Kevin-Prince Boateng wechselt zu Schalke 04

Kevin-Prince Boateng wechselt zu Schalke 04

In Deutschland hat sich eine Transfer-Sensation abgespielt: Der bisherige Milan-Spieler Kevin-Prince Boateng soll zu Schalke kommen.

Kevin-Prince Boateng ist zurück in der Bundesliga. Für seinen neuen Verein Schalke 04 ist es ein echter Transfercoup, für den Spieler nach erfolgreichen Auslandsaufenthalten der dritte Anlauf in der Bundesliga.

Gelsenkirchen (SID) Schalke 04 holt den geläuterten "Bad Boy" Kevin-Prince Boateng zurück in die Bundesliga. Drei Tage nach dem Einzug in die Gruppenphase der Goldgrube Champions League geben die Königsblauen einen großen Teil der garantierten Einnahmen für ihren Transfercoup aus: Der Mittelfeldstar vom AC Mailand, von 2005 bis 2007 für Hertha BSC und später für Borussia Dortmund aktiv, kostet laut Bild-Zeitung zwölf Millionen Euro Ablöse und erhält einen Vertrag bis 2016.

"Wir sind klar mit ihm, und wir sind glücklich, dass der Transfer geklappt hat. Er ist genau die Verstärkung, die wir brauchen und die wir uns gewünscht haben", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies. Boatengs Halbbruder Jerome (Bayern München) schrieb bei Twitter: "Willkommen zurück, Bruder. Ich freue mich sehr für Dich."

Auf den ersten Blick scheint Boateng (26) im Gegensatz zum wohl ebenfalls umworbenen Lukas Podolski keine zwangsläufige Wahl für den nach dem Abschied von Michel Bastos vakanten Posten im Mittelfeld zu sein. Irgendwo zwischen aggressivem Abräumer und hängender Spitze mit viel Dynamik findet sich der Deutsch-Ghanaer auf dem Spielfeld meist zentral wieder und nicht auf der linken Außenbahn. Dass der spielintelligente Boateng auch diese Position spielen kann, ist aber unstrittig.

Offen bleibt dennoch, ob der Transfer nicht auch einen Hinweis auf die Zukunft von Schalkes Juwel Julian Draxler geben könnte: Horst Heldt hatte einen sofortigen Verkauf jenseits der festgeschriebenen Ablöse von 45,5 Millionen Euro zuletzt nicht ausgeschlossen. "Wir planen mit Julian, aber wenn jetzt ein Angebot über 70 Millionen kommt, was sage ich dann?", sagte der Sportdirektor der Sport Bild. Die Verpflichtung Boatengs ist zumindest kein Argument gegen den Verkauf.

Es ist bereits der dritte Anlauf des Neu-Schalkers in der Bundesliga. Für seinen Jugendverein Hertha BSC bestritt der ghanaische Nationalspieler nach seinem Debüt im Alter von 18 Jahren zwischen 2005 und 2007 42 Spiele in Deutschlands höchster Klasse. 2007 wechselte der Mittelfeldspieler für eine Ablöse von 7,9 Millionen Euro zum englischen Erstligisten Tottenham Hotspur, konnte sich dort aber nicht durchsetzen.

Auch ein halbjähriges Engagement bei Borussia Dortmund endete ungünstig. Nach zehn Ligaspielen, davon nur drei über 90 Minuten, sah Boateng am 32. Spieltag der Saison 2008/2009 beim VfL Wolfsburg nur neun Minuten nach seiner Einwechslung die Rote Karte.

Eine Aktion, die sein Image als "Bad Boy" nachdrücklich prägte, ebenso wie das ominöse Foul, das 2010 die Karriere von Michael Ballack entscheidend ins Straucheln brachte. Im Trikot des FC Portsmouth grätschte Boateng den damaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Finale des FA-Cups gegen den FC Chelsea mit Anlauf um. Ballack verpasste die WM in Südafrika. Der "Brutalo-Treter" Boateng, wie ihn die Bild-Zeitung damals nannte, wurde zum Feindbild für Deutschlands Fußball-Fans.

Scheinbar unbeeindruckt davon avancierte Boateng parallel in England und Italien durch sein dynamisches und trickreiches Spiel zum Publikums- und Journalistenliebling, mehr noch: zum politischen Wortführer. Nach einem eindrucksvollen Zeichen gegen Rassismus Anfang des Jahres, als er in einem Testspiel von gegnerischen Fans verhöhnt worden war und gemeinsam mit seinen Teamkollegen den Platz verlassen hatte, wurde er über Nacht zum Helden und zum Vorbild. Am 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, hielt er in Genf bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen sogar eine Rede zu dem Thema.

Nachhaltigen Eindruck in der Bundesliga könnte Boateng bereits am Samstag im für Schalke wegweisenden Spiel gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr/Sky) hinterlassen. Nach nur einem Punkt zum Auftakt sind die Königsblauen und Trainer Jens Keller trotz der Qualifikation für die Champions League schon in Bedrängnis. Bei einer Niederlage würde der Rückstand auf den Konkurrenten Leverkusen bereits elf Zähler betragen. Boateng selbst scheint fit zu sein: Noch am Mittwoch traf der Offensivallrounder beim 3:0-Sieg Milans gegen PSV Eindhoven doppelt - er schoss seine Mannschaft in die Gruppenphase Champions League.

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