Marcel Koller verlängert Vertrag als ÖFB-Team-Chef

Marcel Koller verlängert Vertrag als ÖFB-Team-Chef

Marcel Koller wurde vor seinem Antritt als ÖFB-Teamchef im November 2011 von sogenannten Experten nicht sehr freundlich empfangen. Koller: "Wir haben etwas geschaffen, das verbindet."

Paukenschlag: Auch in die WM-2018-Qualifikation wird der Schweizer Marcel Koller das ÖFB-Team als Cheftrainer führen. ÖFB-Präsident Windtner ist erfreut: "Können uns jetzt auf optimale EM-Vorbereitung konzentrieren." Koller hat in Österreich eine Weltklasse-Bilanz vorzuweisen. Koller: "Gibt keinen Grund, auseinanderzugehen."

Wien. Was als routinemäßige Kaderbekanntgabe für die Testspiele gegen Albanien und die Türkei angekündigt war, hat am Dienstag einen Paukenschlag gebracht: Marcel Koller verlängerte seinen Vertrag als Teamchef von Österreichs Fußball-Nationalmannschaft bis zum Ende der Qualifikation für die WM 2018. Sollte sich die ÖFB-Auswahl für das Event in Russland qualifizieren, läuft der Kontrakt bis Sommer 2018.

Der ursprüngliche Vertrag des Schweizers wäre nach der EURO 2016 in Frankreich ausgelaufen. ÖFB-Präsident Leo Windtner hatte schon nach der erfolgreichen Qualifikation angekündigt, dass es das Ziel sei, noch vor der EM zu wissen, wer nach der Endrunde als ÖFB-Coach fungiert.

Dieses Versprechen wurde nun vorzeitig eingelöst - sehr zur Freunde von Windtner. "In den viereinhalb Jahren unter Koller ist viel aufgebaut worden. Wir haben die EM-Qualifikation souverän geschafft und sind Zehnter der Weltrangliste", sagte der Oberösterreicher und zeigte sich zufrieden, dass schon knapp drei Monate vor EM-Beginn alle Spekulationen beendet sind. "Wir können uns jetzt voll auf eine optimale Vorbereitung konzentrieren."

Laut Koller-Manager Dino Lamberti erfolgte die Einigung "schon vor langer Zeit", am Montag wurden letzte Details fixiert. "Die Verhandlungen waren kein Kinderkaffeekränzchen, aber wir haben einen fairen Kompromiss geschafft", sagte Windtner und betonte, mit der Verlängerung von Koller sei auch "dem Wunsch von Spielern, Fans und Öffentlichkeit" entsprochen worden. "Jetzt freuen wir uns auf die Fortsetzung unseres Weges, eine gute EM und eine gute WM-Quali."

ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig ergänzte: "Wir hoffen, dass Koller noch viele Jahre bei uns ist. Er tut der Mannschaft gut."

Auch Koller selbst war die Erleichterung über die nun erfolgte Zukunftsentscheidung anzumerken. "Es ist sehr gut, dass wir uns so früh gefunden haben, das lässt uns in Ruhe arbeiten und wir können uns auf das Fußballerische konzentrieren", erklärte der Schweizer.

Die Weltklasse-Bilanz

Die bisherige ÖFB-Bilanz des 55-Jährigen steht seit seinem Amtsantritt im November 2011 bei 19 Siegen, 7 Remis und 9 Niederlagen in 35 Partien bei einem Torverhältnis von 60:35. Die jüngsten neun Pflichtspiele wurden allesamt gewonnen - auch deshalb ist die ÖFB-Auswahl mit Rang zehn in der FIFA-Weltrangliste so gut wie noch nie platziert.

Für Koller ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. "Das Team hat weiterhin die Möglichkeit, gut zu spielen, wenn alle fit und bereit sind, den Weg mitzugehen", erklärte der Coach und ergänzte: "Es ist schwierig zu sagen, wo es noch hingehen könnte. Wir sind jetzt Weltranglisten-Zehnter, das ist für Österreich außergewöhnlich, dortzubleiben wird schwierig genug. Doch wir wollen versuchen, den erfolgreichen Weg beizubehalten und nicht aus Nachlässigkeit zurückzufallen."

Koller, dem anfänglich viel Skepsis entgegengebracht worden war, fühlt sich in Österreich und beim ÖFB offenbar sehr wohl. "Wir haben etwas geschaffen, das verbindet. Und wenn es gut läuft, gibt es keinen Grund, auseinanderzugehen", sagte Koller. Über die finanzielle Modalitäten wurden keine Angaben gemacht, der Schweizer gab aber zu: "Geld spielt auch eine Rolle."

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