Fußball: Europas Topligen scheffeln Milliarden

Die Premier League in England ist der klare Spitzenreiter bei den TV-Einnahmen. Aufschließen konnte nun die französische Liga, die mit einem neuen Vertrag die Milliarden-Schallmauer durchbricht. In Österreich kann man von TV-Geldern in dieser Größenordnung nur träumen.

Fußball: Europas Topligen scheffeln Milliarden

Wien/Paris. Die englische Premier League ist bei den Einnahmen aus TV-Verträgen der Krösus unter den fünf Fußball-Topligen Europas. Ihre Clubs erhalten für die nationalen TV-Rechte umgerechnet 2,3 Milliarden Euro pro Jahr - das ist mehr als doppelt so viel wie die deutsche Bundesliga (1,16 Mrd.), spanische Primera Division (1,1 Mrd.) und italienische Serie A (945 Mio.) lukrieren.

Künftig werden auch die französische Ligue 1 und die Serie A die Milliarden-Schallmauer durchbrechen. Die Profiliga Frankreichs (LFP) schloss am Dienstag einen ab 2020 gültigen Vierjahresvertrag ab, der den Clubs pro Jahr 1,153 Milliarden Euro einbringen wird. Der Zuschlag an die spanische Mediapro-Gruppe bedeutet eine Steigerung von 60 Prozentpunkten gegenüber dem aktuellen Kontrakt mit Canal+.

Canal+ gab Angebote für alle sieben Pakete für den neuen Zeitraum ab, ging aber leer aus. Die zwei besten Pakete sicherte sich Mediapro, das nächstinteressante ging an BeIN Sports (früher Al Jazeera Sport).

Mediapro mischt auch auf dem italienischen Markt mit. Die von einem chinesischen Fonds kontrollierten Spanier erhielten für 1,05 Milliarden pro Jahr den Zuschlag für die Periode von 2018/19 bis 2020/21. Aktuell zahlen Mediaset und Sky 945 Millionen pro Saison. Sky hat den neuen Vertrag vor Gericht beeinsprucht - rund zweieinhalb Monate vor dem Saisonbeginn steht daher noch nicht fest, wer die Spiele der Serie A überträgt.

Deutschland und Spanien halten mit den Engländern bei den TV-Einnahmen bei weitem nicht mit. In der Deutschen Fußball-Liga haben sich die Einnahmen seit 2013/14 immerhin auf 1,16 Milliarden beinahe verdoppelt. In Spanien hat die Liga einen Vertrag über aktuell 1,1 Milliarden ausgehandelt, wobei FC Barceona und Real Madrid überdurchschnittlich profitieren. Vor 2016/17 hatte sich die Clubs individuell vermarktet und jeweils eigene TV-Verträge abgeschlossen.

Die österreichische Bundesliga hat mit der Einführung der Zwölferliga 2018/19 einen Vertrag mit Sky über kolportierte 35 Millionen Euro abgeschlossen (4 Spiele werden im Free-TV zu sehen sein). Das bedeutet eine beträchtliche Steigerung gegenüber 2013/14 (rund 20 Millionen). Damit bewegt sich die Bundesliga im Rahmen vergleichbarer Ligen, etwa jener der Niederlande.

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