Lionel Messi im Steuerprozess vor Gericht: "Wusste von nichts"

Der Barca-Star Lionel Messi hat am Donnerstag erstmals in seinem Steuerprozess ausgesagt. Es wird ihm Steuerbetrug in mehrfacher Millionenhöhe vorgeworfen. Er will von der ihm zur Last gelegten Sterhinterziehung nichts gewusst haben. Er habe nur Fußball gespielt. Messi und seinem Vater drohen neben Geldstrafen auch Haftstrafen.

Lionel Messi im Steuerprozess vor Gericht: "Wusste von nichts"

Barcelona Lionel Messi hat im Prozess wegen des Verdachts auf Steuerbetrug alle Anschuldigungen zurückgewiesen. "Ich habe Fußball gespielt, ich wusste von nichts", sagte der Weltfußballer des FC Barcelona am Donnerstag vor Gericht in Barcelona. Nach Überzeugung der spanischen Staatsanwaltschaft soll der 28-Jährige mit seinem Vater Jorge Steuern in Höhe von gut 4,1 Millionen Euro hinterzogen haben. Am Fiskus vorbei auf Briefkastenfirmen via Panama nach Belize soll Messi die Gelder am spanischen Fiskus vorbeigeschleust haben.

"Ich habe meinem Vater und meinen Anwälten vertraut", erklärte Messi am Donnerstag. Das Geld soll mittels Scheinfirmen in Belize und Uruguay von 2007 bis 2009 hinterzogen worden sein. Der spanische Fiskus hat für beide eine Haftstrafe von je 22,5 Monaten gefordert, eine Gefängnisstrafe ist jedoch nach Ansicht von Experten unwahrscheinlich.

Messi soll nachdem der Verdacht der Steuerhinterziehung sich verdichtet hatte bereits rund fünf Millionen Euro an das spanische Finanzamt überwiesen haben.

Als Messi im schwarzen Anzug, mit schwarzer Krawatte und Bart vor dem Gericht aus dem Auto stieg, wurde er von zahllosen Fotografen erwartet. Hinter Absperrungen ausharrende Schaulustige begrüßten ihn mit Jubel und vereinzelten Buh-Rufen. Der Eingang des Gebäudes wurde von Polizisten bewacht. Messi selbst ist bei der ersten Aussage die Stimme weggeblieben.

Am Mittwoch wurde bereits der Steuerberater von Lionel Messi befragt. Er konnte für die Entlastung seines Klienten nur wenig beitragen. "Ich habe ihm nie etwas erklärt", versicherte Berater Angel Juarez am Mittwoch - dem zweiten Tag des Verfahrens - als Zeuge vor dem Landgericht in Barcelona. Die Staatsanwaltschaft plädiert allerdings dafür, das Verfahren gegen den Profi einzustellen, weil dieser sich nicht um finanzielle Dinge gekümmert habe.

Auf die Frage des vorsitzenden Richters, ob er Jorge Messi das Konstrukt aus ausländischen (Schein-)Firmen erläutert habe, mit dem Einnahmen aus Bildrechten am Fiskus vorbeigeschleust worden sein sollen, sagte Juarez, man habe einiges besprochen. Seiner Überzeugung nach sei das benutzte System aber "absolut legal". "Der freie Kapitalverkehr ist ein anerkanntes Recht", betonte er.

Für den Vater fordert die Anklagebehörde jedoch eineinhalb Jahre Haft. Entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft fordern die Anwälte des Finanzamts nicht nur für den Vater, sondern auch für den 28-jährigen Spieler Freiheitsentzug: Je gut 22 Monate.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die spanische Justiz Ermittlungen gegen den Fußballstar wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten bei Benefizspielen in den Jahren 2012 und 2013 eingestellt. Ein Gericht befand, dass Messi den Steuerbehörden keine Einnahmen aus den betreffenden Spielen vorenthalten habe.

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