Huub Stevens: "Einmal Schalke, immer Schalke"

Huub Stevens: "Einmal Schalke, immer Schalke"

Acht Monate nach seinem Rauswurf spielt der Niederländer Schicksal für die Königsblauen. Der Jahrhunderttrainer kehrt zurück, und in die Wiedersehensfreude mischt sich bei Schalke 04 die Angst vor dem Horrorszenario. Ausgerechnet Huub Stevens könnte "seine" Königsblauen acht Monate nach seinem Rauswurf aus dem Millionenspiel Champions League kegeln.

Huub Stevens begrüßte sich bei seiner Rückkehr selbst. An seinem überdimensionalen Konterfei am Haupteingang der Arena konnte der Jahrhunderttrainer von Schalke 04 gar nicht vorbeiblicken, als er acht Monate nach seinem Rauswurf wieder seinen alten Arbeitsplatz betrat. Und der Spruch daneben passte bestens: "Einmal Schalke, immer Schalke."

Es war, als wäre er nie weg gewesen. Der Niederländer begrüßte die Mitarbeiter "seiner" Königsblauen herzlich, umarmte sie, lachte, posierte für Fotos. Huub Stevens war wieder zu Hause - allerdings im falschen Trainingsanzug. Dass er mit dem griechischen Vizemeister PAOK Saloniki als Gegner in den Play-offs zur Champions League kam, behagte dem 59-Jährigen selbst nicht so ganz.

Es sei schön, "viele Freunde wiederzusehen, Leute, mit denen man erfolgreich gearbeitet hat", sagte Stevens, der am 16. Dezember entlassen worden war. Für andere wäre es eine Genugtuung, den ehemaligen Arbeitgeber aus dem Millionenspiel zu kegeln. Nicht für den "Knurrer aus Kerkrade", der in zwei Amtszeiten über ingesamt siebeneinhalb Jahre 304 Spiele auf der Schalker Trainerbank saß.

"Das wäre natürlich nicht so schön", sagte Stevens, und es klang ehrlich. "Aber ich bin professionell und gebe alles für PAOK", fügte er schnell an - mit Blick auf die Vereinsverantwortlichen von Saloniki und die mitgereisten Journalisten: "Andererseits freue ich mich dann auch, wenn es so kommt."

Dass das Engagement beim griechischen Vizemeister nur ein Intermezzo ist, wird klar, als er fast entschuldigend erklärt: "Ich hatte noch den Hunger auf das Trainergeschäft, ich wollte wieder eine Mannschaft trainieren." Eine Rückkehr in offizieller Funktion zu dem Klub, dessen Fans ihn zum Trainer des Jahrhunderts wählten, ist für ihn durchaus eine Möglichkeit.

Das Angebot, einen Posten im Schalker Aufsichtsrat zu übernehmen, lehnte er im Frühjahr ab, "weil ich noch zu sehr als Trainer denke". In Zukunft "kann es aber sein, dass ich noch etwas bedeuten könnte bei Schalke", sagte er, die Frage sei "offen gelassen".

Dabei war der Kontakt nach dem Rauswurf eher spärlich. Sein Nachfolger Jens Keller erzählte, er habe "versucht, ihn anzurufen, ihn aber nicht erreicht". Sportvorstand Horst Heldt berichtete, er habe "für irgendwen seine Nummer besorgt, über seinen Sohn". Seit feststeht, dass man gegeneinander um den Einzug in die Champions League kämpft, habe man "aus gegenseitigem Respekt nicht mehr miteinander kommuniziert".

Den besten Draht zu Stevens hat ohnehin Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, dessen Idee die Offerte zu einer erneuten Rückkehr nach Gelsenkirchen war. Er kennt den Niederländer noch aus der Zeit, als er auf Schalke mehr war als der Ersatz für den an Burnout erkrankten Ralf Rangnick. Als er mit den Königsblauen 1997 mit dem "Wunder von Mailand" sensationell den UEFA-Cup gewann, als er 2001 vier Minuten lang deutscher Meister war - als "Meister der Herzen" so nah dran an der Schale wie seit 1958 niemand vor ihm und niemand nach ihm.

Obwohl er auch bei Hertha BSC, dem 1. FC Köln, dem Hamburger SV, Red Bull Salzburg oder in seiner niederländischen Heimat bei Roda Kerkrade und der PSV Eindhoven arbeitete - zu keinem Klub hat Stevens eine ähnliche Beziehung wie zu Schalke 04. "Ich sehe Schalke doch noch immer gerne spielen. Das ist ganz normal", sagte er und erzählte, dass er das Bundesliga-Auftaktspiel der Königsblauen gegen den HSV (3:3) in Griechenland am Fernseher verfolgt habe. Da wusste er noch nicht, dass seine alte Liebe noch einmal sein Gegner würde. Ein Gegner, dem er eigentlich nicht wehtun will.

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