartlinger. Die Zielsetzung für heuer lautet schlicht: "Wieder konstant punkten." Wenn möglich, bereits am Sonntag gegen den VfB Stuttgart mit ÖFB-Teamkollegen Martin Harnik.

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