EURO 2016 Auslosung: Die Gruppen zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich

EURO 2016 Auslosung: Die Gruppen zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich

In Nizza fand heute, Sonntag, die Auslosung zur Qualifikation der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich statt. Erstmals werden 24 Nationen daran teilnehmen. Österreich wurde aus Topf 3 in eine Gruppe mit Russland, Schweden, Montenegro, Moldawien und Liechtenstein gelost. Frankreich ist als Gastgeberland fix dabei.

Bei der FIFA-Fußball WM ist Österreich nur Zuschauer. Doch die Qualifikation das nächste sportliche Großereignis im Fußball - der UEFA EURO 2016 in Frankreich - steht bereits an.

Heute wurden in Nizza die Gruppen für die Qualifikation ausgelost. Österreichs Teamchef hatte vorher nur einen Wunsch: Deutschland muss nicht unbedingt wieder unter den Gegnern sein. "Mit Deutschland haben wir in den letzten Jahren schon genug Erfahrungen gemacht", sagte Koller.

Erstmals werden 24 Nationen an einer UEFA EURO Endrunde teilnehmen. 53 Nationen wollen zur EURO nach Frankreich. Die Chance für eine Qualifikation war damit noch nie so groß wie für die EURO 2016. Es wird zahlreiche Neulinge geben.

Die Auslosung begann mit Topf 1, danach wurde Topf 6 gelost, dann Topf 5, anschließend Topf 4, dann Topf 3 mit Österreich Abschluss Topf 2.

  • Topf 1 mit den Top-Favoriten:
    Spanien, Deutschland, Niederlande, Italien, England, Portugal, Griechenland, Russland und Bosnien-Herzegowina
  • Topf 2:
    Ukraine, Kroatien, Schweden, Dänemark, Schweiz, Belgien, Tschechien, Ungarn, Irland
  • Topf 3:
    Serbien, Türkei, Slowenien, Israel, Norwegen, Slowakei, Rumänien, Österreich , Polen
  • Topf 4:
    Montenegro, Armenien, Schottland, Finnland, Lettland, Wales, Bulgarien, Estland, Weißrussland
  • Topf 5:
    Island, Nordirland, Albanien, Litauen, Moldawien, Mazedonien, Aserbaidschan, Georgien, Zypern
  • Topf 6:
    Luxemburg, Kasachstan, Liechtenstein, Färör, Malta, Andorra, San Marino, Gibraltar

Die Teams wurden in neun Gruppen gelost, in der letzten Gruppe, der Gruppe I, gibt es ein Team weniger. Die Gruppe wird mit Frankreich komplettiert, das fix qualifiziert ist, in der Qualifikation aber außer Konkurrenz mitspielt. Da Armenien aus politischen Gründen nicht gegen Aserbaidschan spielen durfte wurde das Land bei der Auslosung in eine andere Gruppe verschoben. Ebenso wurde Andorra nicht in die Spanien-Gruppe gegeben.

Österreich wurde aus Topf 3 in die Gruppe G mit Russland, Schweden, Montenegro, Moldawien und Liechtenstein gelost. Deutschland hat in Gruppe D Irland und Polen als stärkste Gegner, Europameister Spanien in Gruppe C die Ukraine und die Slowakei.

  • Gruppe A
    Niederlande, Tschechien, Türkei, Lettland, Island, Kasachstan
  • Gruppe B
    Bosnien-Herzegowina, Belgien, Israel, Wales, Zypern, Andorra
  • Gruppe C
    Spanien, Ukraine, Slowakei, Weißrussland, Mazedonien, Luxemburg
  • Gruppe D
    Deutschland, Irland, Polen, Schottland, Georgien, Gibraltar*
    *Gibraltar wurde in die Spanien-Gruppe gelost, aber von der UEFA in die Deutschland-Gruppe verschoben
  • Gruppe E
    England, Schweiz, Estland, Litauen, Slowenien, San Marino
  • Gruppe F
    Griechenland, Ungarn, Rumänien, Finnland, Nordirland, Färör
  • Gruppe G
    Russland, Schweden, Österreich , Montenegro, Moldawien, Liechtenstein
  • Gruppe
    Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan, Malta
  • Gruppe I
    Frankreich*, Portugal, Dänemark, Serbien, Armenien**, Albanien
    * Frankreich ist als Gastgeber fix qualifiziert, spielt aber in der Gruppe I außer Konkurrenz mit
    **Armenien wurde in eine Gruppe mit Aserbaidschan gelost, aus politischen Gründen aber von der UEFA in Gruppe I verschoben.

