Fußball: Premier League ballert auf die 5-Milliarden-Mauer

Fußball: Premier League ballert auf die 5-Milliarden-Mauer

Engsland Premier League die Nummer 1 in Europ - vor allem Dank massiv gesteigerter Erlöse für die Fernsehrechte.

Englands Premier League ist im Umsatzranking klar in Führung. Umsatztreiber sind laut Erhebung der Wirtschaftsprüfer von Deloitte die neuen TV-Deals. Aber nicht nur in England. Europas "Big Five" Ligen verzeichnen satte Erlösanstiege. Österreich konnte sich wegen Rapid Wien in der Europa League ebenso verbessern - vor allem Dank Sponsoren.

New York. Die englische Fußball-Premier-League hat im Umsatzranking der Saison 2015/16 die Fünf-Milliarden-Euro-Marke nur knapp verfehlt. Das geht aus dem aktuellen 26. "Annual Review of Football Finance" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte hervor. Die fünf großen europäischen Ligen steigerten ihren Gesamtumsatz vor allem dank verbesserter TV-Deals auf mehr als 13 Milliarden Euro. Und ein Ende der kräftigen Umsatzzuwächse scheint nicht in Sicht. Bis Ende er Saison 207/18 sollen die Erlöse sogar über 15 Milliarden Euro steigen.

Die Premier League generierte allein einen Umsatz von fast 4,9 Mrd. Euro und liegt damit wieder deutlich vor den anderen großen europäischen Ligen. Neue TV-Verträge brachten für die Deutsche Bundesliga (2,7 Milliarden Euro/+13 Prozent), die spanische Primera Division (2,4 Milliarden Euro/+19) und die italienische Serie A (1,9 Milliarden Euro/7) jeweils einen deutlichen Anstieg.

Von den Umsatzsteigerungen bei den "Big Five" werden 57 Prozent für Spielergehälter ausgegeben.

Auch die Gesamtumsätze des europäischen Fußball-Marktes erreichten ein neues Rekordhoch von fast 25 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 13 Prozentpunkten gegenüber der vergangenen Saison.

Deloitte untersuchte für die Saison 2015/16 auch kleinere Ligen, darunter die österreichische Bundesliga. Aufgrund der Europa-League-Erfolge von Rapid, damals Gruppensieger, stieg der Gesamt-Umsatz aller zehn Clubs auf 161 Mio. Euro.

Im Vergleich zur Vorsaison war das eine Steigerung um 25 Prozent (32 Mio. Euro). Davon kamen 5 Mio. Euro direkt aus UEFA-Prämien. Dadurch sank der Anteil der Gehälter am Gesamtumsatz von 78 auf 66 Prozent, ein vergleichbarer Wert zu ähnlichen Ligen wie Schottland (67 Prozent), Polen (59 Prozent) oder Dänemark (56 Prozent).

Die Sponsoren schieben an

Der Umsatz der österreichischen Bundesliga-Clubs setzte sich 2015/16 aus Sponsor-Einnahmen (49 Prozent), Einnahmen aus anderen wirtschaftlichen Bereichen (21 Prozent), den TV-Rechten (16 Prozent) und Einnahmen an den Spieltagen (14 Prozent) zusammen. Die Erlöse aus den TV-Rechten (26 Mio. Euro) lagen damit sowohl in Summe als auch prozentuell klar unter jenen von Schottland (31 Mio./21 Prozent), Polen (58 Mio./44 Prozent) und Dänemark (79 Mio./39 Prozent).

Die Insel auf der Spitze

In England werden die Umsätze auch in der Saison 2016/17 weiter ansteigen. Dann fließen erstmals die massiven Erlössteigerungen aus den TV-Rechten in die Bilanz. Die Premier-League-Klubs werden für den neuen TV-Vertrag pro Jahr statt bisher 1,9 Mrd. Pfund künftig um 40 Prozent mehr kassieren. Die TV-Rechte werden künftig um 2,7 Milliarden Pfund verkauft. Insgesamt wird die Premier League die Umsätze nochmals um gut 800 Millionen Euro steigern. Nach 3,6 Mrd. Pfund werden 2016/17 Erlöse von 4,46 Mrd. Pund prognostiziert, für 2017/18 sollen es gar 4,6 Mrd. Pfund sein.

Die "Big Five" werden 2015/16 zusammen auf fast 15 Milliarden Euro Umsatzerlöse kommen. Deloitte hatte noch im Vorjahr damit gerechnet diese Marke zu übertreffen. Aufgrund des schwächeren Pfunds wird diese Marke nach Schätzungen von Deloitte erst mit Abschluss der Saison 2017/18 erreicht. Die Premier League wird dann die 5-Milliarden-Umsatzmarke erreicht haben.

Auf Rang zwei wird Deutschlands Bundesliga bis 2017/18 den Abstand vor Spaniens La Liga wieder vergrößern und Spanien wieder überholen. In der laufenden Saison wird Spanien Rang zwei erklimmen. Deutschlands Top-Liga wird den Umsatz binnen zwei Jahren aber um eine halbe Milliarde steigern auf 3,2 Mrd. Euro. Spanien bringt es auf 2,99 Mrd. Euro (siehe Grafik, u.). Rund 80 Prozent des Umsatzzuwachses wird laut Deloitte aus den Erlösen aus den TV-Rechten erzielt, die zuletzt in den fünf Ländern zum Teil neu ausgehandelt wurden.

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