Gazprom wird Sponsor bei FK Austria Wien

Gazprom wird Sponsor bei FK Austria Wien

Der russische Energiekonzern Gazprom steigt bei der FK Austria Wien als neuer Co-Sponsor ein. Für die kommenden fünf Jahre wird Gazprom einen Millionenbetrag nach Wien überweisen. Das Geld soll im Jugendbereich verwendet werden.

In den vergangenen Wochen wurde immer über einen neuen Investor gemunkelt, der bei der Austria Wien kräftig investieren will. Hinter vorgehaltener Hand ist dabei schon des öfteren der Name Gazprom gefallen, das Austria-Management wollte dazu allerdings bislang keine Stellungnahme abgeben. Nun ist das Geheimnis gelüftet: Gazprom steigt tatsächlich bei dem Wiener Traditionsklub als Co-Sponsor ein. Die Export-Tochter des russischen Erdgasunternehmens schloss mit dem österreichischen Fußball-Bundesligisten einen Fünfjahresvertrag.

Gazprom will sein Sportsponsoring in Westeuropa weiter ausbauen. In einem ersten Schritt wird Gazprom den Nachwuchsbereich der Violetten sponsern. Für die nächsten fünf Jahre werden von Gazprom kolportierte fünf Millionen Euro an die Austria überwiesen. Als Sponsor wird der Konzern demnach von den in der 2. Liga aktiven Young Violets bis hin zur U7 der Austria als Brustsponsor zu sehen sein. "Wir können damit unser Nachwuchs-Niveau stabilisieren und in den nächsten Jahren ausbauen", erklärte Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

Klub-Präsident Wolfgang Katzian und sprach über ein "tief gehendes Engagement, das über oberflächliches Beflaggen" hinausgehe. Über die Vertragsdetails wollten beide Seiten keine Angaben machen. Für den Fußballverein ist das Abkommen mit dem Energiekonzern aber ein weiterer Schritt in seinem "S.T.A.R.-Projekt", das die vier Säulen Stadion, Trainingsplätze, Akademie und ein regionales Nachwuchszentrum umfasst.

Weitere Optionen offen

Warum die Austria, nicht wie bei Schalke, auch auf Kampfmannschaftsebene gesponsert würde? "Man kann nicht alles auf einmal schaffen. Man muss sich auf das konzentrieren, was man gerade macht. Wir haben verschiedene Formen der Zusammenarbeit", sagte Alexander Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Gazprom-Vorstands. "Im Nachwuchs kann man die Ergebnisse harter Arbeit viel schneller sehen."

Als weltweit größter Erdgasproduzent führte Gazprom Zenit St. Petersburg, zu regelmäßigen Champions-League-Teilnahmen. Gazprom ist auch offizieller Partner der UEFA Champions League, sponsert in Europa außerdem unter anderem Schalke 04 und Roter Stern Belgrad.

Die Austria Wien bestätigte dem trend Ende Mai, bis zu 24,9 Prozent der Aktien an der FK Austria AG an einen Investor verkaufen zu wollen. Das Anforderungsprofil des Investors hat die Austria klar umrissen: Der neue Teilhaber muss "sportaffin" und freilich an einem langfristigen Engagement interessiert sein.

Mit der Finanzspritze will sich die Austria nach sportlich überschaubarem Erfolg wieder an die Spitze in Österreich schieben und in weiterer Folge auch bei europäischen Wettbewerben mitmischen. Das gilt auch für die Jugend. Die Austria will sich mit den zusätzlichen Einnahmen noch professioneller aufstellen. Das Geld soll unter anderem für Nachwuchstrainer und die dortige technologische Entwicklung aufgewandt werden. Zudem kämen die Austria-Youngsters nun zu international prestigeträchtigeren Turnieren: "Turniere, wo sie vorher noch nicht waren", wie Kraetschmer meinte.


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