Die Temine

Die Qualifikation beginnt im September. Neu ist das Spielformat mit der von der UEFA propagierten "Week of Football". Demnach werden die Spiele einer Runde jeweils auf drei Tage aufgeteilt, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Bei Doppelrunden wird von Donnerstag bis am darauf folgenden Dienstag täglich gespielt. Zwischen zwei Spielen eines Teams liegen dann jeweils nur zwei Tage.

Für das ÖFB-Team beginnt die EM-Qualifikation am 8. September mit einem Match gegen einen alten Bekannten - Zlatan Ibrahimovic, dem Ballzauberer der Schweden. Am 9. Oktober folgt das Auswärtsspiel gegen Moldawien und am 12. Oktober findet das Heimspiel gegen Montenegro statt.

Die besten zwei Teams jeder Gruppe qualifizieren sich ebenso wie der beste Gruppendritte direkt für die EURO 2016. Die weiteren acht Gruppendritten spielen sich in einem Play-off mit Hin- und Rückspiel vier weitere Tickets aus. Gastgeber Frankreich ist fix qualifiziert, spielt aber erstmals außer Konkurrenz in der Qualifikation mit - in der hochkarätigen Gruppe I unter anderen mit Portugal, Dänemark und Serbien.

Reaktion von ÖFB-Teamchef Marcel Koller

Teamchef Marcel Koller zeigte in einer ersten Reaktion nach der Auslosung vor den Gegnern Respekt. "Es warten mit Russland und Schweden wieder zwei dicke Brocken auf uns. Russland ist für mich klarer Favorit, dass Schweden rund um Zlatan Ibrahimovic sehr stark ist, wissen wir bereits, aber auch alle anderen Gegner sind nicht zu unterschätzen".

"Wir können in der Gruppe bestehen, wenn wir unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen. In der abgelaufenen WM-Qualifikation hat das nicht gereicht, also müssen wir jetzt noch eine Schippe drauflegen", sagte Koller und wollte die Chancen auf eine EM-Teilnahme nicht genau beziffern: "Wir gehen konsequent unseren Weg weiter und müssen Leidenschaft am Platz zeigen, aber auch das Glück muss auf unserer Seite sein. Dann können wir das Ziel der EM-Qualifikation erreichen.

Keine leichte Aufgabe

ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach in einer ersten Reaktion von keiner leichten Gruppe: "Ich sehe Russland in der Favoritenrolle. Auch Montenegro ist ein starker und sehr unangenehmer Gegner. Gegen Schweden haben wir bereits in der WM-Qualifikation gezeigt, dass sie schlagbar sind. Wir müssen jetzt alles dem Ziel unterordnen, die EM-Qualifikation zu schaffen."

ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner ist "nicht unzufrieden" mit der Auslosung. "Das ist zwar eine schwere, aber sehr seriöse Gruppe, in der wir schon gezeigt haben, dass wir mit Schweden auf Augenhöhe sind. Die Chance, uns für die EM-Endrunde in Frankreich zu qualifizieren, ist groß."

Fuchs und Alaba optimistisch

Optimistisch gab sich Teamkapitän Christian Fuchs: "Besonders Russland und Schweden sind sehr stark einzuschätzen, auch Montenegro ist ein unangenehmer Gegner. Aber ich denke, dass wir insgesamt kein schlechtes Los erwischt haben und die Gruppe machbar ist."

Auch Bayern-Legionär David Alaba zeigte sich zuversichtlich: "Wir brauchen uns in dieser Gruppe nicht zu verstecken. Russland und Montenegro sind zwar richtig starke Gegner, aber wir können ihnen, wenn wir auf unsere Stärken bauen, auf Augenhöhe begegnen. Und natürlich haben wir mit Schweden noch eine Rechnung offen."

