FIFA-Chaos um WM 2022

FIFA-Chaos um WM 2022

Seit drei Jahren wurde hitzig diskutiert - nun scheint die Entscheidung gefallen: Die umstrittene Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar findet nicht im Sommer statt. Das verkündete FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke am Mittwoch völlig überraschend in einem Hörfunk-Interview.

Damit wird das Endrunden-Turnier im arabischen Emirat wohl ein Novum in der Historie darstellen: Erstmals wird eine WM in den Wintermonaten ausgetragen. Offiziell ist die Entscheidung aber noch nicht. Der Beschluss muss noch vom Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA abgesegnet werden. Die nächste Sitzung ist für den 20. März angesetzt.

"Der Termin für die Weltmeisterschaft wird nicht im Juni und Juli sein", sagte Valcke bei Radio France: "Das Turnier wird, denke ich, zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar ausgetragen." Angesichts von Temperaturen um die 25 Grad sei dies die "perfekte Zeit, um Fußball zu spielen". Ob im Winter 2021/22 gespielt wird oder über den Jahreswechsel 2022/23, ließ Valcke offen. Mit seinen Aussagen im französischen Hörfunk zog der zweitmächtigste Mann der FIFA einen vorläufigen Schlussstrich unter die jahrelangen Diskussionen. Seitdem Katar am 2. Dezember 2010 in Zürich den Zuschlag zur Austragung der WM erhalten hatte, hagelte es Kritik aus allen Richtungen. Nicht nur der Sport, auch die Politik hielten die Austragung in den Sommermonaten mit Temperaturen von knapp 50 Grad für unverantwortlich.

"Wer hier lebt, weiß, dass Hitze erst beginnt, wenn eine 4 vorne steht. Die beginnt aufzuleuchten, wenn es Ende Mai, Juni wird, also auch, wenn die WM gespielt werden soll", hatte Ex-Europameister Ulli Stielike kürzlich dem SID gesagt: "Im Juni und Juli kannst du hier nicht vor die Tür gehen. Es wäre besser, dann nicht die WM zu spielen. Man sollte es irgendwann zwischen November und April machen." Stielike ist zurzeit Coach beim katarischen Klub Al-Arabi.

Auch Franz Beckenbauer sprach sich zuletzt deutlich für die Verlegung des Turniers in die Wintermonate aus. "Im Sommer ist es unmöglich zu spielen. Da sind es 45 bis 50 Grad. Der Aufwand mit unterkühlten Stadien ist zu groß, das kostet Milliarden. Einfacher ist es im Winter. Da hat man optimale Temperaturen", sagte der Fußball-Kaiser bei Sky. Und selbst der medizinische Chef der FIFA, Michel D'Hooghe, hatte sich für eine Winter-WM ausgesprochen. "Es wäre besser, bei akzeptablen Temperaturen zu spielen."

Fraglich bleibt aber, wie eine Winter-WM in den ohnehin schon engen internationalen Spielkalender integriert werden kann. Vor allem aus England, wo über den Jahreswechsel traditionell viele Partien stattfinden, hatte es zuletzt immer wieder kritische Stimmen gegeben. Katar hatte sich bisher gegen eine Austragung der WM im Winter gesträubt. Schließlich habe jeder bei der Ausschreibung um die hohen Temperaturen im Wüstenstaat gewusst.

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