Krisengipfel im Norden: HSV und Werder unter Druck

Vor vier Jahren duellierten sich der Hamburger SV und Werder Bremen noch im Halbfinale des UEFA-Cups und des DFB-Pokals. Nun herrscht beim HSV seit Wochen Chaos, und Werder ist nach seinem Neustart im Tabellenkeller angekommen. Dem Verlierer drohen äußerst unruhige Zeiten.

Krisengipfel im Norden: HSV und Werder unter Druck

Auf den Schultern von "Pelu" ruhen die Hoffnungen einer ganzen Stadt. Wenn es einer richten kann, dann "Mr. Nordderby", dann Rodolfo Esteban Cardoso. Für einen Tag soll der argentinische Interimstrainer dem Hamburger SV den Stolz früherer Tage zurückbringen und die Chaos-Wochen sowie den Wirbel um den Rauswurf von Thorsten Fink aus den Köpfen verdrängen. Der HSV braucht gegen Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) unbedingt einen Stimmungsumschwung, doch gleiches gilt für den ewigen Rivalen aus der "verbotenen Stadt" - der 99. Bundesliga-Nordgipfel ist richtungweisend.

"Hier kommt niemals Ruhe rein! Aber das Entscheidende ist: Wenn wir gegen Werder gewinnen, sind die Leute zufrieden. Dann wird es entspannter", sagte Hamburgs Kapitän Rafael van der Vaart, der mit seinem Kontrahenten Clemens Fritz eine Wette eingegangen ist. Wer in Hamburg unterliegt, muss den gegnerischen Fans 500 Liter Freibier für die Weihnachtsfeier spendieren.

Hoffen auf Befreiungsschlag

Doch auch ohne die Wette gibt es Anreiz genug für beide Teams, endlich den Befreiungsschlag zu schaffen. Beim HSV geht es seit Wochen drunter und drüber, nur mit dem zweiten Saisonsieg hätten Sportdirektor Oliver Kreuzer und Vorstandsboss Carl Jarchow ein wenig mehr Ruhe bei der Suche nach einem Nachfolger für Fink, der am Dienstag entlassen wurde. "Wir haben uns im Vorstand besprochen, eine Liste mit fünf, sechs interessanten Namen erstellt. Die wollen wir in den kommenden Tagen abarbeiten und schauen, was machbar ist", sagte Kreuzer der Bild.

Als heißer Kandidat gilt ausgerechnet das Bremer Idol Thomas Schaaf (52), aber auch der frühere niederländische Nationaltrainer Bert van Marwijk (61) zählt zu den gehandelten Topfavoriten. Daneben kursieren in der Hansestadt die Namen des Schweizers Christian Gross (zuletzt Young Boys Bern) und Slaven Bilic (aktueller Trainer bei Besiktas Istanbul).

Den "Turnaround", den Kreuzer seinem Spezi Fink nicht mehr zugetraut hatte, soll nun aber erst einmal Amateurcoach Cardoso herbeiführen. Der 44 Jahre alte Ex-Profi, der in seiner Heimat wegen seiner krausen Haarpracht seit Kindstagen nur Pelu (deutsch: "Fussel") gerufen wird, könnte der richtige Mann am richtigen Ort sein. In seiner Karriere als Profi traf Cardoso sowohl für Werder als auch für den HSV in Nordderbys. Und als Trainer schaffte er vor zwei Jahren den ersten Saisonsieg mit den "Rothosen". Damals war er nach der Entlassung von Michael Oenning eingesprungen und hatte die Profis betreut, bis Fink seinen Dienst aufnahm.

Cardoso macht kein Geheimnis daraus, dass die Defensive seiner Mannschaft (15 Gegentore) bis zum Anpfiff die Hauptbaustelle ist. "Wenn man die letzten Spiele sieht, müssen wir stabiler werden, die Umschalt-Bewegungen müssen stimmen. Das Verteidigen ist die Arbeit der ganzen Mannschaft", sagte Cardoso, der im Training "eine Menge Dampf" festgestellt haben will: "Das Team haut sich richtig rein. Das ist genau das, was wir wollen. Zweikämpfe und Aggressivität sind das A und O im Fußball." Für Dennis Diekmeier war es allerdings ein wenig zu viel Dampf. Der Außenverteidiger fällt mit einem Fußbruch wochenlang aus.

Das ist dann aber auch schon fast die einzige verlässliche Information, die Schaaf-Nachfolger Robin Dutt nach dem Trainerwechsel über den Rivalen hat. "Wir können nicht wissen, mit welcher Taktik der HSV spielt. Die Video-Analyse haben wir eingestellt, weil sie keinen Sinn machen würde, und uns darauf konzentriert, was wir tun." Die 4000 Fans, die die 115 Kilometer aus Bremen nach Hamburg fahren, hoffen auf eine deutlich andere Körpersprache als beim 0:3 in der Vorwoche gegen Eintracht Frankfurt. Nur dann würde sich auch die "Endzeitstimung" rund um das Weserstadion umkehren, die Sportdirektor Thomas Eichin ganz und gar nicht gefällt.

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