Der Spielplan der Gruppe G

  • Montag, 8. September 2014: Russland - Liechtenstein (18:00), Österreich - Schweden , Montenegro - Moldawien (beide 20:45)
  • Donnerstag, 9. Oktober 2014: Moldawien - Österreich , Schweden - Russland, Liechtenstein - Montenegro (alle 20.45)
  • Sonntag, 12. Oktober 2014: Österreich - Montenegro , Russland - Moldawien (beide 18:00), Schweden - Liechtenstein (20:45)
  • Samstag, 15. November 2014: Österreich - Russland , Moldawien - Liechtenstein (beide 18:00), Montenegro - Schweden (20:45)
  • Freitag, 27. März 2015: Liechtenstein - Österreich , Moldawien - Schweden, Montenegro - Russland (alle 20:45)
  • Sonntag, 14. Juni 2015: Russland - Österreich , Liechtenstein - Moldawien (beide 18:00), Schweden - Montenegro (20:45)
  • Samstag, 5. September 2015: Russland - Schweden (18:00), Österreich - Moldawien , Montenegro - Liechtenstein (beide 20:45)
  • Dienstag, 8. September 2015: Schweden - Österreich , Liechtenstein - Russland, Moldawien - Montenegro (alle 20:45)
  • Freitag, 9. Oktober 2015: Montenegro - Österreich , Liechtenstein - Schweden, Moldawien - Russland (alle 20:45)
  • Montag, 12. Oktober 2015: Österreich - Liechtenstein , Russland - Montenegro, Schweden - Moldawien (alle 18.00)

Analyse der Gegner

Russland

Die Mannschaft ist gespickt mit Stars. Torhüter Igor Akinfeev, Mittelfeld-Stratege Alan Dzagoev oder Stürmer Aleksandr Kokorin sind Namen, die aus einem starken Kollektiv hervorstechen. Dazu kommt Teamchef Fabio Capello.

Die Russen sind ein richtiger Brocken und werden nur ganz schwer zu biegen sein. Im Heimspiel am 15. November sind die Chancen aber durchaus intakt, bewiesen doch auch in der jüngsten WM-Quali Nordirland (1:0) und Aserbaidschan (1:1), dass der EM-Halbfinalist von 2008 verwundbar ist.

Schweden

Schweden ist Zlatan Ibrahimovic. Der 32-Jährige spielt seit Monaten in Topform und möchte noch einmal bei einer Endrunde glänzen. Dass Höchstleistungen des PSG-Angreifers allein ohne Unterstützung der Herren Wernbloom, Elm, Källström oder Toivonen allerdings zu wenig sind, hat die Barrage gegen Portugal vor Augen geführt.

In der Qualifikation zur FIFA WM 2014 in Brasilien hat Österreich gegen Schweden zuhause gewonnen und ist auswärts nur knapp mit 2:1 unterlegen. Wenn Alaba & Co Ibrahimovic kaltstellen können, dann ist das schon die halbe Miete.

Montenegro

Mit Rapid-Mittelfeldspieler Branko Boskovic wartet ein alter Bekannter auf die Österreicher. Der Angriff mit Stevan Jovetic von Manchester City und Juve-Stürmer Mirko Vucinic ist auf europäischem Top-Niveau, Verteidiger Stefan Savic verdient sein Geld bei der Fiorentina. Dazu gesellen sich zahlreiche Legionäre aus der serbischen Liga sowie Top-Talente wie Marko Bakic (Fiorentina) oder Luka Djordjevic (Twente).

Wie gegen Schweden und Russland hat Österreich auch gegen Montenegro zunächst Heimrecht. Der 12. Oktober könnte demnach schon entscheidend werden.

Moldawien

Teamchef Ion Caras stehen keine bekannten Stars, aber dennoch sehr gute Fußballer zur Verfügung. Am bekanntesten sind Verteidiger Alexandru Epureanu von Europa-League-Teilnehmer Anzhi Makhachkala und Mittelfeldspieler Alexandru Gatcan von FK Rostov.

Die Begegnungen zwischen Österreich und Moldawien liegen bereits zehn Jahre zurück. Will Österreich das erste Mal aus eigener Kraft zu einer EM-Endrunde, müssen zwei Siege gegen Moldawien her.

Liechtenstein

Mit WAC-Abräumer Michele Polverino, zweimal Liechtensteins Fußballer des Jahres, und Rieds Hoffenheim-Leihgabe Sandro Wieser kicken derzeit zwei Liechtensteiner in der österreichischen Bundesliga. Angst verbreitet allerdings kein Spieler im Kader des Steirers Rene Pauritsch.

Es muss nicht lange überlegt werden. Alles andere als sechs Punkte in den Spielen gegen Liechtenstein wäre eine Blamage.

Die Analyse von Österreichs Quali-Gegnern bei news.at

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