FIFA fordert Schadenersatz von 41 Ex-Funktionären

FIFA fordert Schadenersatz von 41 Ex-Funktionären

Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino bläst zur Offensive gegen Ex-FIFA-Funktionäre, die grob Foul gespielt haben.

Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino räumt auf und setzt ein klares Zeichen: Er will mehrere zehn Millionen US-Dollar von den Beschuldigten des FIFA-Skandals zurückfordern - "egal, wie lange es dauern wird". Gegen 41 Ex-Funktionäre wird unter anderem wegen Bestechung, Korruption und Geldwäsche ermittelt. Erstmals bekennt die FIFA, dass es vor Abstimmungen für WM-Vergaben Stimmen gegen Bares verkauft wurden.

Zürich. Der Fußball-Weltverband (FIFA) fordert im Korruptionsskandal von den Beschuldigten der US-Ermittlungen eine Entschädigung in Höhe von mehreren zehn Millionen US-Dollar. Der bei den amerikanischen Behörden eingereichte Antrag richte sich gegen 41 frühere FIFA-Offizielle und Fußball-Funktionäre, teilte der Weltverband am Mittwoch mit.

Darunter sind die Ex-FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner und Jeffrey Webb sowie die früheren Exekutivkomitee-Mitglieder Charles Blazer und Ricardo Teixeira. Die FIFA geht aufgrund der Ermittlungen des US-Justizministeriums und eigener Untersuchungen davon aus, dass die Beschuldigten mindestens mehrere Dutzend Millionen US-Dollar illegal via Bestechung, Schmiergeld oder anderer Korruptionsmechanismen umgeleitet haben. Der Weltverband sieht sich als Opfer, diese können nach US-Recht von Verurteilten Entschädigung verlangen.

"Die überführten Angeklagten haben ihre Positionen des Vertrauens, die sie bei der FIFA und anderen internationalen Fußball-Organisationen innehatten, missbraucht und haben der FIFA, ihren Mitgliedsverbänden und der Fußball-Gemeinschaft schweren und dauerhaften Schaden zugefügt", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino zu dem juristischen Schritt. "Die FIFA will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird."

Der Stimmenkauf

In dem 22-seitigen Schreiben gibt die FIFA erstmals öffentlich an, dass es bei den Vergaben der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 zu Stimmenkauf gekommen ist. Es sei nun offenkundig, dass mehrere Mitglieder des damaligen FIFA-Exekutivkomitees ihre Position missbraucht und ihre Stimmen bei mehreren Gelegenheiten verkauft hätten, schreibt der Weltverband. "Der Schaden, der von der Habgier der Angeklagten angerichtet wurde, kann nicht übertrieben dargestellt werden", heißt es zusammenfassend.

Zudem soll ein früherer Top-Offizieller, der nach bezahlter Kaution bei einem New Yorker Gericht seinen extravaganten Lebensstil einfach fortgeführt hat, seine Gehälter zurückzahlen. Zusätzlich werden Schadenersatzforderungen gestellt. Ex-Offizielle, die sich bereits schuldig bekannt haben, haben laut US-Behörden schon zugestimmt, über 190 Millionen US-Dollar (rund 171 Mio. Euro) zurückzuzahlen.

In dem Antrag auf ihre Forderungen an die Ex-Funktionäre stützt sich die FIFA auf fünf Haupt-Punkte

- Den Schaden des Ansehens der FIFA, den die Angeklagten verursacht haben.

- Gehälter, Boni, Vorteile und andere Kompensationen, die die FIFA den Angeklagten gezahlt hat, in Höhe von mindestens 28,224 Millionen US-Dollar.

- Diebstahl von 10 Millionen US-Dollar durch die Angeklagten Jack Warner, Charles Blazer und ihre namentlich nicht-genannten Mitverschwörer.

- Andere Gelder, die als Schmiergeld und getarnte Provisionen für Medienrechte gezahlt wurden und die durch den Wert der Marke FIFA möglich gemacht wurden.

- Kosten der FIFA, darunter Anwaltskosten, die durch die Untersuchung und Verfolgung der Verbrechen der Angeklagten entstanden sind.


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