Löw bleibt dem DFB treu

Löw bleibt dem DFB treu

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Joachim Löw haben sich offenbar auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. Diese soll am Freitag in Frankfurt verkündet werden.

238 Tage vor dem Eröffnungsspiel der WM in Brasilien hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offenbar Nägel mit Köpfen gemacht und den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw um zwei weitere Jahre verlängert. Der DFB lud nach dem erfolgreichen Abschluss der WM-Qualifikation in Schweden (5:3) für Freitag (11.30) zu einer Pressekonferenz in seine Zentrale in Frankfurt/Main mit Präsident Wolfgang Niersbach, Generalsekretär Helmut Sandrock sowie der gesamten sportlichen Leitung der Nationalmannschaft um Löw ein. Details wurden in der Einladung zwar nicht genannt. Es wird aber die Verlängerung mit Löw und seinem Team, sowie der Aufstieg von Co-Trainer Hans-Dieter Flick zum Sportdirektor für die Zeit nach der Endrunde am Zuckerhut verkündet werden.

Der 53-jährige Löw und Niersbach hatten in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass eine weitere Zusammenarbeit über die WM 2014 hinaus ihr Wunsch sei. "Ich habe eine große Sympathie, den Weg mit Jogi weiter zu gehen, und weiß, dass die Stimmung im DFB-Präsidium ähnlich ist", hatte Niersbach erklärt und mit Blick auf die Erfolge der Nationalmannschaft gesagt: "Für mich ist das wichtigste Kriterium, wie Trainer und Mannschaft miteinander klarkommen. Und da sehe ich eine hochprofessionelle Abwicklung." Auch Löw, der das Amt am 12. Juli 2006 als Nachfolger von Jürgen Klinsmann angetreten hatte und in 99 Spielen 68 Siege feierte, betonte zuletzt unermüdlich, dass "der Vertragsverlängerung nichts im Wege steht".

Der neue Kontrakt wird allerdings nur bei einem positiven WM-Abschneiden in Brasilien wirklich erfüllt werden und ist somit bisher nicht mehr als eine Absichtserklärung. Doch damit verhindert der DFB im Gegensatz zur WM 2010 in Südafrika eine ständige Personaldiskussion vor und während des Turniers. "Ich sage, wenn man in das Turnier geht und die Personalie ist noch nicht entschieden, dann gibt es eine Dauer-Diskussion in den Medien", hatte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt gewarnt.

Löw kann bis zur Endrunde, wo die DFB-Auswahl den ersten Titelgewinn seit dem EM-Triumph 1996 anpeilt, auch weiter auf Flick (48) bauen. "Hansi Flick hat mir gesagt, dass er sich gut vorstellen kann, Sportdirektor zu werden. Aber er wird auf jeden Fall bis 2014 bei uns bleiben", sagte Löw schon zuletzt und erhielt dabei Unterstützung von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff: "Es ist wichtig, dass er für die WM 100-prozentig für uns zur Verfügung steht. Er ist eine unglaublich wichtige Person in unseren Stab." Die Verträge von Bierhoff (45) und Torwartrainer Andreas Köpke (51) dürften ebenfalls um zwei weitere Jahre bis zur EM 2016 in Frankreich ausgedehnt werden.

Löw weiß aber, dass er bei der WM unter Erfolgsdruck steht. Wenn man so ausscheide wie Holland bei der letzten EM und nach der Vorrunde ohne Sieg nach Hause fahre, dann seien sich wohl alle im Klaren darüber, dass es dann eine Veränderung geben müsse - von seiner Seite aus oder von Verbandsseite. Da sei man "nicht blauäugig", so Löw, dessen Jahresgehalt ab kommenden Sommer von angeblich 3 Millionen Euro pro Jahr leicht angehoben wird.

Für Niersbach ist Löw ein "absoluter Glücksfall". Nach dem Sommermärchen 2006 in Deutschland mit dem respektablen dritten Platz rückte Löw auf den Chefposten mit der klaren Vorgabe, die lange Durststrecke ohne großen Titel zu beenden. Bei der EM 2008 wurde die Finalteilnahme bei seinem ersten Turnier als Cheftrainer nach einem äußerst holprigen Turnierverlauf noch als Erfolg gewertet, auch wenn Spanien im Finale der deutschen Mannschaft beim 1:0 die Grenzen aufzeigte.

Bei der WM 2010 in Südafrika stürmte Deutschland mit berauschenden Siegen gegen England (4:1) und Argentinien (4:0) ins Halbfinale, schied dann aber nach einer mutlosen Vorstellung ebenfalls mit 0:1 gegen Spanien aus. Und im vergangenen Jahr bedeutete Italien (1:2) bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine im Halbfibnale Endstation, als man den Azzurri fast kampflos das Feld überließ. Anschließend räumte Löw Fehler bei der Taktik und beim Personal ein.

Danach sah es ein paar Wochen so aus, als würde sich Löw von diesem K.o. nicht mehr erholen und hinschmeißen, ehe er dann doch verkündete, mit neuem Elan in die Mission WM-Titel 2014 zu starten. In Südamerika steht er erneut vor einer riesigen Hürde. "Die Verantwortung und der Druck sind bei großen Turniern immer gleich. Wenn Deutschland in ein Turnier geht, will man immer den maximalen Erfolg", betonte Löw, der am 15. November in Mailand gegen Italien zum 100. Mal als Chef auf der deutschen Bank sitzen wird.

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